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«Für mich ist die Linke gestorben» |
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Auch Peter Mattmann, Luzerner
Poch-Mitbegründer, hat das rechtsbürgerliche Manifest
zur Bellasi-Affaire unterschrieben. Ihn stört dieses politische
Umfeld nicht. Die Linke hingegen ist für ihn «gestorben». |
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Politiker und Journalisten, «insbesondere des linken
und grünen Lagers», so behauptet ein Manifest zur
Bellasi-Affaire, hätten eine Desinformationskampagne
gestartet und «die Gefühle des Volkes manipuliert»
hätten. «Staatskrisen werden herbeigeschrieben»,
munkeln die Manifestler, unter ihnen FDP-Regierungsrat Ulrich
Fässler, Mitglied der begleitenden Staatsschutzkommission.
Weiter unterschrieben noch der zürücktretende Nationalrat
Manfred Aregger und der SVP-Hinterbänkler Josef Kunz.
Eine Angelegenheit von Rechtsbürgerlichen sei das Manifest,
berichteten viele Medien. Mit einer Ausnahme allerdings. Peter
Mattmann-Allamand, Initiant der «Bewegung für eine
neutrale Schweiz ohne EU/Nato-Beitritt» unterschrieb
ebenfalls. Kolumnist Martin Merki sagte am vergangenen Wochenende
in der "Neuen Luzerner Zeitung" den InseratunterzeichnerInnen
zwar politisch die Meinung, doch zu Peter Mattmann befand
er: «Dass auch noch der Name des Luzerner Poch-Mitbegründers
Peter Mattmann-Allamand in diesem rechts-gläubigen Kreis
aufscheint ist entweder ein Irrtum, was ich annehme, oder
eine Pointe von höchster Ironie.»
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Mitnichten
ein Irrtum
Merki hat nicht genau nachgesehen. Auf Anfrage bestätigt
Peter Mattmann: «Den Text kann ich voll unterschreiben.»
Auf die Gründe angesprochen schweift er schnurstracks in
die Weltpolitik. «Gegen die Schweiz wird seit 10 Jahren
eine Kampagne geführt, ausgehend von der neuen offensiven
Nato-Strategie. Seither sind wir in einem Trommelfeuer, das
uns die Nato treiben soll». Das riecht schon ziemlich
nach einer Verschwörungsphantasie. Es seien, so Mattmann,
«aggressive Kräfte in den USA und in Europa, die
am Imperalismus festhalten.» Auch die «Holocaust-Kampagne
gegen die Schweiz» sei von diesen oder ähnlichen
Kräften geführt worden. Und die Linke, so Mattmann
weiter, habe sich «für eine reaktionäre Weltpolitik»
einbinden lassen. «Für mich ist die Linke gestorben,
so wie sie heute aussieht.» |
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Vom
VPM begrüsst
Ist also die «Bewegung für eine neutrale Schweiz
ohne EU/Nato-Beitritt» gar keine linke Auns? «Die
Zeitungen haben das zwar geschrieben, wir haben das jedoch nie
gesagt», so Mattmann. In der Tat. Bereits Ende Mai erklärte
Mattman in einem WoZ-Interview, dass es «falsch»
sei, die «Bewegung für eine neutrale Schweiz ohne
EU/Nato-Beitritt» als linke Alternative zur AUNS zu bezeichnen.
Das Entstehen der «Bewegung für eine neutrale Schweiz
ohne EU/Natio-Beitritt» ist nicht nur von der AUNS («'Getrennt
marschieren, vereint schlagen', so muss der Leitsatz sein»),
noch mehr jedoch vom VPM begrüsst worden. In der Juni-Nummer
der VPM-Zeitung «Zeit-Fragen» werden, nach wohlwollender
Einführung, die Ziele und Grundsätze vollumfänglich
abgedruckt. Und in der September-Ausgabe, einer Spezialnummer
zu den Wahlen, wird ein Abschnitt aus Mattmanns Buch «Heil
dich, Helvetia» nachgedruckt. Er sei «nicht gefragt
worden», erklärt Mattmann. Er hat aber gegen die
Publikation nichts einzuwenden. |
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... und noch ein "rechtes
Inserat"
Finanzierungsprobleme hatten die Rechtsaussen um das «Schweizer
Bürger-Votum», geleitet von Hanspeter Tschannen,
einem Anhänger der Dozwiler St. Michaels-Vereinigung,
die ja auch im Raum Luzern einige Anhänger hat. Noch
Anfang vergangener Woche suchte das Schweizer Bürger-Votum
mittels Bettelbriefe Geld, damit es am Samstag ein ganzseitiges
Inserat in der NZZ publizieren konnte. Das Inserat der
«Souveränbürgerlichen» erschien.
Die Unterzeichner, alles Kandidaten für eine Wahl
in den Nationalrat, sind vehemente EU-Gegner und schlechte
Verlierer der Volksabstimmung um die neue Bundesverfassung
(18. April 1999). Sie verpflichten sich bei einer allfälligen
Wahl den Eid nicht auf die neue, sondern auf die alte
Verfassung zu leisten. Auch aus dem Kanton Luzern haben
drei Rechte Kandidaten unterschrieben. Sowohl der SVP-Bauer
Josef Kunz, Grosswangen, wie auch der Obernauer Unternehmer
Josef Huber und der SD-Präsident Thomas Blättler
wollen sich demnach nicht an einen demokratisch gefällten
Entscheid halten. Blättler, zur Zeit von seinem Arbeitgeber
PTT wegen bestrittenen Mobbingvorwürfen von der Arbeit
freigestellt, hat gleich seine persönliche PC-Konto-Nummer
veröffentlichen lassen. Auch ein zum vorneherein
verlorener Wahlkampf braucht eben Geld. |
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Hans Stutz
luzern heute, 30. September 1999
Alle Rechte beim Verfasser. |
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