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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz |
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Biel,
21. Februar 2010 |
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Der SP-Nationalrat
Ricarco Lumengo erhält - gemäss seinen Angaben - über
hundert rassistische Mails, nachdem bekannt wurde, dass gegen ihn
eine Strafverfahren wegen Wahlfälschung läuft. Lumengo bestreitet
den Vorwurf der Wahlfälschung, akzeptiert aber jenen des Wahlfangs.
Auf ihrer Homepage fordert die Autopartei, die schon mehrmals grobschlächtig
gegen Lumengo hetzte, den sofortigen Rücktritt als Nationalrat.
Ferner müsse ihm "das Schweizer Bürgerrecht entzogen
und seine unverzügliche Ausschaffung" vollzogen werden.
Gegenüber der Zeitung "Sonntag" berichtet Lumengo:
"Jedes Mal, wenn ich in der Presse bin, erhalte ich rassistische
Zuschriften." |
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Kanton
Bern, 18. Februar 2010 |
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Die Wochenzeitung
WOZ veröffentlicht meine Recherche, wonach alle drei PNOS-KandidatInnen,
die sich an den Grossratswahlen beteiligen, vorbestraft sind. Bekannt
war, dass sowohl Denise Friedrich wie Dominic Lüthard einschlägige
Erfahrungen haben. Nicht bekannt war, dass auch der dritte Pnos-Kandidat
einen Tolggen im Reinheft hat.. Raphael Würgler gehörte
zu jenen rund zwanzig Rechtsextremen, die Ende Oktober 2004 die ersten
eintreffenden TeilnehmerInnen einer Demonstration gegen Rassismus
in Willisau angegriffen und vertrieben haben. Bei einer Hausdurchsuchung
fanden die Polizisten beim heute 23-jährigen Schreiner auch rechtsextremes
Propagandamaterial. Dieses wurde später eingezogen und vernichtet.
Anfang Juni 2005 verurteilte ihn das Amtsstatthalteramt Willisau wegen
Landfriedensbruchs und verbotenen Waffenbesitzes zu einem Monat Gefängnis
bedingt und zu einer Busse von 800 Franken. "Konsequente Ausländerrückführung»
verlangt die Pnos im Wahlkampf und zielt damit - wie die SVP - auf
«kriminelle Ausländer». In ihren eigenen Reihen gilt
offenbar eine andere Regel: Rechtskräftig Verurteilte gehören
ins Parlament. |
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Flaach
ZH, 14. Februar 2010 |
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Die "SonntagsZeitung"
meldet, dass die "Union des organisations musulmans de Genève"
gegen SVP-Nationalrat und "Schweizerzeit"-Herausgeber und
Chefredaktor Ulrich Schlüer eine Strafanzeige wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm eingereicht haben, dies weil Schlüer
Mitte November 2009 in der "Schweizerzeit" einen Text des
Thurgauer SD-Präsidenten Willy Schmidhauser veröffentlichte,
worin dieser unter anderem schrieb: "Die Einwanderung und Einbürgerung
von noch mehr Muslimen muss sofort überdacht werden. Da der Koran
verbindlich ist, bliebt meines Erachtens nur die Massenheimschaffung
der Muslime - andernfalls wird unser Land und Volk zerstört werden,
auf dem Wege 'zurück ins Mittelalter'." |
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Sempach
LU, 8. Februar 2010 |
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Die SVP des
Kantons Luzern lanciert eine Petition für die Beibehaltung der
Sempacher Schlachtfeier in der bisherigen Form. In der Begründung
bezeichnet sie die Rechtsextremisten, die seit 2003 im offiziellen
Umzug mitlaufen und seit einigen Jahren unmittelbar nach der offiziellen
Feier eine eigene Feier abhalten, als "junge Patrioten",
die von Linken als "Rechtsextreme" verschrien würden.
Die Juso stellt daraufhin in einem Comminiqué fest: "SVP
stellt sich vor Neonazis". |
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Kommentar:
In der Tat ist es bemerkenswert, dass der SVP - insbesondere aber
der SVP des Kantons Luzern - immer wieder die Nähe zu rechtsextremen
Gedankengut, bzw. die Zusammenarbeit mit oder auch die Inschutznahme
von Rechtsextremisten nachgewiesen werden kann.
