| |
|
| |
Berner
Oberland, 2. Februar 2012 |
| |
Zehn Menschen
haben die Leute der rechtsterroristischen Gruppe "Nationalsozialistischer
Untergrund" (NSU) umgebracht, mehr oder weniger unter den Augen
der deutschen Staatsschutz-Organisationen. Erst nach dem Selbsttod
zweier Gruppenmitglieder kam die Polizei der Gruppe auf die Spur.
Nun kommen die Ermittlungen langsam voran, Spuren führen auch
in die Schweiz. Wenig bedeutsam dabei ist, wie viele PNOS-Aktivisten
wie viele Rechtsextremisten aus den neuen Bundesländern, inbesondere
Thüringen, gekannt und gelegentlich getroffen haben. Bedeutsam
ist die Frage, wie kam die Tatwaffe von einem Waffenhändler in
der Schweiz zu den Mördern. Heute lässt sich ein erstes
Zwischenfazit ziehen, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt: "Insgesamt
hatten die Killer zwanzig Waffen in ihrem Arsenal, darunter eine Maschinenpistole
und zwei Pumpguns. Auch in der Schweiz wird ermittelt. Im Fall der
Ceska, mit der die braunen Mörder zwischen 2000 und 2006 neun
türkisch-oder griechischstämmige Kleingewerbetreibende ermordeten,
kam vor rund zwei Wochen für kurze Zeit ein Schweizer in Haft.
Über die Schweiz war die Waffe nach Deutschland gelangt. Der
Schweizer soll die Waffe gekauft haben. Seine Frau stammt aus Thüringen."
Der Mann war am 20. Januar für zwei Tage in Untersuchungshaft
gesetzt, dann wieder freigelassen worden. Warum ist nicht bekannt:
Verdacht ausgeräumt oder keine Kollusionsgefahr mehr? Die Berner
Polizei hatte nur verlauten lassen, dass der Verhaftete vorher polizeilich
nicht bekannt gewesen sei und auch Verbindungen zur rechtsextremen
Szene hätten die Ermittler bislang keine feststellen können.
Warten wir einmal ab, was die Recherchen von Medienschaffenden ergeben! |
| |
|
| |
Utzenstorf
BE, 14. Janaur 2012 |
| |
In einem Restaurantsaal
spielt die rechtsextreme Musikgruppe "Indiziert" zu ihrem
10jährigen Band-Jubiläum. Gemäss der Band spielt sie
vor rund 250 Besucherinnen, gemäss der beobachtenden Antifa sind
es rund 120 Anwesende. Das Konzert war seit Ende Oktober 2011 angekündigt
worden. In ihrer Medienmitteilung berichtet die Antifa, dass auch
deutsche Neonazis unter den BesucherInnen gewesen seien, insbesondere
auch Thomas Gerlach. |
| |
|
| |
Europäische
Aktion, 1. Januar 2012 |
| |
Staatspräsidenten
halten Neujahresansprachen, Bernhard Schaub, Holocaust-Leugner und
Exponent der rechtsextremistischen Bewegung "Europäische
Aktion", veröffentlicht zur "Wintersonnenwende 2011"
seinem "Leitbrief 1" und schlägt einen grossen historischen
Bogen um die EA-Ideologie zu begründen. Und das geht so: Der
Tod des letzten Hohenstaufens (im Jahre 1268) habe den "Sieg
der Kirche über die altrömisch-germanische Reichsidee"
gebracht und damit unter anderem das Ende der "Vorrechte der
Freien und Vornehmen." Denn: Die "kommunistische christliche
Botschaft" habe im Laufe der Jahrhunderten "zur Zersetzung
aller aristokratisch-hierarchischen Ideen und Lebensformen" geführt.
Am Ende dieses "Zerfallprozesses" ständen die Französische
und die Russische Revolution "mit ihren Zwangsvorstellungen von
der Gleichheit aller Menschen' und den Menschenrechten'
überhaupt". Und - so behauptet Schaub weiter - weil die
Französische Revolution den Juden die "Gleichstellung"
gebracht hätte, hätten sich diese innert Jahrzehnten an
die "Spitze" der Hochfinanz, der Medien und der Politik
gesetzt. Insgesamt habe sich der "Zionismus" als "stärkste
politische Kraft" weltweit durchgesetzt. Er beherrsche heute
"die Schlüsselpositionen der USA" und dirigiere "die
Finanz-, Wirtschafts- und Militärmaschine dieser Weltmacht und
ihrer europäischen Kolonien nach Gutdünken, ebenso die Medien
und das Bildungswesen der gesamten westlichen Hemisphäre."
Um gegen diesen "Wahnsinn" anzukämpfen sei, so Bernhard
Schaub weiter, im Jahre 2010 "unsere politische Kampforganisation",
die Europäische Aktion gegründet worden. Und diese EA brauche
"ihre elitäre Kerngruppe". Und natürlich, dies
schreibt der Holocaust-Leugner zwar nicht explizit, geht Schaub dieser
Elite voran, als Führer, was denn sonst? |
| |
|
| |
Bettwil
AG, 12. Dezember 2011 |
| |
In einem Interview
erklärt Roger Burri, Unternehmer und Aktivist gegen die temporäre
Einrichtung eines Asylbewerber-Zentrums: "Was, wenn an unserer
Bushaltestelle plötzlich 20 Tunesier stehen?" Und er gibt
daraufhin die Antwort: "Die machen doch unsere Frauen blöd
an." Weiter erklärt er: "Die Humanität der Schweiz
hat Grenzen. Sie darf nicht von Ausländern überflutet werden.."
Er plädiert für die Internierung der Asylbewerber, denn:
Es sei kein Menschenrecht, sich frei bewegen zu können. |
| |
|
| |
Bettwil
AG, 8. Dezember 2011 |
| |
In der Freiämter
Gemeinde Bettwil wollen die eidgenössischen und kantonalen Behörden
in einer Armee-Unterkunft Asylwerber unterbringen, dies gegen den
Widerstand der Dorfbewohner. Die Europäische Aktion EA, angeführt
vom Holocaust-Leugner Bernhard Schaub, lobt die Bettwiler daraufhin
für ihren "mutigen Kampf gegen das Asylanten'-Heim",
dieser wecke "Bewunderung" in der ganzen Schweiz. Dem Lob
folgt rassistischer Klartext. Das EA-Flugblatt bezeichnet Asylsuchende
als "Zivilokkupanten" und auch als "zivile Truppen
einer kommenden Welt-Einheitsregierung", die das Ziel verfolge
"die selbständigen Völker und ihre Kulturen in einem
Welt-Einheitsbrei untergehen zu lassen." Dahinter stecke, so
die EA mit antisemitischem Unterton, ein "internationales Netzwerk
unter amerikanisch-zionistischer Führung". |
| |
|
| |
Reiden
AG, 2. Dezember 2011 |
| |
In der Luzerner
Gemeinde Reiden läuft gegen sechs Jugendliche aus verschiedenen
Ländern des ehemaligen Jugoslawien eine Strafuntersuchung, sie
stehen im Verdacht sich sexuell an einem minderjährigen Mädchen
vergangen zu haben. Die "Kameradschaft Innerschweiz" ruft
daraufhin dazu auf, "das Recht in die eigenen Hände"
zu nehmen und "gegen die masslose Einwanderung von kulturfremden
Immigranten" zu kämpfen. Wer sich hinter der "Kameradschaft
Innerschweiz" versteckt, ist nicht bekannt. Bekannt ist, dass
die Kameradschaft vor wenigen Wochen in Luzern Flugblätter gegen
das Ausländer-Stimmrecht auf Gemeindeebene verbreitete. In einer
Selbstdarstellung bezeichnet sich die "Kameradschaft" als
"grösste nationale Jugendorganisation in der Innerschweiz". |
| |
|
| |
Luzern,
21. November 2011 |
| |
In diesen
Tagen streute eine "Kameradschaft Innerschweiz" ein Flugblatt
gegen die kantonale Volksinitative des Vereins Second@s Plus Luzern.
Diese schlägt ein Stimmrecht für AusländerInnen vor,
das die Gemeinden einführen könnten. Das Pamphlet zeigt
zuerst einen Stimmzettel, allerdings in albanischer Sprache, versehen
mit der Frage: "Sollen so bald unsere Stimmzettel aussehen? "
Im Text behauptet die Kameradschaft dann weiter: "Das schleichende
Stimmrecht für alle Ausländer in der Schweiz würde
so weiter ausgebaut." Anschliessend stellt die Kameradschaft
die Frage: "Wollen Sie nicht integrierten Ausländern wirklich
das Stimmrecht geben? Wollen Sie islamische und fremden Weltansichten
in die Gemeinde integrieren?" Über die "Kameradschaft
Innerschweiz" ist bis anhin nur wenig bekannt, ausser dass im
Juni 2008 KI-Mitglieder, erkennbar an einem T-Shirt mit Aufschrift,
in Sempach am Rechtsextremisten-Aufmarsch teilnahmen. In einem weiteren
Flugblatt schreibt die Kameradschaft: "Du kennst die Situation
in unserem Heimatland: Ausländerbanden kriegendie Überhand
und keiner Wehrt sich. Wir als Schweizer sind die Minderheit, und
bekommen es täglich zu spüren. Im Ausgang, in der Schule
oder am Arbeitsplatz, überall werden wir mit Ihnen konfrontiert."
