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Rechtsextreme Demo an der Basler Fasnacht

Die Partei National Orientierter Schweizer PNOS beteiligte sich am Fasnachts-Cortège. Ihr Sujet sollte die Mär jüdisch-freimaurischer Weltverschwörung verbreiten.

Voran schritt ein Tambour, verkleidet als Mann schwarzer Hautfarbe, gekleidet in einem bei Rechtsextremen beliebten «RapeFugee Welome»-Shirt, das Asylbewerbern als Vergewaltiger verunglimpfen soll. Hinter der Larve versteckte sich Tobias Steiger, seit vergangenen November Vorsitzender der Basler PNOS-Sektion. Dies belegt der Bericht, den die PNOS samt einigen Fotos später auf ihrer Homepage veröffentlichte. Er zeigt auch, dass die politische Herkunft des Sujets eindeutig war. Die vier weiteren (Korrektur: Drei der vier weiteren) Beteiligten tragen eine Schürze mit dem PNOS-Parteiemblem, in rotem Feld ein langschenkliges weisses Kreuz und eine Hellebarde. 
Die kleine Gruppe hätte sich, so der PNOS-Bericht, «verkleidet als Freimaurer, Soros', Merkels, Sommarugas und Neger» am Fasnachtsmittwoch am Cortège als «Schyssdräckziigli» eingereiht. Sie hätten «den Leuten» veranschaulichen wollen, «wer die wahren Verursacher der Probleme der heutigen Zeit" seien. Ja, sie hätten «die wahren Verräter unseres Volkes an den Pranger gestellt». In Tat und Wahrheit inszenierten die fünf PNOS-Aktivisten ihre Vorstellung einer jüdisch-freimaurerischen Verschwörungsphantasie, konkret die Vorstellung von geheimen Drahtziehern der Weltpolitik.
Die beiden Herren Rothschild und Soros hätten, so die PNOS, die «Merkel-Marionette» gelenkt, die habe wiederum «die Sommaruga-Marionette» gelenkt. Und letztere hielt eine Angelrute, an der eine Dollarnote hing. Vor ihr ging der Tambour, im PNOS-Veranstaltungsbericht diffamierend «Neger» genannt. Die PNOS-ler lassen zwar in ihrem Bericht die jüdische Herkunft von Rothschild und Soros unerwähnt, Antisemiten werden die Botschaft jedoch verstanden haben.

Hans Stutz
Tachles Online, 26. Februar 2018
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