Siehe die nachfolgenden Texte: |
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Rechts
in der SVP und weiter rechts |
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"Es
ist mir eine Ehre" |
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Flecken
auf der SVP-Weste |
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Sitten,
2. Februar 2010 |
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Das Kantonsgericht
bestätigt sechs Verurteilungen wegen Widerhandlung gegen die
Rassismus-Strafnorm gegen die verantwortlichen Organisatoren des Naziskin-Konzertes
in Brig-Gamsen (17. September 2005). Von Schuld und Strafe freigesprochen
werden die sechs weiteren Angeschuldigten, die gegen das erstinstanzliche
Urteil rechtzeitig Appelation eingereicht hatten. Zwek von ihnen,
weil die Anklageschrift ihre Tatbeteiligung nicht rechtsgenüglich
umschrieben hatte. |
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Kritik
des erstinstanzlichen Urteils |
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Sigriswil
BE, 29. Januar 2010 |
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Im nichtamtlichen
"Sigriswiler Anzeiger" erscheint der zweite Teil eines Textes,
überschrieben "Agenda 21: Die Durchsetzung einer totalitären
Weltherrschaft". Als Autor zeichnet Otto Grossglauser, Inhaber
einer Holzverbauungsgeschäftes und halbamtlich dörflicher
Schwellenmeister. Der Text enthält eine Vielzahl antisemitischer
Passagen, teils angelehnt an die "Zionistischen Protokolle".
Der Verfasser behauptet: "Das organisierte Weltjudentum (Zionismus)
hat die totale Ausraubung gewisser reicher Länder wie Deutschland,
Schweiz, Österreich und anderer Staaten längst begonnen."
Oder auch: "Das Prinzip der Weltanschauung der Zionisten ist
Zerstörung. Darauf kann nichts entstehen, das es wert wäre,
Leben genannt zu werden." Und weiter: "Die Wahrheit (...)
wird strafrechtlich verfolgt, wenn sie mit den Interessen des Staates
und der Macht im Staat, den Zionisten, nicht konform ist." Der
Herausgeber behauptet gegenüber Medienschaffenden, er habe nur
den Beginn des Textes gelesen und er entschuldige sich für die
Publikation. Der Gemeinderat distanziert sich vom Inhalt. Der Schweizerische
Israelitische Gemeindebund (SIG) erstattet Strafanzeige wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm. |
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Bülach
ZH, 28. Januar 2010 |
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Das Bezirksgericht
Bülach verurteilt Erwin Kessler, Präsident des Vereins gegen
Tierfabriken VgT, wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm,
sieht jedoch von einer Bestrafung ab. Kessler erklärt umgehend,
er werde den Schuldspruch anfechten. Das bezirksgerichtliche Urteil
ist der vorläufige Schlusspunkt eines Strafverfahrens, das im
Jahr 1998 begonnen hatte und in dem inzwischen mehrere Vorwürfe
verjährt sind. Die Zürcher Strafbehörden machten in
der Auseinandersetzung mit dem prozesswütigen VgT-Präsidenten
- zurückhaltend ausgedrückt - nicht immer die beste Figur.
Auche einer früheren Bestrafung (45 Tage Gefängnis unbedingt)
konnte sich Kessler dank einer "Hinhaltetaktik" (Regierungsrat
des Kantons Zürich) so lange entziehen, bis die Vollstreckungsverjährung
eintrat. |
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Zum
vierten Mal am Start |
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Kessler
düpiert die Zürcher Strafverfolgungsbehörden |
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Luzern/Sempach
LU, 26. Januar 2010 |
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Bei der Beantwortung
eines kantonsrätlichen Vorstosses erklärt der Luzerner Regierungsrat,
dass es Ende Juni zwar einen Gottesdienst, doch keine Schlachtfeier
mehr geben werde. Die Feier sei "zunehmend von extremen politischen
Gruppierungen für ihre eigenen Zwecke missbraucht" worden.