(Orthographie gemäss den Vorschlägen der Kameradschaft Innerschweiz.) |
| |
|
| |
Dortmund/Deutschland,
19. November 2011 |
| |
Der Schweizer
Holocaust-Leugner Bernhard Schaub, Exponent der Europäischen
Aktion EA, tritt vor rund 50 Personen auf. Dies berichtet das rechtsextreme
"Info-Portal Dortmund". Schaub habe "neben der Aufarbeitung
aktueller Themen" einen "Überblick über das Projekt
der 'Europäischen Aktion'" gegeben, das "massgeblich
von ihm mitbetrieben" werde. In einem Veranstaltungsbericht schlägt
der NPD Kreisverband Unna/Hamm Tage später einen Bogen zur nationalsozialistischen
Vergangenheit: "So wie unsere Väter vor Jahrzehnten Seit
an Seit in den Schützengräben des zweiten Weltkrieges kämpften
mit den Freiwilligen aus den anderen Ländern und so wie die letzten
Verteidiger Berlins Franzosen und Skandinavier waren, stehen wir als
ihre Söhne und Töchter heute im geistigen Kampf gegen die
Überflutung unseres Erdteils." |
| |
|
| |
Langenthal
BE, 16. November 2011 |
| |
Die PNOS Oberaargau
teilt mit, dass sie bei den kommenden Wahlen keinen Kandidaten mehr
aufstellen werde. Die Sektion hätte zwar "Interessenten,
welche das Amt ausüben" wollten, doch die Sektion wolle
"nicht unnötig unsere Aktivisten verheizen", indem
diese "dem politischen Narrentanz und den Medien" ausgeliefert
würden. Selbstverständlich behaupet die Partei auch, dass
sie "nicht von der Bildfläche verschwinden" werde,
sondern entschlossen sei, "nächstes Jahr in die Offensive
zu gehen und als Partei Akzente in der Region zu setzen". Wir
bleiben dran. |
| |
|
| |
Grenchen
SO, 11. November 2011 |
| |
Unbekannte
schicken an mehrere Redaktionen eine Botschaft, wonach sie auf dem
Gelände der geplanten Moschee Schweinefleisch vergraben und Schweineblut
mit Giesskannen verteilt hätten. Die Täter schreiben weiter,
es werde sich zeigen, "mit welcher Standhaftigkeit die eh schon
mit Lug und Trug operierenden Anhänger der AIG in ihrem Glauben
verwurzelt sind. Denn wer auf einem entweihten Boden eine Moschee
baut, kann es mit seinem eigenen Glauben nicht wirklich ernst meinen."
Die Albanisch-Islamische Glaubensgemeinschaft (AIG) hatte das Bauland
über zwei Garagisten gekauft, die das Land von einem SVP-Exponenten
erwarben, in dem sie vorgaben, dieses für eine Einstellhalle
zu erwerben. Die Briefschreiber behaupten weiter, sie wollten mit
ihrer Aktion gegen die schleichende Islamisierung der Schweiz protestieren.
Der Stadtpräsident Boris Banga (SP) verurteilt die Aktion als
"entsetzlich und abscheulich". Die Solothurner Kantonspolizei
bestätigt den Sachverhalt, will die Aktion jedoch vorerst nur
als "illegale Entsorgung von Tierabfällen" und nicht
als rassistischen Akt behandeln, auch wenn sie einen politischen Hintergrund
nicht auschliesst. |
| |
|
| |
Zürich,
10. November 2011 |
| |
Zwei Mitglieder
der rechtsextremistischen English Defence League prostestieren auf
dem FIFA-Gebäude gegen einen FIFA-Entscheid, wonach die englische
Fussballmannschaft bei sonntäglichen Freundschaftsspiel gegen
Spanien keine Trauerzeichen für die gefallen Soldaten der beiden
Weltkriege tragen dürfe. Sie halten ein Transparent. |
| |
|
| |
Karlsruhe/Deutschland,
30. Oktober 2011 |
| |
Der Schweizer
Holocaust-Leugner Bernhard Schaub, Mitbegründer der Europäischen
Aktion, referiert vor dem "karlsruher//netzwerk". Schaub
habe, so steht es in einem Vesammlungsbericht, "wer die Übeltäter"
seien und "wie man etwas verändern" könne. |
| |
|
| |
Niederried
BE, 23. Oktober 2011 |
| |
Bei den Nationalratswahlen
erreicht de SD-Kandidat Jonas Schneeberger 3537 Stimmen und damit
den sechsten Platz auf der 13-köpfigen Berner SD-Nationalratsliste.
Während des Wahlkampfs hatte ich in der Sonntags-Zeitung aufgedeckt,
dass Schneeberger im KZ Buchenwald vor Fotos von KZ-Leichen sich beim
Hitlergruss hatte fotografieren lassen. Sein gutes Resultat ist ein
Hinweis darauf, dass SD-WählerInnen auch Neonazis als ihre Vertreter
akzeptieren, auch wenn die SD-Parteileitung Schneeberger sofort nach
der Publikation aus der Partei ausschloss. Die Veröffentlichung
der Foto hat für das ehemalige SD-Parteimitglied auch keine juristische
Folgen. Die Staatsanwaltschaft Erfurt stellt das Verfahren wegen Volksverhetzung
wieder ein, da die Tat bereits verjährt sein könnte. Dies
erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Erfurt, der Nachrichtenagentur
sda auf Anfrage. In der Tat lässt sich das genaue Datum der Aufnahme
nicht eruieren. Klar ist aber, dass Schneebergr noch vor zwei/drei
Jahren in Hamburg einer Neonazi-Gruppe angehörte. |
| |
|
| |
Emmendingen/Deutschland,
Mitte Oktober 2011 |
| |
Für den
Samstag, den 22. Oktober rufen mehrere rechtsextreme Organisationen
zu einer Kundgebung in der süddeutschen Kleinstadt Emmendingen
auf. Motto: "Gegen linken Terror - Nationalen Sozialismus erkämpfen!".
Angekündigt als Redner ist der Basler Philippe Eglin. Der ehemalige
Exponent der Partei National Orientierter Schweizer PNOS wird als
"Aktivist aus der Schweiz" bezeichnet. Auf der LIste der
"Unterstützer" sind neben mehreren deutschen Organisationen
und der "Volkstreuen Jugend Liechtenstein" auch zwei Schweizer
Gruppen aufgeführt, nämlich der "Nationale Widerstand
Schweiz" und die "Autonomen Nationalisten Zürich"
AN. Beide Organisationen waren bis anhin unbekannt. Die AN verfügt
über einen Internet-Auftritt, mit dem Untertitel "Heimat,
Aufruhr, Revolution". Sie seien "Verfechter volksgemeinschaftlichen
Denkens wie Handelns" und würden dafür kämpfen,
dass "Imperalismus, Globalisierung und Kapitalismus überwunden"
werde. Weiter würden sie sich "für eine eidgenössische
Bevölkerungspolitik" einsetzen und "unnatürliche
Lebensformen wie Demokratie und Kommunismus" ablehnen. |
| |
17.10.2011
Die Stadt Emmendingen hat den Neonazi-Aufmarsch verboten |
| |
18.10.2011
Unklar ist noch, ob die Neonazi ein Gericht anrufen werden |
| |
20.10.2011
Die Kundgebung findet nicht statt! |
| |
|
| |
Zürich,
15. Oktober 2011 |
| |
Am Rande der
Kundgebung "Occupy Paradeplatz" verteilen "Mitstreiter"
der rechtsextremen "Europäischen Aktion" EA Flugblätter,
überschrieben "Banken entmachten!" Verklausuliert antisemitisch
behauptet die "EA", dass der "Rothschild-Kapitalismus
uns alle in den Ruin" treibe. Die EA fordert dann unter anderem
"Ami go home - und nimm deinen Dollar gleich mit!". Auf
ihrer Homepage schreibt die EA: Die "Mitstreiter" hätten
sich am Centralplatz getroffen und seien "in mehreren Fünfergruppen"
ausgeschwärmt. Der Text auf dem Flugblatt sei "kurz und
einfach" gewesen. Wenn ein Empfänger "Genaueres wissen"
wolle, könne er sich zuhause die EA-"Heimseite" ansehen.
"Damit vermeidet man unnötige Diskussionen auf der Strasse
über die Einwanderfrage oder sonstige weitere Themen der EA,
die jetzt hier nicht zur Diskussion standen". Die EA erwähnt
auch ein zweites Flugblatt, das einen "europaweiten Zins- und
Schuldenstreik gegenüber den Banken" lancieren möchte. |
| |
|
| |
Kanton
Luzern, 9. Oktober 2011 |
| |
An einem(noch?)
unbekannten Ort im Kanton Luzern trifft sich die Partei National Orientierter
Schweizer PNOS zu ihrem jährlichen Parteitag. Als Redner treten
auf: PNOS-Präsident Dominic Lüthard, Adrian Segessenmann
und Philippe Brennenstuhl. PNOS-Präsident Dominic Lüthard
spricht über die Teilnahme an den Wahlen in den Kantonen Bern
und Waadt. Gemäss dem Veranstaltungsbericht erklärt er,
"dass gerade im Kanton Bern mehrere kleine Parteien um die Gunst
konservativ-nationaler Wähler buhlten, unter anderem das Alpenparlament
oder die Schweizer Demokraten." Eine Listenverbindung sei nicht
möglich gewesen und "an der Passivität der anderen
Parteien" gescheitert. Aus ausländischer Gastredner tritt
dieses Jahr Axel Reitz auf, ein bekannter deutscher Neonazi. Medien
nennen ihn gelegentlich "Hitler von Köln". Er kandidierte
aber auch schon als Parteiloser erfolglos auf einer NPD-Liste für
den Bundestag. |
| |
Nachtrag
vom 2.12.2011:
Die Antifa Bern meldet in einer Medienmitteilung: "Die PNOS hält
sich bezüglich ihrer Veranstaltungsorte gerne bedeckt. Mit gutem
Grund: Sie will ihren Gastgebern schlechte Presse und sich selbst
Gegenproteste ersparen. Zumindest im Fall des Parteitages vom Oktober
2011 ist diese Geheimhaltungsstrategie gründlich misslungen.".
Die Antifa Bern schreibt dann weiter, dass der PNOS-Parteitag im «Chalet
Pilatus» in Neuenkirch LU, betrieben von Peter Vogel, stattgefunden
habe. Bereits im Jahre 2006 habe dort auch eine Veranstaltung der
Hammerskins stattgefunden. |
| |
Siehe
auch:
Nach vielen vielen Wochen regt sich auch die NLZ |
| |
|
| |
Niederried
bei Interlaken BE, 2. Oktober 2011 |
| |
Die SonntagsZeitung
veröfentlicht einen Artikel, den ich zusammen mit dem SonntagsZeitung
Redaktor Reza Rafi erarbeite habe: Jonas Schneeberger, Nationalratskandidat
der Schweizer Demokraten SD des Kantons Bern, besuchte vor einiger
Zeit (genauer Zeitpunkt unbekannt) die Gedenkstätte des Konzentrationslager
Buchenwald und posierte dort - zusammen mit einem Gesinnungskameraden
- vor einem Bild von vielen KZ-Opfern mit Hitlergruss. |
| |
Nationalratskandidat
zeigt Hitlergruss im KZ Buchenwald |
| |
|
| |
Aefligen
BE, 22. September 2011 |
| |
Bereits im
Frühling 2011 stellte die PNOS das Erscheinen ihrer Zeitschrift
"Zeitgeist" ein, mit der Ankündigung bald werde ein
Nachfolgeprojekt namens "Harus" erscheinen. Nun ist die
erste Nummer erschienen. Als Redaktor amtet Adrian Segessenmann, seit
Jahren Präsident der Avalon Gemeinschaft und Inhaber des Buchversandes
Neue Zeitwende. Die neue Zeitschrift soll vierteljährlich erscheinen.
Die erste Nummer enthält Beiträge von Adrian Segessenmann,
PNOS-Präsident Dominic Lüthard und Denise Friedrich, ebenso
von einem "Ernst Dätwyler", möglicherweise ein
Pseudonym. |
| |
|
| |
Luzern,
18. September 2011 |
| |
Die Neue Luzerner
Zeitung NLZ berichtet von einer Rentnerin, die Roma aus der Ostslowakei
Unterkunft gewährt. Die Redaktion kündigt den Text auf der
Frontseite wie auch im Internet an, überschrieben "Roma
haben sich in Malters eingenistet". Im Text behauptet der Redaktor
Thomas Heer auch: "Einen Ordnungssinn, wie er hierzulande seit
Generationen gepflegt wird, kennen die Roma nicht." |
| |
Rassismus
nistet in Köpfen von NLZ-Redaktoren |
| |
|
| |
Diessenhofen
SG, Einsiedeln SZ, Morgarten SZ, 10. September 2011 |
| |
Die
Kantonspolizei Schwyz schreibt, sie habe das rechtsextreme Treffen
unterbunden, doch die Rechtsextremen tagten einfach ein paar Kilometer
entfernt.
Die Europäische Aktion EA des Schweizer
Holocaust-Leugners Bernhard Schaub hatte bereits vor Wochen zum "Europa-Fest"
geladen. Der Treffpunkt war im Rheintal, doch da sind auch GegendemonstrantInnen
und PolizistInnen in Kampfmontur. Unter den wachsamen Augen der St.
Galler Kantonspolizei gelingt es einigen Naziskins dennoch, auf einen
Politiker der Österreichischen Grünen einzuschlagen. Doch
die politische Post geht später anderswo ab: Die EA hat in Einsiedeln
einen Versammlungssaal mieten können. Als der Vermieter von den
rechtsextremen Absichten erfährt, zieht er den Vertrag zurück.
Trotz der Anwesenheit von Schwyzer Kantonspolizisten dringen die EA-Leute
in den Saal und halten ihre Versammlung ab, bis KantonspolizistInnen
den Tagungsort umstellen. Sie hätten das "Treffen der rechtsextremen
Szene" unterbunden, berichtet später die Kantonspolizei
Schwyz in einer Medienmitteilung.
Die Darstellung ist unvollständig. Die Rechtsextremen
versammeln sich kurze Zeit später ein paar Kilometer entfernt
beim Schlachtdenkmal Morgarten im Kanton Zug. Dort hält Bernhard
Schaub auch seine angekündigte programmatische Rede. Es ist
ein Aufruf zur rechtsextremen Revolution in Europa. "Punktgenau"
will der Antisemit den "Feind" orten können: "Die
kleine messianische Chabad-Sekte in Newyork (sic!) und ihren Chef,
den sogenannten Rabbi von Lubawitsch" - an dessen "Fäden"
würden "weltweit die einflussreichen Politiker" hängen
und auch die Medien. Schaub endet mit Möglichkeiten des "politischen
Widerstandes", von "Dienst nach Vorschrift" bis zum
"Auslösen von Meutereien bei Polizei- und Truppenverbänden".
Der Auftritt in Einsiedeln und bei Morgarten ist erst der Anfang,
denn der "Aufbau der Europäischen Aktion" sei, so
Schaub, auch eine "Vorbereitung der Machtübernahme".
Dann kann man nur noch hoffen, dass auch aus dieser Neugründung
Schaubs wenig wird.
|
| |
-
"Kommt in volkstreuen Kleidern" |
| |
-
"Unbeirrbar für ein reinrassig weisses Europa |
| |
-
Flugblätter der Europäischen Aktion in Liechtenstein |
| |
|
| |
Graz/Österreich,
8. September 2011 |
| |
Österreichische
Medien berichten: Alexander Segert, Verantwortlicher für viele
SVP-Kampagnen, muss am 14. Oktober 2011 in Granz vor dem Richter erscheinen,
zusammen mit einem FPÖ-Exponenten. Die Staatsanwaltschaft wirft
ihnen Volksverhetzung vor. Die beiden sind verantwortlich für
die Produktion und Aufschaltung eines PC-Games, in dem es dafür
Punkte gab, Moscheen und Minarette sowie Muezzins wegzuklicken. Neben
der Bestrafung der beiden Angeklagten beantragt die Staatsanwaltschaft
auch die Verhängung einer Verbandsgeldbusse für die FPÖ
Steiermark und die Werbeagentur beantragt. |
| |
Nachtrag,
14. Oktober 2011 |
| |
Das Straflandesgericht
Graz spricht Segert und den FPÖ-Exponenten frei. Das Gericht
sieht die Schwelle der "Verhetzung" nicht erreicht. Es verneint
auch den Vorsatz. Der Staatsanwalt meldet Nichtigkeit und Berufung
an. |
| |
|
| |
Orbe
VD, 29. August 2011 |
| |
Kurz vor
Einschreibeschluss hat auch der Waadtländer Holocaust-Leugner
Philippe Brennenstuhl seine Beteiligung an den Nationalratswahlen
bekannt gegeben. Dies meldet er auf seiner Homepage, versehen mit
dem Vermerk, ein «Notstandsprogramm» (programme durgence)
folge nächstens. Brennstuhl kandidiert für die Parti Nationaliste
Suisse (PNS), der welschen Sektion der Partei National Orientierter
Schweizer PNOS. Der 55-jährige Brennenstuhl, vorbestraft wegen
Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm, trat in den vergangenen
Jahren als Redner bei rechtsextremen Rütlifeiern auf und hielt
dort antisemitische und freimaurerfeindliche Ansprachen. Bereits vor
längerer Zeit hatte die PNOS im Kanton Bern ihre Kandidatin (PNOS-Vizepräsidentin
Denise Friedrich) und ihre fünf Kandidaten vorgestellt, darunter
der PNOS-Präsident Dominic Lüthard. Die Wahlchancen aller
PNOS-Kandidaten tendieren erfreulicherweise gegen Null. |
| |
|
| |
St.
Gallen/Ostschweiz, 25. August 2011 |
| |
Am Samstag,
10. September wollen sich in Ostschweiz - vielleicht aber auch in
Vorarlberg - RechtsextremistInnen und Holocaust-LeugnerInnen aus mindestens
neun Ländern treffen. Ihr Ziel ist der Aufbau einer europaweiten
Rechtsextremistenbewegung. Initiant ist der Schweizer Holocaust-Leugner
Bernhard Schaub. |
| |
-
"Kommt in volkstreuen Kleidern" |
| |
-
"Unbeirrbar für ein reinrassig weisses Europa |
| |
-
Flugblätter der Europäischen Aktion in Liechtenstein |
| |
|
| |
|
| |
Willisau
LU, 1. August 2011 |
| |
Michael Vonäsch,
Präsident der PNOS-Sektion Willisau, erklärt seinen Rücktritt
und gleichzeitig auch seinen Parteiaustritt. Er begründet diesen
Entscheid einerseits mit beruflicher Belastung, aber auch mit der
"Tatsache, dass praktisch alles an mir hängen bleibt".