Fakt ist, dass RechtsextremistInnen seit 2003 ungehindert im offiziellen
Umzug mitmarschieren konnten. Seit einigen Jahren konnten sie auch
ungehindert nach dem offiziellen Festakt eine eigene Kranzniederlegung
beim Schlachtdenkmal durchführen. Der Kanton war damit seit Jahren
Mitorganisator einer rechtsextremen Kundgebung. Der Regierungsrat
reagiert nun aber, weil bei der Schlachtfeier 2009 eine von der Juso
organisierten Demonstration gegen die Beteiligung der Rechtsextremen
stattfand und eine grosse Polizeipräsenz erforderlich war (Siehe
Eintrag vom 27. Juni 2009). Im Kantonsrat spricht Guido Luternauer
(SVP) nicht von Rechtsextremen sondern von "guten Eidgenossen".
Fakt ist: Der Aufruf zum Aufmarsch erfolgte jeweils durch die PNOS.
Selbst der Staatsschutz schreibt über diese Partei: "Die
PNOS blieb in der Schweiz die politisch aktivste rechtsextreme Organisation".
Und weiter auch: "Die PNOS hat ihre Wurzeln im gewalttätigen
Extremismus; etliche Mitglieder blieben auch im Berichtsjahr aktive
Skinheads." (Bericht Innere Sicherheit der Schweiz, 2008. Erschienen
im Mai 2009). |
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Langnau
am Albis ZH, 25. Januar 2010 |
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Georg
Jaggi, der sich als PNOS-Kandidat für das Amt des Gemeindepräsidenten
bewirbt, vertreibt ein Flugblatt in die Briefkästen, worin unter
anderem steht: "Ich will eine germanische Volksgenossenschaft
errichten, in welcher nur Germanen leben, in welcher alle Menschen
hilfreich und friedlich miteinander zusammenarbeiten." Oder auch:
"Es bekümmert mich sehr, dass die Germanen aussterben und
die nicht germanischen Menschenrassen sich so sehr vermehren, dass
es immer mehr Menschen gibt und das Leben wegen Überbevölkerung
immer unerträglicher und immer qualvoller wird." Jaggi verbreitet
weiter einen biologisch begründeten Rassismus: "So wie man
heutzutage Pflanzen- und Tierarten züchtet, will ich eine hochwertige
und reine germanische Rasse züchten, nämlich indem ich dafür
sorge, dass die Wertlosen, Nutzlosen oder Schädlichen überhaupt
kein Kind zeugen, und indem ich dafür sorge, dass diese Germanen
und Germaninnen gesund leben können."
Jaggi hatte sich Ende Dezember 2009 als PNOS-Kandidat vorgestellt.
Parteisprecher Kevin Mareque hatte zuerst verlauten lassen, dass es
jedem Mitglied frei gestellt sei, für ein politisches Amt zu
kandidieren. Später hatte die Partei eine Stellungsnahme nachgeliefert,
wonach sie sich von Jaggi distanziere.
Nachtrag: Anfang Februar gibt die PNOS bekannt, dass nach einem Telefonat
Jaggi schriftlich den Austritt aus der Partei erklärt habe. Und
weiter: "Wir wünschen Herr Jaggi trotz der Differenzen einen
erfahrungsreichen und fairen Wahlgang!" |
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Stein
AG, 14. Januar 2010 |
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Das Bezirksgericht
Rheinfelden verurteilt einen 22jährigen wegen qualifizierter
Brandstiftung zu zwei Jahren Gefängnis, bedingt auf fünf
Jahre. Der Verurteilte gibt an, sich seit der 2-wöchigen Untersuchungshaft
geläutert zu haben. Zusammen mit vier Mittätern, die sich
allesamt vor dem Jugendrichter verantworten mussten, hatte er am Ostersonntag
2008 einen Molotowcocktail gegen die Aslybewerber-Unterkunft geworfen,
ohne dass dieser das Gebäude in Brand setzte. "Die Flasche
habe ich damals geworfen, um den Asylanten Angst zumachen, um zu zeigen,
dass wir sie hier nicht haben wollen." |
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Beromünster
LU, 16. Dezember 2009 |
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Das Amtsstatthalteramt
Sursee stellt das Verfahren gegen den JSVP-Präsidenten Anian
Liebrand ein. Dieser hatte Mitte August ein "Musterablehnungsgesuch"
veröffentlicht, um Leute zu Einsprachen gegen Einbürgerungen
zu animieren. Das Gesuch richtet sich explizit gegen Menschen "aus
dem Balkan". Der Amtstatthalter begründet die Einstellung
folgendermassen: Die Mustervorlage beinhalte "weder negative
Äusserungen gegen die 'Personen aus dem Balkan' noch werden diese
in einer die Menschenwürde verletzenden Weise herabgesetzt".