Er bedankt sich denn auch "bei den wenigen Personen", welche
die Partei "in den letzten fünf Jahren immer tatkräftig
unterstützt" hätten. Vonäsch geht davon aus, dass
die Sektion "in den nächsten Monaten geschlossen" bleibe,
sofern sich kein neuer Vorsitzender finden lasse. Eine erfreuliche
Nachricht also. Beachtenswert die Bemerkung Vonäschs, wonach
"wir im Kanton Luzern eine starke, nationale Kantonalpartei gründen
könnten". Aber leider würden "alle ihr eigenes
Süppchen" kochen. Er denke da an "die Schweizer Demokraten
und einige Exponenten der Jungen SVP", zusammen würden sie
"stark" sein. An welche JSVP-Exponenten der PNOSler wohl
gedacht hat? Auf der Site "Info8", betrieben vom famosen
JSVPler Anian Liebrand, werden wir wohl kaum eine Antwort finden,
seit Monaten befindet sich allerdings dort "exklusiv" eine
wohlwollende Beschreibung der PNOS-10Jahr-Jubiläumsfeier, nur
über den Auftritt des Sängers und NPD-Exponenten Frank Rennicke
wollte die Info8-Site damals nicht berichten. Siehe
hier: |
| |
|
| |
Schweiz,
Ende Juli 2011 |
| |
Das Attentat
des Massenmörders Anders B. Breivik treibt auch Schweizer Rechtsextremisten
zur Offenbarung ihrer Verschwörungsphantasien. Schon wenige Tage
nach der Tat behauptet der Holocaust-Leugner Bernhard Schaub, der
Massenmord sei eine "durchsichtige Geheimdienstaktion".
Diese solle sich, so Schaub, gegen die "entstehende europäische
Widerstandsbewegung gegen Globalisierung und Nivellierung" richten.
Damit meint Schaub rechtsextreme Aktivitäten, insbesondere auch
die "Europäische Aktion", deren Anführer er seit
ihrer Gründung im Herbst 2010 ist. Die Organisation verfügt
zurzeit über "Anlaufstellen" in Deutschland, Österreich
und der Schweiz. Der Holocaust-Leugner endet seine Schrift mit der
Aufforderung, den Text "grossflächig" zu verbreiten,
"besonders auf Norwegisch!". Tage später veröffentlicht
die Partei National Orientierter Schweizer PNOS eine Stellungsnahme,
worin die Partei schreibt: Bei solchen Attentaten handle es sich "entweder
um irgendwelche Pseudo-Extremisten oder um vom Geheimdienst rekrutierte
Erfüllungsgehilfen." Meistens handle es sich "um Letzteres".
|
| |
|
| |
Langenthal
BE, 14. Juli 2011 |
| |
Dominic Lüthard,
Präsident der Partei National Orientierter Schweizer PNOS, muss
eine Busse von 200 Franken bezahlen, weil er bei einer Kundgebung
gegen den Bau eines geplanten Minaretts eine polizeiliche Auflage
nicht durchgesetzt hat. Auch wird gegen Lüthard nun auch wegen
des Verdachts auf üble Nachrede und Rassendiskriminierung ermittelt.
Lüthard den Langenthaler Muslimen vorgeworfen, illegal ein Minarett
bauen zu wollen und bei der Kundgebung mit einem Besen fünf Minarette
aus Pappe von einer Schweizerfahne gewischt zu haben. Gemäss
dem Entscheid des Berner Obergerichtes muss die Staatsanwaltschaft
auch ein Verfahren gegen Willi Frommenwiler eröffnen. Der Präsdient
der Autopartei hatte im Internet von einem illegalen Minarettbau geschrieben. |
| |
|
| |
Sempach
LU, 9. Juli 2011 |
| |
Gemäss
Veranstalterangaben marschieren rund 120 Personen, grossmehrheitlich
Männer, zum Schlachtgelände. An der bewilligten Kundgebung
treten neben PNOS-Präsident Dominic Lüthard mehrere Redner
auf. Die Anwesenden halten eine "Gedenkminute für die gefallenen
Helden", sie singen die alte Schweizerhymne und unterzeichnen
eine Petition, um anderen Gruppen wie Juso oder Antifa die zusätzlichen
Kosten für die Sicherheit zu übertragen. |
| |
|
| |
Zürich,
6. Juli 2011 |
| |
Patrik Ettinger
und Kurt Imhof vom Forschungsbereich Öffentichkeit und Gesellschaft
(fög) der Universität Zürich veröffentlichen die
Ergebnisse einer Nationalfonds-Studie zur Wahrnehmung der Muslime
in der Schweiz. Die Studie zeige, so die beiden Verfasser, "anhand
der öffentlichen Kommunikation auf, wie die Muslime in der Schweiz,
die bis zum Ende des Kalten Krieges kein Thema politischer Auseinandersetzungen
bildeten, im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts als Minderheit
'geschaffen' und problematisiert wurden." Die Muslimfeindschaft
geschürt hat vor allem die SVP. Sie betonnte in Inseraten und
Plakaten neben der ethnischen immer mehr die religiöse Herkunft
muslimischer Migranten. |
| |
Studie
"Ethnisierung des Politischen und Problematisierung religiöser
Differenz" |
| |
|
| |
Region
Neuenburg, 24. und 25. Juni 2011 |
| |
An einem unbekanten
Ort treffen sich mehrere Dutzend Rechtsextremisten zu einer Sommerwendefeier,
eingeladen von der Neuenburger Gruppe Union Nationaliste &
Identitaire Romandie und der französischen Artam Brotherhood.
Fotos der Feier dokumentieren - abgesehen von zwei Frauen - junge
Männer, die gemeinsam den Hitlergruss zeigen. Einige tragen Shirts,
die auf die Zugehörigkeit zur Artam Brotherhood oder zu Blood
and Honour schliessen lassen. |
| |
|
| |
Genf,
18. Juni 2011 |
| |
Die Gruppe
"Genève Non Conforme" verbreitet auf ihrer Homepage
eine Einladung zu einer Party am Nationalfeiertag (1. August). Die
Einladung zeigt einen Juden, kenntlich gemacht durch Kipa und Seitenkopf-Locken.
Er liegt tot am Boden, den Kopf durchbohrt von einem Armbrustpfeil
und die Brust bedeckt mit einer Israel-Fahne. Das Bild ist versehen
mit der Überschrift "Rette die Schweiz ... ... ziele richtig!"
(Sauve la Suisse ... ... vise juste!"). Nach kritischen Medienberichten
bearbeitet die Gruppe den Aufruf, in dem sie Kipa und Seitenkopf-Locken
entfernt, auch behauptet sie, die Figur repräsentiere den "israelischen
Extremismus (Zionismus) und die Politik Israels, die regelmässige
Verbrechen gegen die Palästinenser begehe und gegen jene, die
sie unterstützen würden (beispielsweise: die 1. Flotte").
[( le personnage ci-dessus représente l'extrémisme israelien
( le sionisme ) et la politique d'Israel qui commet régulièrement
des crimes contre les palestiniens et contre ceux qui les aident (
ex: la 1ère flotille ).] Die beiden Organisationen Licra und
Cicad kündigen an, dass sie Strafanzeige wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm einzureichen gedenken. |
| |
|
| |
Bellinzona
TI, 14. Juni 2011 |
| |
Das Bundesstrafgericht
erachtet die Telefon- und E-Mail-Überwachung des "Rütlibombers"
und seiner Eltern als gerechtfertigt. Der Mann, der bei seinen Eltern
wohnt, wird beschuldigt, am 1. August 2007, unmittelbar nach Ende
der offiziellen Bundesfeier, auf dem Rütli eine Petarde zur Explosion
gebracht zu haben. Auch wird ihm vorgeworfen, Anfang September 2007
Anschläge auf drei Briefkästen verübt zu haben. Das
heute veröffentlichte Urteil des Bundesstrafgerichtes enthält
einen neuen Hinweis zum 38jährigen Tatverdächtigen, japanischer
Herkunft, aufgewachsen in Kanada. Das Gericht schreibt, der Verdächtige
"bestätigte seinen Hang zur Gewalt, sein Interesse an Tätigkeiten
des Nationalsozialismus bzw. analoger politischer Strömungen
sowie seine grosse Freude an Waffen und Sprengkörpern".
Bis anhin gibt es aber auch keine Hinweise dafür, dass der Mann
in der Schweizer Rechtsextremen-Szene verkehrte. |
| |
|
| |
Heilbronn,
11. Juni 2011 |
| |
An der Gründungsfeier
der Kameradschaft Aktionsgruppe Heilbronn tritt auch der Basler Philippe
Eglin als Redner auf. Gemäss einem Veranstaltungsbericht habe
er "die Wichtigkeit einer Zusammenarbeit von nationalen Gruppen"
betont. (Was immer dies auch bedeuten mag!) |
| |
|
| |
Luzern,
Anfang Juni 2011 |
| |
Die Band "Dissens"
veröffentlicht die CD "Weltenbrand", es ist der dritte
Tonträger, wenn man eine 2001 erschienen Demo CD auch dazu zählt.
Unklar ist, ob sich die Besetzung verändert hat oder nicht. Die
Band war es in den vergangenen Jahren kaum noch aufgetreten. |
| |
|
| |
Dübendorf
ZH und Graz, 25. Mai 2011 |
| |
Die Staatsanwaltschaft
Graz erhebt Anklage wegen Verhetzung gegen Alexander Segert und den
FPÖ-Chef in der Steiermark Gerhard Kurzmann. Sie beantragt auch
eine Geldbusse für die FPÖ Steiermark und Segerts Werbeagentur.
Die beiden Männer müssen die Verbreitung des Online-Spieles
"Moschee-Baba" verantworten, in dem es darum ging, Moscheen
und Minarette wegzukicken. Ein ähnliches Spiel hatte Segert bereits
für die Minarettverbot-Initiative gestaltet. |
| |
|
| |
Lyon
und Genf, 14. Mai 2011 |
| |
An einer Kundgebung
des Blocs Identitaires spricht auch der Genfer Jean-David Cattin,
als Sprecher des franzöischen Netzwerkes "Une autre jeunesse".
Nciht einmal 500 Personen, mehrheitlich junge Männer, stehen
im Regen. Es seien zwar nicht Millionen anwesend, aber sie würden
Millionen von Europäern und Franzosen repräsentieren, sagt
er. Er spricht dann von "Griechenland, das erwacht sei"
und meint damit offensichtlich die Angriffe von Rechtsextremen auf
MigrantInnen in Athen. Er malt das Schreckgespenst, der Kirchtürme,
die verschwinden würden, wenn man nicht wachsam sei. |
| |
|
| |
Langenthal,
12. Mai 2011 |
| |
Die Staatsanwaltschaft
Region Emmental-Oberaargau erledigt mit einer Nichtanhandnahme-Verfügung
eine Strafanzeigen gegen Vertreter der Partei National Orientierter
Schweizer PNOS, nach diese im Oktober 2010 eine Kundgebung gegen ein
geplantes Minarett durchgeführt und dabei mit einem Besen "Papierminarette"
von einer Schweizerkarte gefegt hatten. Hingegen muss die Partei eine
Busse von 200 Franken bezahlen, da sie nicht alle Demo-Aufflagen vollständig
erfüllt hatte. |
| |
|
| |
Kreuzlingen
TG, 9. Mai 2011 |
| |
Das Bezirksgericht
Kreuzlingen begründet das Urteil in jener Klage, die JSVP-Präsident
Benjamin Kasper gegen die Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
GRA angestrengt hatte und die das Gericht bereits Mitte März
abgewiesen hatte. Kasper wollte ganz offensichtlich eine kritische
Stimme zum Schweigen bringen. Anlass für die Klage war ein Eintrag,
den ich für die Chronologie "Rassismus in der Schweiz"
verfasste, nachdem die JSVP Anfang November 2009 in Frauenfeld für
die Annahme der Minarettverbotsinitative zur Demonstration aufgerufen
hatte. Ich schrieb: "Nur rund 20 Personen beteiligen sich an
einer Junge SVP-Kundgebung für ein Minarettverbot. Gemäss
dem Veranstaltungsbericht betont Benjamin Kasper, Präsident der
JSVP Thurgau, dass es an der Zeit sei, der Ausbreitung des Islams
Einhalt zu gebieten. Und weiter fügt er an: Die Schweizer Leitkultur,
welcher das Christentum zugrunde liege, dürfe sich nicht von
anderen Kulturen verdrängen lassen. Ein symbolisches Zeichen
wie das Minarettverbot sei daher ein Ausdruck für den Erhalt
der eigenen Identität. Auch SVP-Kantonsrat Hermann Lei spricht
zu den wenigen Anwesenden; nichtsdestotrotz schreibt die Jungpartei
von "einem vollen Erfolg". Kasper klagte später auf
Persönlichkeitsverletzung und wollte meinen Kurztext sogar für
seine Stellenlosigkeit verantwortlich machen. (Er verlangt denn auch
über 30'000 Franken Schadenersatz.) Das Bezirksgericht erkannte
nun, dass "die Berichterstattug über den Kläger gerade
in Zusammenhang mit der Minarett-Initiative durch ein überwiegendes
öffentliches Interesse gerechtfertigt" sei. Auch sei die
Wertung ("verbaler Rassismus") "angesichts der konkreten
Umstände gerechtfertigt und damit nicht widerrechtlich". |
| |
Nachtrag
9. Juni 2011: Kasper zieht das Urteil an das Obergericht weiter. |
| |
|
| |
Heilbronn/Basel,
1. Mai 2011 |
| |
"Der
Schweizer Philipp Eglin, Vertreter der PNOS" sei als Erster zu
Wort gekommen, schreiben die Veranstalter der rechtsextremen 1.Mai-Demonstration
in Heilbronn. Was er von sich gegeben hat, lassen sie unerwähnt.
Gemäss Angaben der Veranstalter haben rund 800 Personen an der
Kundgebung teilgenommen. Eine ziemlich magere Beteiligung, wurde doch
in einer mehrmonatigen Kampagne mobilisiert, nicht nur in Deutschland,
auch "europäische Bündnispartner aus Tschechien, Ungarn,
Schweiz, Österreich und Griechenland" beteiligten sich daran. |
| |
|
| |
Frauenfeld
TG, 27. April 2011 |
| |
Das Obergericht
bestätigt die Verurteilung von Willy Schmidhauser, Präsident
der Schweizer Demokraten SD des Kantons Thurgau wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm. Schmidhauser hatte im Juli 2007 im
SD-Parteiblatt einen Text veröffentlicht mit dem Titel "Darum
dürfen wir Moslems gar nie einbürgern ..." Das Obergericht
erkennt in Schmidhauser Schrift eine "unheilvolle Mischung aus
verblendeter Rechtshaberei, eingebildetem Wissen und borniertem Nationalismus".
Das Strafmass erachtet das Strafmass der erstinstanzlichen Verurteilung
(60 Tagessätze à 90 Franken, Busse von 1170 Franken, bedingt
auf drei Jahre) als zu milde, kann aber mangels Berufung der Staatsanwaltschaft
keine Verschärfung aussprechen. Schmidhauser wird von einigen
Parteifreunden begleitet, nach dem Plädoyer seines Verteidigers
holt Schmidhauser zu einem Vortrag aus, bis ihn der Gerichtspräsident
unterbricht. |
| |
|
| |
Langenthal
B E, 22. April 2011 |
| |
Die PNOS verlangt
in einer Pressemitteilung den Rücktritt des SP-Nationalrates
Ricardo Lumengo und "die anschliessende Ausschaffung in sein
Heimatland Angola". Sie veröffentlicht auch einen "Aufruf
zur Amtsniederlegung", den sie an den Parlamentarier zu senden
gedenkt. Dieser beginnt mit der Anrede "Geehrter Fremder in der
Schweizer Heimat" und ist unterzeichnet von Dominic Lüthard,
der diesmal als "Rückreisebeauftragter der PNOS" zeichnet.
|
| |
|
| |
Genf,
16. April 2011 |
| |
Mitglieder
der Gruppe "Genève Non Conforme" besetzen ein Haus
in der Rue de Chênes-bougeries. Es ist in der Schweiz die erste
Hausbesetzung durch Rechtsextremisten. Diese folgen damit dem italienischen
Vorbild "Casapound". Sie wollen eine Bar, einen Konzertsaal
und Räume für verschiedene Organisationen einrichten. |
| |
|
| |
Wohlen
AG und Zürich, 15. April 2011 |
| |
Die Boulevardzeitung
"Blick" bedient wieder einmal die Aversionen von Nationalisten
und Rassisten. Sie veröffentlicht einen Text über einen
Nachbarschaftsstreit unter dem Titel "Wir werden terrorisiert,
weil wir Schweizer sind". Umgehend erscheinen im Internet-Forum
viele nationalistische und diffamierende Zuschriften, bis hin zur
Aufforderung zur Gewalt: "Zu verdanken haben wir dieses Theater
ja nur den linken weil die holen ja all die Typen aus dem Ausland
in die Schweiz.Die Schweizer sollten sich jetzt auch zusammen tun
weil es sind genug Waffen da um sich zu verteidigen." Einige
Zuschriften kritisieren die Zeitung und die hässigen Zuschriften.
Am folgenden Tag veröffentlicht das Boulevardblatt in der Print-Aussage
ausschliesslich Leserzuschriften, die die ausländerfeindliche
Stossrichtung des Textes unterstützen. |
| |
|
| |
Langenthal,
15. April 2011 |
| |
Eine unbekannte
Anzahl von Personen besucht die Generalversammlung der PNOS Schweiz.
Die Partei beschliesst die Teilnahme an den Nationalratswahlen im
Kanton Bern und verabschiedet ein überarbeitetes Parteiprogramm.
In einem Vorwort behauptet Parteipräsident Dominique Lüthard,
die Schweiz sei kein "von Anfang an biologisch gewachsenes Volk".