(Siehe Eintrag vom 10. August 2009) |
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Köln/Aarau,
9. Dezember 2009 |
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Die islamfeindliche
"Bürgerbewegung Pro Köln" meldet, dass Andreas
Glarner, Grossrat und Fraktionspräsident der Aargauer SVP, ihrer
Organisation beigetreten sei. Sie behauptet, Glarner gehöre zu
den "profiliertesten Islamisierungskritikern" und Glarner
wolle "auch in Nordrhein-Westfalen über die Erfahrungen
in der Schweiz und über die Minarettsverbotsinitiative"
referieren. Im Verfassungsbericht des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen
wird "Pro Köln" seit 2004 unter dem Verdacht
einer rechtsextremistischen Bestrebung aufgeführt. Gegenüber
Schweizer Medien behauptet Glarner: "Ich habe es nicht gewusst.
Aber in Deutschland stehen fast alle Parteien unter Beobachtung. Dort
würde auch die SVP unter Beobachtung fallen". Apropos 'profiliierter
Islamisierungskritiker": Glarners Beitrag bestand bis anhin darin,
provozierende Platkate wie "Maria statt Scharia" oder "Aarau
oder Ankara" zu publizieren. |
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Hüttikon
ZH, 8. Dezember 2009 |
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Die Gemeindeversammlung
- rund 60 von rund 600 Stimmberechtigten - lehnt die Einbürgerung
eines jungen Einwohners mazedonischer Herkunft ab, der seit dem 11.
Lebensjahr in der Gemeinde wohnt. Der "Tagesanzeiger" schreibt,
dass viele Hüttiker "extra für dieses Traktandum an
die Versammlung" gekommen seien. Viele davon "Ur-Hüttiker".
"Sie verlangten zuerst, der Mazedonier müsse den Raum wieder
verlassen. Dann wurde die Einbürgerung in einer geheimen Abstimmung
abgelehnt. Anschliessend wurde noch der Grund der Ablehnung beschlossen.
Fazit: Der Mann habe keinen Kontakt mit den Einwohnern im Ort. Demnach
sei er weder am Neujahrsapéro, beim Marronibraten noch in einem
Verein zu sehen." |
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Langenthal
BE, 6. Dezember 2009 |
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Zuerst rein,
dann raus und nun wieder rein - das ist der politische Werdegang des
Langenthaler PNOS-Stadtparlamentariers Tobias Hirschi. Ende Oktober
2004 war er ganz überraschend als erster PNOS-Vertreter in ein
kommunales Parlament gewählt worden. Nach Ende der Legislatur
trat er nicht wieder an. Hirschi könne, so lautete die offizielle
Begründung damals, aus beruflichen Gründen "nicht mehr
genügend Zeit finden, um das Amt des Stadtrates 100 % zuverlässig
auszuüben". An seiner Stelle erreichte Timotheus Winzenried
den PNOS-Sitz. Doch nach bereits einem Jahr hatte Winzenried genug,
er verliess das Parlament und gleich auch die rechtsextreme Partei.
Das Ende der rechtsextremen Präsenz im Stadtparlament schien
bereits in Sicht, doch nun verkündet Hirschi, er komme wieder
und sei "voll motiviert". Allerdings bereitet er bereits
wieder seinen Rücktritt vom Comeback vor. Die PNOS-Sektion meldet
nämlich: "Bereits jetzt beginnen jedoch Gespräche,
um einen Nachfolger für Hirschi zu nominieren bei den Stadtratswahlen
in drei Jahren." Durch diese Rochaden ändert sich allerdings
nicht viel in der Langenthaler Politik: Weder Hirschi noch Winzenried
haben im Stadtparlament irgendetwas bewegen können. Alle Beobachter
attestieren ihnen lokalpolitische Bedeutunglosigkeit. |
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Niederrohrdorf
AG, 6. Dezember 2009 |
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Die Bürgerlich-Demokratische
Partei des Kantons Aargau BDP lässt sich zur vorgeschlagenen
Änderung des Richtplanes vernehmen, welche die Schaffung von
fünf Halteplätzen für Fahrende vorsieht. Die BDP lehnt
den Vorschlag ab: "Nach der Minarett-Abstimmung sollte jedem
klar sein, dass in der Bevölkerung schwer durchschaubare Emotionen
bestehen, wenn es um kaum oder nicht integrierte Ausländer geht."