Die Partei lehnt grundsätzlich die Menschenrechte ab, da sie
"universalistisch" seien, die "Existenz von Völkern
und Kulturen" negieren würden und "Ausdruck eines widernatürlichen
Menschheitsbegriffes" seien. Die PNOS will weiterhin diskriminierende
Bestimmungen einführen, so ein generelles Importverbot für
Schächtfleisch oder die grundsätzliche Unmöglichkeit
der Einbürgerung für "kulturfremde Ausländer"
(Bürgerrecht "nur in Ausnahmesituationen"). Sie fordert
die Abschaffung der Rassismus-Strafnorm und die Kündigung des
UNO-Übereinkommens zur Beseitigung der Rassendiskriminierung.
Die Partei verlangt weiter auch die Wiedereinführung der Todesstrafe. |
| |
|
| |
Genf,
14. April 2011 |
| |
Mitglieder
der Gruppe "Genève Non Conforme" kleben an der Universität
Flugblätter gegen den Krieg in Libyen und in der Elfenbeinküste.
Das Flugblatt behauptet, der Westen, "unter US-zionistischem
Einfluss" (sous l'emprise americano-zioniste) nehme sich Afrika
vor. Es endet mit den Sätzen: "Jede Revolution in einer
Nation muss von den eigenen Leuten geführt werden. USIsrael hat
sich nicht einzumischen weder in Afrika noch anderswo in der Welt.
AFRIKA-EUROPA: DER GLEICHE KAMPF. USISRAEL GO HOME" (Toute révolution
dans une nation dort être menée par ses fils. L'USIsraël
n'a pas à mettre ses pieds en Afrique et ailleurs dans le monde.
AFRIQUE-EUROPE: MÊME COMBAT! USISRAËL GO HOME). |
| |
|
| |
Lausanne/Paris,
5. April 2011 |
| |
Bereits morgen
um halb neun steht Mariette Paschoud, Mitherausgeberin des Waadtländer
Rechtsaussenblattes "Le pamphlet", vor einem Gefängnistor
in Paris. Zusammen mit Gesinnungskameraden aus Frankreich, Belgien
und Deutschland begrüsst sie den französischen Rechtsextremisten
Vincent Reynouard in der Freiheit. Reynouard hat eine einjährige
Strafe wegen Leugnung des Holocausts verbüssen müssen, ist
aber nach rund 8 Monaten vorzeitig entlassen worden Paschouds Reise
nach Paris öffentlich macht Reynouard's Unterstützungskomitees,
erreichbar über eine Postfachadresse in Montreux. Selber publik
machte Paschoud einen früheren Ausflug in die französische
Hauptstadt. Vor rund 25 Jahren beehrte sie die Medien-Präsentation
der Dissertation eines älteren Herrn namens Henri Roques. Sie
schrieb anschliessend von einem "bemerkenswerten Beitrag zu Wahrheitsfindung".
In Tat und Wahrheit leugnete Roques den planmässigen Massenmord
an den europäischen Juden. Es war Paschouds erster öffentlicher
Auftritt als Holocaust-Leugnerin. Das Ergebnis war folgerichtig: Roques
verlor seinen Doktortitel, Paschoud ihre Stelle als Gymnasiallehrerin.
Sie wurde aber weiterhin in der kantonalen Verwaltung beschäftigt.
Bei ihrer Pensionierung vor drei Jahren hatte die "braune Mariette"
angekündigt, sie müsse ja nun nicht mehr den Verlust der
Arbeitstelle fürchten und sie werde sich nun mehr für "Revisionisten"
einsetzen. So wie nun wieder n Paris. |
| |
|
| |
Winterthur
ZH, 24. März 2011 |
| |
Die Wochenzeitung
WOZ veröffentlicht meinen Kurztext:
SD-Kandidat als Neonazi. Seit
Jahren sagen Schweizer Demokraten SD, sie würden sich "nicht
für Neonazis und dergleichen" interessieren. "Entsprechende
Aktivitäten" hätten, so schreibt der Zürcher SD-Gemeinderat
und Wahlkampfleiter Patrick Blöchlinger auf Anfrage, "bei
den SD nichts zu suchen und würden wir auch nicht dulden".
Doch in Winterthur nehmen sie offenbar nicht so genau: Auf der Kantonsratsliste
der Winterthurer SD belegt der 30jährige glatzköpfige Sachbearbeiter
Manuel Walker die ersten beiden Listenplätze. Noch Ende August
2009 sass Walker in Liestal vor dem Strafgericht, zusammen mit sechs
weiteren Rechtsextremen. Sie waren zwischen Frühling 2005 und
Anfang 2007 an Übergriffen und Angriffen beteiligt, zum Teil
auf AusländerInnen, im Baselbiet, Fricktal und der Region Solothurn.
Während der Verhandlung wurde auch bekannt, dass Walker bereits
Ende Februar 2008 vom Landgericht Lörrach wegen der Verwendung
verbotener (das heisst nationalsozialistischer) Zeichen eine Strafe
von 30 Tagessätzen aufgebrummt erhalten hatte. Walker bewegte
sich nachweislich viele Jahre lang in der Schweizer Naziskin-Szene,
vor allem in der Region Grenchen. Ein Foto, das der Wochenzeitung
WOZ vorliegt und wohl im Sommer 2005 aufgenommen wurde, zeigt Walker
als Skinhead im Wald, die Hand zum Hitlergruss erhoben. Zusammen mit
einem Kameraden veranstaltete Walker Ende November 2006 ein Naziskin-Konzert.
Es war zuerst im Raum Grenchen/Mittelland geplant, wurde jedoch wegen
Medienberichten ins Toggenburg verlegt. Vor dem Baselbieter Strafgericht
erklärte Walker noch, dass er nun bei PNOS aktiv. Auf WOZ-Anfragen
reagierten die Winterthurer SD-Verantwortlichen bis Redaktionsschluss
nicht. |
| |
Nachtrag
vom 3. April 2011 - Die Zürcher Kantonsratswahlen enden
für die Schweizer Demokraten im Desaster. Gerade einmal 1231
Wählende warfen eine SD-Liste in die Urne, die Partei erreichte
nur noch 0.41 Prozent WählerInnen-Anteil und damit auch keinen
Sitz. Manuel Walker war auf der Liste Winterthur-Stadt, auf der er
wie alle anderen doppelt aufgeführt war, noch der Beste und erreichte
insgesamt 472 Stimmen. Fazit: Ciao, ciao SD! Endlich! Damit hat aber
auch im Kanton Zürich die SVP alle anderen nationalistisch-konservativen
Parteien aus der Politarena verdrängt bzw. aufgesogen. |
| |
|
| |
Frauenfeld
TG, 14. März 2011 |
| |
Vor dem Obergericht
steht Willy Schmidhauser, Präsident den Schweizer Demokraten
Thurgau, angeklagt der Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm,
nachdem er im Juli 2007 in
der Parteizeitung gefordert hatte, keine Muslime mehr einzubürgern,
sonst würden Mord und Terror den Alltag dominieren. Das Bezirksgericht
Steckborn hatte Schmidhauser zu einer Busse zund zu einer bedingten
Geldstrafe (60 Tagessätze à 90 Franken) verurteilt. Bereits
im Vorfeld der obergerichtlichen Verhandlung hatte der SD-Präsident
sich in einer "Stellungsnahme" die Rassismus-Strafnorm als
"unglaubliche Entgleisung und Zumutung unserer Rechtsstaatlichkeit"
kritisiert. Schmidhauser Verteidiger verlangt einen Freispruch. Als
Schmidhauser bei seinem Schlusswort zu einer längeren Rede über
den Islam ansetzen will, unterbricht ihn der Gerichtspräsident.
Das Urteil wird später schriftlich mitgeteilt. |
| |
|
| |
Rütli
UR, 6. März 2011 |
| |
Die PNOS veröffentlicht
auf ihrer Homepage ein Schreiben, das Philippe Brennenstuhl an die
Rütli-Kommission der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft
SGG gesandt hat. Brennenstuhl schreibt "im Namen der Partei PNOS,
der Patrioten und Nationalisten, die von der offiziellen Bundesfeier
am 1. August auf dem Rütli ausgeschlossen sind". Er verlangt
die Aufhebung des Ticket-Systems und eine Nachfeier für die Rechtsextremen.
Tage später erklärt die SGG-Präsidentin Annemarie Huber-Hotz,
dass es keine "vor- oder nachgelagerte Veranstaltungen"
am 1. August auf dem Rütli geben werde. |
| |
|
| |
Burgdorf
BE, 6. März 2011 |
| |
Die PNOS-Sektion
Emmental kündigt an, dass Adrian Segessenmann neu im Vorstand
vertreten sei und zwar als "stellvertretender Vorsitzender".
Segessenmann gehört seit vielen Jahren zu den rührigsten
Exponenten der Deutschschweizer Rechtsextremisten. |
| |
Der
umtriebige Kleiderhändler |
| |
|
| |
Luzern,
6. März 2011 |
| |
Die rechtsextreme
Gruppierung "Waldstätterbund" veranstaltet ein "Kultur-
und Erlebniswochenende", unter anderem mit Besuchen patriotischer
Stätten wie dem Telldenkmal, dem Rütli und den Luzerner
Löwendenkmal. Beim Besuch der Luzerner Museggmauer werden sechs
Waldstätterbund-Leute (fünf Männer, eine Frau) von
einer Gruppe von Linksautonomen angegriffen und mit Pfeffersprays
eingesprüht. |
| |
|
| |
Kanton
Zürich, Anfang März 2010 |
| |
Die Schweizer
Demokraten verbreiten für die Kantonsratswahlen ein Flugblatt,
überschrieben "So nicht". Es zeigt eine junge Frau,
verschleiert und damit als Muslimin dargestellt. Die Partei bezeichnet
sich als "national, umweltbewusst, sozial". Sie fordert
dazu auf, die Faust nicht mehr im Sack zu machen, sondern "Islamisierung
und Drittweltisierung" zu stoppen, wie auch ein "schweizerisch
geprägtes, weisses Zürich" zu erhalten. Das Flugblatt
enthält auch ein Buchstabenrätsel mit der Frage "Es
ist auch für sie besser, auf ihrem Kontinent zu bleiben",
als richtige Antwort gilt dabei das diffamierende Wort "Neger". |
| |
|
| |
Lausanne,
Ende Februar 2011 |
| |
Den Sturz
der Diktaturen in Ägypten und Tunesien begrüssen fast alle:
Ausser jenen, denen jede politische oder soziale Veränderung
ein Graus ist. Auch in der Schweiz. In der aktuellen Ausgabe seines
Blättchen "Le pamphlet" bezeichnet der Waadtländer
Jurist Claude Paschoud die Feiernden auf dem Kairoer Tahrir-Platz
als "Schwachköpfe" (imbéciles). Paschoud erinnert
dann noch daran, dass die "afrikanische Diktaturen" ja nicht
die einzigen seien, "die ihre Gegner wegen Meinungsdelikten"
einkerkern würden. Nein, das geschähe auch in Deutschland
und Frankreich, "ja selbst in der Schweiz seien honorige Bürger
eingesperrt gewesen oder sässen gar noch immer im Gefängnis,
weil sie Ansichten vertreten hätten, die jenen mächtigen
Lobbyies missfielen, deren Lakaien die Politiker seien." Damit
flattiert der honorige Rechtsaussen sowohl AntisemitInnen wie Holocaust-LeugerInnen.
|
| |
|
| |
Burgdorf
BE/Lausanne, 24. Februar 2011 |
| |
Das Bundesgericht
bestätigt das Urteil des Urner Obergerichtes gegen Markus Martig,
einst Burgdorfer PNOS-Exponent. Martig, damals verborgen hinter dem
Pseudonym "Renato", hatte am 5.
August 2007 auf dem Rütli eine kurze Rede gehalten, worin
er unter anderem behauptete hatte, dass das Antirassismus-Gesetzt
installiert worden sei "um eine geschichtliche Lüge zu stützen".
(Urteil Bundesgericht 6B 1024/2010) |
| |
|
| |
Lausanne,
23. Februar 2011 |
| |
Gegen zehn
Uhr nachts attackieren in der Nähe der Synagoge drei junge Männer
den Assistenten des Rabbiners. Zuerst fragen sie, ob er Jude sei,
dann beschimpfen sie ihn als "Drecksjuden" (sale juif) und
verpassen ihm mehrere Schläge mit Fäusten und Füssen.
Beim Auftauchen von Passanten fliehen die Aggressoren. Die schnell
avisierte Polizei kann später zwei Täter anhalten. Das Opfer
kommt mit leichten Verletzungen davon. |
| |
|
| |
Willisau
LU, 22. Februar 2011 |
| |
Die PNOS-Sektion
Willisau veröffentlicht auf ihrer Homepage einen Text über
den französischen Front National, verfasst von "Otto Rölli,
Vorstand Heimatbewegung". Es ist das Wiederauftauchen eines "Fröntlers".
Der inzwischen 46jährige Rölli gehörte ab Winter/Frühling
1989, zu den Exponenten der Patriotischen Front PF. Bekanntester PF-Anführer
war Marcel Strebel. PF-Mitglieder attackierten mehrmals Asylbewerber
wie auch Asylheime. Lange Jahre war es um Rölli still gewesen,
ausser dass er als "Otto Rölli jun." Leserbriefe erscheinen
liess. Überraschend kommt Röllis Vorstandstätigkeit
trotzdem nicht ganz. Das bärtige Schwergewicht nahm in den vergangenen
Jahren mehrmals am Rechtsextremen-Aufmarsch an der Sempacher Schlachtfeier
teil.
Die "Heimatbewegung" vertritt eine marginale Position innerhalb
der marginalen Schweizer Rechtsextremen-Szene: Sie propagiert "die
Auflösung der multiethnisch zusammengesetzten viersprachigen
Schweiz" und "die Schaffung eines alemannischen Volksstaates
in den Grenzen der heutigen Deutschschweiz". Was es nicht alles
gibt! |
| |
|
| |
Saint-Cergue
VD, 17. Februar 2011 |
| |
Die Tageszeitung
"24heures" berichtet, dass ein Unbekannter an Strassensignalen
Kleber gegen Grenzgänger anbringt, beispielweise mit dem Text
"Grenzgänger = Mörder" oder "39 - Narr am
Lenker" oder "Grenzgängen - wir haben genug!".
(Das französische Autokennzeichen "39" steht für
das Departement Jura.) |
| |
|
| |
Yverdon
VD, 15. Februar 2011 |
| |
Unbekannte
haben in den vergangenen Tagen an vielen Orten des Städtchens
selbstproduzierte Kleber angebracht, die sich grobschlächtig
gegen Schwarze, Muslime und Staatsangehörige der verschiedenen
Staaten des ehemaligen Jugoslawien wenden. |
| |
|
| |
Genf,
13. Februar 2011 |
| |
Am frühen
Sonntagmorgen laufen rund zehn Aktivisten der Gruppe "Genève
Non Conforme" durch die Altstadt und lassen über Lautsprecher
eine Flugabwehrsirene heulen. Sie wollen mit dieser Aktion den Opfer
der Bombardierung von Dresden gedenken. Auf ihrer Homepage erklärt
"Genéve Non Conforme": Wie Hiroshima sei "dieses
Verbrechen" nie gerichtet worden, ja werde nicht einmal als "Verbrechen"
angesehen, was eine "Beleidigung für das deutsche Volk und
für Europa" bedeute. |
| |
|
| |
Luzern,
1. Februar 2011 |
| |
Die Gratiszeitung
"20 Minuten" berichtet über die Semesterarbeit eines
Architekturstudenten, der ein Haus mit dem Grundriss eines Hakenkreuzes
entworfen hatte. Ein Redaktor befrägt - ausser einem Vertreter
der Hochschule - zwei Exponenten der jüdischen Gemeinschaft.
Die beiden Befragten erachten den Entwurf als "unsensibel".
Die Gratiszeitung titelt daraufhin "Hakenkreuz-Haus verärgert
Juden". Im Forum erscheinen daraufhin rund hundert Einträge,
die meisten eindeutig antisemitisch oder zumindest mit antisemitischem
Unterton. Häufig der Verweis, «Juden» sollten «die
Vergangenheit» endlich ruhen lassen und es sei ja bekannt, dass
das Hakenkreuz in einigen asiatischen Kulturen ein Zeichen für
Glück sei. Viele ziehen Vergleiche mit den Auseinandersetzungen
in Palästina und dem Nahen Osten, als ob Schweizer Juden auch
für die israelische Politik verantwortlich wären. Ein «Sven
L.» beispielsweise schafft es, gleich mehrere Themen in einem
Erguss unterzubringen: «Die Juden sollen endlich auch mal Toleranz
zeigen! Ist ihr ruepelhafte Benehmen in der arabischen Welt, in die
sie nicht hingehoeren, die Rache dafuer, dass sie frueher mal etwas
unten durch mussten? Der Holocaust Bonus ist laengst abgelaufen!»
(Orthografie gemäss Orginial). Die "20 Minuten"-Redaktion
sieht aber keinen Grund für Selbstkritik, im Gegenteil: Am folgenden
Tag lobt sie sich und titelt: "Unterstützung für Hakenkreuz-Haus",
für den "Unmut" von Schweizer Juden hätten "viele
Leser kein Verständnis". |
| |
Journalismus
ohne Verantwortung |
| |
|
| |
Grand-Saconnex
GE, 26. Januar 2011 |
| |
Das Mouvement
Identitaire Genevois kündigt die Teilnahme an den Wahlen zum
Gemeindeparlament (Conseil municipal) an, einerseits mit dem bekannten
Aktivisten Benjamin Perret, anderseits mit der bis anhin unbekannten
Megan Kelly. In ihrem Wahlprogramm wollen die Identitaires unter anderem
"den Abschaum stoppen", die Geburtenrate erhöhen, ein
lokales AsylbewerberInnen-Zentrum schliessen und einen harten Massstab
anwenden bei Einbürgerungen von EinwohnerInnen, die aus Ländern
ausserhalb der Euroäischen Union stammen. Muslimfeindlich wenden
sie sich gegen Vorschriften, die Schweinefleisch aus Kantinen verbannen,
wie auch gegen Gräberfelder für MuslimInnen. Die Identitaires
werben auch mit einem Flugblatt mit der Überschrift "Stopp
der Islamisierung von Grand-Saconnex". |
| |
|
| |
Kallnach
BE, 25. Januar 2011 |
| |
In einem Leserbrief
solidarisiert sich Peter Bonsack, Grossrat und Präsident der
EDU Kanton Bern, mit dem israelischen Autor Avi Lipkin, den ein Berner
Untersuchungsrichter wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm
und Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit verurteilte, nachdem
Lipkin an einer von der Vereinigung "Pro Israel" organisierten
Veranstaltung sich muslimfeindlich geäussert hatte. Bonsack beklagt,
dass eine Person verurteilt wurde, "welche die Wahrheit beim
Namen" nenne. "Leider stösst die Wahrheit immer mehr
auf taube Ohren." |
| |
|
| |
Basel,
25. Januar 2011 |
| |
Das Newsportal
"Online Reports" berichtet, dass das Urteil gegen Philippe
Eglin, einst PNOS-Sektionspräsident, wegen Widerhandlung gegen
die Rassismus-Strafnorm rechtskräftig geworden sei. Eglin war
im Juli 2010 vom Basler Strafgerichtz zu einer Strafe von 90 Tagessätzen
à 120 Franken verurteilt worden, nachdem er im Juni 2009 auf
der Homepage der Basler PNOS-Sektion das Tagebuch der Anne Frank als
"Lügengebilde" und "Machwerk" bezeichnet
hatte. |
| |
|
| |
Langenthal
BE, 23. Januar 2011 |
| |
Die PNOS Oberaargau
schreibt, dass sie in der Nacht in Langenthal rund 10'000 Flugblätter
gegen die Waffeninitiative verteilt habe. (Gibt es in Langenthal überhaupt
so viele Briefkästen? Die Stadt hat knapp 15'000 EinwohnerInnen.)