Die "Emotionen in der Bevölkerung" seien gegenüber
Fahrenden "wohl mehrheitlich negativ". Die Partei schreibt
dann weiter: "Mittlerweile haben bandenmässig organisierte
Fahrende in zu viele Einfamilienhäuser eingebrochen. Mittlerweile
haben sie zu viele dreiste Straftaten begangen.". Und weiter:
"Die BDP wehrt sich mit Vehemenz dagegen, dass man genau diesen
Banden weitere Standplätze in der Schweiz anbietet, die sie als
temporäre Stützpunkte für kriminelle Raubtouren missbrauchen
könnten, nur um sich anschliessend dank rechtzeitigem Aufbrechen
einem polizeilichen Zugriff zu entziehen." Die BDP stellt aber
auch die Zukunft der bestehenden Standplätze in Frage, da unklar
sei, "ob und wie Fahrende an den Erstellungs- und Unterhaltskosten
beteiligt werden sollen. Jeder Bürger weiss, dass er die Kosten,
die er für Sonderwünsche verursacht, auch selber bezahlen
muss." |
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Saillon
VS, 5. Dezember 2009 |
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Knapp nach
zwei Uhr nachts provoziert in einer Discothèque ein 21jähriger
Skinhead, begleitet von einigen Kollegen, die Umstehenden mit Nazisprüchen.
Ein 26jähriger Schweizer kosovarischer Herkunft bedeutet ihm,
dass seine Sprüche unerwünscht seien. Der Skinhead sticht
daraufhin mit dem Messer in den Hals seines Opfers. Der Niedergestochene
verliert viel Blut und überlebt nur, weil Anwesende sachgerechte
Hilfe leisten können, bis die Sanitäter eintreffen. Die
Polizei verhaftet den Täter. Danach wird bekannt, dass dieser
bereits einige Stunden vorher in einer Bar einen 17jährigen Musiker
angegriffen hatte. |
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Bern
und Beromünster AG, Anfang Dezember 2009 |
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Das Bulletin
des Parteiunabhängigen Informationskomitee PIKOM, präsidiert
vom SVP-Kantonsrat Thomas Fuchs, veröffentlicht einen Musterbrief
gegen Einbürgerungen "aus dem Balkan", geschrieben
vom Luzerner JSVP-Präsidenten Anian Liebrand. Im Begleittext
schreibt Liebrand von "Tausenden von Fremdvölkern",
die in die Schweiz strömen würden, auch erwähnt er
"kulturfremde, nicht integrierte Ausländer", die sich
den Schweizer Pass "erschleichen" wollten. Der Ausdruck
"Fremdvölker" stammt aus dem nationalsozialistischem
Vokabular und der Begriff "kulturfremd" wird sonst von Rechtsextremen
verwendet. Im PIKOM-Vorstand sitzt neben dem Präsidenten Fuchs
als Vizepräsident "Staatsanwalt Peter Heuberger". Nach
einigen Medienberichten tritt er aus dem PIKOM-Vorstand wie aus dem
Vorstand der Aargauischen Vaterländischen Vereinigung zurück.
Auch distanziere er sich von der Musterbriefen. |
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Suhr AG, 1. Dezember
2009 |
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Der Aargauer Regierungsrat
heisst die Beschwerden von drei Jugendlichen aus Serbien-Montenegro
gut. Ihnen wurde im Juni 2009 von der Gemeindeversammlung Suhr die
Einbürgerung verweigert, als Zeichen gegen Gewalt von Ausländern
gegen Schweizern. Der Regierungsrat erkennt in der Ablehnung einen
Verstoss gegen das Diskriminierungsverbot, da die Gemeindeversammlung
die Einbürgerung einzig aufgrund der Herkunft der Gesuchsteller
ablehnte. |
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