"Zahlreiche Aktivisten" seien unterwegs gewesen, "um
Werbung gegen die GSOA-Initiative zu machen". Mit weiteren Aktionen
sollen später auch noch die Nachbargemeinden "mit Flugblättern
eingedeckt werden". Die Rechtsextremen hoffen, "dass die
schlechten Umfragewerte noch korrigiert werden können".
In ihrem Flugblatt behaupten sie, den Inititanten gehe es darum, "die
Schweizerinnen und Schweizer zu bevormunden und in ihrer Freiheit
stark einzuschränken. |
| |
|
| |
Wichtrach
BE, 16. Januar 2011 |
| |
Die NZZ am
Sonntag berichtet, dass das Untersuchungsrichteramt Bern-Mittelland
den islamfeindlichen Israeli Avi Lipkin wegen Rassendiskriminierung
und Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit zu einer Busse von
300 Franken und zu einer bedingten Geldstrafe von 20 Tagessätzen
à 50 Franken verurteilte. Der zuständige Staatsanwalt
begründet das Urteil, das bereits im Sommer 2010 ergangen ist:
"Avi Lipkin hatte in Wichtrach mehrere Äusserungen gegen
den Islam gemacht, die ich als rassendiskriminierend einstufte. Man
kann sagen, dass seine Rede Äusserungen enthielt, die auf eine
Verteufelung des Islams hinausliefen." Anlass für das Verfahren
war ein Vortrag, der von Vereinigung "Pro Israel" organisiert
worden war, als Teil der Kampagne für das Minarettverbot. (Das
Urteil ist noch nicht rechtskräftig.) |
| |
|
| |
Luzern,
10. Januar 2011 |
| |
Unbekannte
kleben an zwei Orten in der Stadt Plakate und werfen Flugblätter
in Briefkästen, um mich als Sympathisant der "Antifa"
mit "engsten Kontakten zur gewaltbereiten linksextremen Szene"
und als Verfasser von Strafanzeigen gegen Privatpersonen ("auch
aus dieser Nachbarschaft") zu diffamieren. |
| |
Im
Visier von Rechtsextremisten |
| |
|
| |
Basel,
5. Januar 2011 |
| |
Zwei
junge Männer (21 und 22 Jahre) sprayen auf der Kleinbasler Uferseite
an runde zwanzig Orten Hakenkreuze und andere Zeichen. Die Polizei
kann die Täter anhalten. Gemäss Staatsanwaltschaft sind
die Angehaltenen den Behörden bereits bekannt, allerdings nicht
im Zusammenhang mit der Neonazi-Szene. |
| |
|
| |
Meisterschwanden
AG, 3. Januar 2011 |
| |
Am
Morgen bemerkt ein Gemeindeangestellter Sachbeschädigungen an
einer Liegenschaft. Unbekannte waren in das Gebäude eingedrungen
und hatten Sprayereien hinterlassen: die Inschrift "NSDAP",
das Hakenkreuz und die Waffen-SS-Runen. Der Sachschaden beträgt
mehr als zehntausend Franken. Der Gemeinderat setzt später eine
Belohnung von 1'000 Franken für die Ergreifung der Täterschaft
aus. |
| |
|
| |
Moosleerau
AG, 19. Dezember 2010 |
| |
Über
das Wochenende verschmieren Unbekannte eine Bushaltestelle und deren
Umgebung mit Zeichen und Parolen, darunter auch mit Hakenkreuzen. |
| |
|
| |
Paris,
18. Dezember 2010 |
| |
Üblicherweise
halten SVP-Exponenten Distanz von rechtsextremen Organisationen, zumindest
in der Schweiz. Reisen sie ins Ausland, lassen sie ihre politische
Vorsicht auch einmal fahren. An einem vielbeachteten Kongress von
Muslimfeinden, zu dem laizistische und rechtsextreme Organisationen
eingeladen hatten, bedient der Walliser Nationalrat Oskar Freysinger
die Aversionen seines Publikums.Freysinger erhält bereits vor
seinem Auftritt stehende Ovationen, auch als Anerkennung für
die SVP-Siege bei der Minarettverbots- und der Ausschaffungs-Initiative.
Er unterhält die Anwesenden mit flapsigen und muslimfeindlichen
Sprüchen und einem Auftritt irgendwo zwischen Kabarett und Stammtisch-Welterklärung.
Neben Freysinger treten Rednerinnen und Redner aus weiteren europäischen
Ländern auf, aus Deutschland beispielsweise der ehemalige Berliner
CDU-Abgeordnete René Stadtkewitz, inzwischen Mitbegründer
der Partei "Die Freiheit". In Anwesenheit Freysingers verabschieden
die Pariser KongressbesucherInnen eine "Manifest" gegen
jedes weitere "Vordringen des Islams auf dem europäischen
Boden". In den vergangenen Wochen haben sich europäische
Muslimgegner nun bereits mehrfach zu gemeinsamen Aktivitäten
zusammengefunden, auch zu einer Reise nach Israel und Besuchen bei
militanten jüdischen Siedlern und rechtsstehenden israelischen
Politikern. |
| |
|
| |
Küssnacht
am Rigi SZ, 17. Dezember 2010 |
| |
Der Waldstätterbund
veranstaltet einen "Lieder- und Kameradschaftsabend" in
einer Waldhütte, um "Lieder der Bewegung, sowie Volks- und
Heimatlieder zu singen". Im Veranstaltungsbericht veröffentlicht
der Waldstätterbund ein Lied, das auch bei Deutschen Rechtsextremisten
beliebt ist, überschrieben "Einmal im Jahr in der heiligen
Nacht." und dem bekanten Vers "Wir starben für
euch, weil wir an Deutschland geglaubt". |
| |
|
| |
Steckborn
TG, 16. Dezember 2010 |
| |
Das Bezirksgericht
Steckborn verurteilt Willy Schmidhauser, Präsident der Schweizer
Demokraten Thurgau, wegen Rassendiskriminierung zu einer bedingten
Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 90 Franken und einer Busse
von 1170 Franken. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Schmidhauser
veröffentlichte im Sommer 2007 einen Text in der SD-Parteizeitung,
überschrieben "Darum dürfen wir Muslime gar nie einbürgern
...". Er kam darin zum Schluss: "Wir dürfen auf keinen
Fall Moslems einbürgern: Tun wirs doch, tickt die Zeitbombe.
Unser Land wird nicht wieder zu erkennen sein! Kampf, Terror und Mord
werden den Alltag dominieren." Das Gericht wirft dem SD-Kantonalpräsidenten
"Uneinsichtigkeit" vor. In der Zwischenzeit läuft gegen
Schmidhauser bereits ein weiteres Verfahren wegen Rassendiskriminierung,
nachdem er in Ulrich Schlüers "Schweizerzeit" einen
Artikel veröffentlichen konnte. |
| |
|
| |
Kanton
Nidwalden, 11. Dezember 2010 |
| |
An einem unbekannten
Ort veranstaltet der Waldstätterbund einen Vortragsabend mit
dem Thema ""Europas Bedrohungen - einst und heute".
Der namentlich nicht genannte Redner werde sich, so die Ankündigung,
"den Ursachen der Übel" auf den Grund gehen. Denn Europa
sei "im Niedergang. Abwertung der eigenen Währung und Inflations-Ängste,
vor dem Bankrott stehende Staaten, Islamisierung, bürgerkriegsähnliche
Zustände in Frankreichs Vorstädten sind Beispiele".
|
| |
|
| |
Genf,
4. Dezember 2010 |
| |
Die Gruppe
"Genève non conforme" mobilisiert für eine Kundgebung
gegen den "Rassismus der Linken. Gemeinsam für die Befreiung
der Völker". Eine Gruppe von rund dreissig GegnerInnen erwartet
die eintreffenden Rechtsextremisten (rund ein Dutzend). Diese verlassen
daraufhin den Platz. Zwei Stunden später ist auf dem gleichen
Platz auch eine Feier zur Annahme der SVP-Ausschaffungsinitative angekündigt.
Die Ankommenden werden von einigen Leuten angegriffen und vertrieben. |
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| >
top |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|
| |
|