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Rechtsextremismus in der Schweiz, 2009
Rechtsextremismus erreichte im Jahre 2009 in der Schweiz nur selten
eine grössere politische und mediale Öffentlichkeit, abgesehen
von den Auseinandersetzungen um den Aufmarsch an der Schlachtfeier
in Sempach. Die Frage hier: Soll der Kanton als Ausrichter der traditionellen
Feier eine rechtsextreme Kundgebung mitorganisieren? Viele Bürgerliche
gefallen sich wieder darin, rechtsextremistische Tendenzen zu übersehen
oder zu verharmlosen.
Die rechtsextremen Aktivitäten konzentrierten sich 2009 im
Kanton Bern, einerseits in der Region Oberaargau/Emmental, andererseits
im Berner Oberland, genauer der Region von Brienz bis Spiez. Im
Oberaargau/Emmental sind die PNOS-Sektion Emmental und die Ortsgruppe
Langenthal aktiv, ebenso die Musikband "Indiziert", weiter
wird ein Versammlungslokal betrieben, das "RAC-Café",
dazu kommt noch der Buchversand "Neue Zeitwende". Im Berner
Oberland, genauer in der Jungfrauregion, ist ebenfalls eine PNOS-Sektion
aktiv. Ansässig sind hier auch der PNOS-Weltnetzladen und der
Holy-War-Records-Versand. Aktiv ist neu auch die Helvetische Jugend
Berner Oberland. Gegen Ende 2009 ihre Tätigkeit eingestellt
hat hingegen die Site "Nationaler Beobachter Berner Oberland".
All diese Aktivitäten werden von verhältnismässig
wenigen Exponenten getragen, doch können sie - auch für
Kundgebungen - einige hundert Personen mobilisieren.
Nichts Neues von NSS, Corps Franc und "Freier Bote"
Im vergangenen Jahr nicht mehr in Erscheinung getreten sind
die Nationaux-socialistes Suisses NSS, Section Genève, die
im Herbst 2007 erstmals aufgetreten war. Nichts an die Öffentlichkeit
drang vom Corps Francs/Frei Korps, Section Freiburg. Bekannt wurde
hingegen, dass der Corps Franc vor wenigen Jahren ein grösseres
Projekt des Blood&Honour-Aktivisten Jonathan Leiggener gewesen
sei und vom Staatsschutz als potenzielles Risiko für die innere
Sicherheit eingeschätzt wurde. Auf welche Kriterien diese Einschätzung
beruhte wollte der Staatsschutz allerdings nicht öffentlich
machen. Auch von der Zeitschrift "Freier Bote" sind keine
Ausgaben mehr bekannt geworden. Die Homepage ist zwar noch aufgeschaltet,
doch der letzte Eintrag datiert vom 28. Mai 2008.
Nicht ganz untätig, aber ganz ohne Erfolg blieb die Aktion
gegen Kinderschänder. Sie plante eine Kundgebung in Aarau,
welche von den Behörden vorerst bewilligt, dann wieder verboten
wurde. RechtsextremistInnen thematisieren Gewalt an Kindern, um
die Wiedereinführung der Todesstrafe verlangen zu können.
SVP und Rechtsextremismus
Die hetzerischen Plakate der Schweizer SVP, sei es nun zum Minarettverbot
oder den auszugrenzenden schwarzen Schafen oder den diebischen Elstern,
finden auch jenseits der Landesgrenzen Beachtung, besonders bei
rechtsextremen Parteien. Sie übernehmen die SVP-Vorlagen. Die
wiederholte Übernahme offenbart den fliessenden Übergang
von nationalkonservativen Diskriminierungsvorstellungen zu rechtsextremen
Bestrebungen. Bereits seit über zehn Jahren lassen mehrere
SVP-Exponenten wie beispielsweise Christoph Blocher oder Christoph
Mörgeli verlauten, dass es rechts der SVP keine politische
Kraft mehr geben sollte. Christoph Blocher: "Wenn die bürgerlichen
Parteien richtig politisieren, darf es rechts von ihnen keine Partei
geben". Und der Zürcher SVP-Ideologe Christoph Mörgeli:
"Wen man beerben will, behandelt man so freundlich wie eine
Erbtante". Viele Rechtsextreme interpretieren - wenn auch mit
gelegentlichen Vorbehalten, insbesondere was den Reichtum Blochers
betrifft - die SVP-Distanzierungen als sympathisierende Abgrenzung.
Auch in diesem Jahr traten SVP-Exponenten bei rechtsextremen Organisationen
im Ausland auf, beispielsweise der Walliser SVP-Nationalrat Oskar
Freysinger. Er beehrte Anfang 2009 den niederländischen Vlams
Belang mit seinem Auftritt. Der jurassische SVP-Nationalrat Dominique
Baettig trat Mitte Oktober in Südfrankreich an einem Kongress
der rechtsextremistischen Bewegung "Les Identitaires"
auf. Der Psychiater behauptete unter Applaus, Minarette seien phallische
Objekte. Zum Minarettverbot meinte er, man verlange "eine Art
Beschneidung, um den Frieden zu haben". In der Folge machte
der "Quotidien Jurassien" darauf aufmerksam, dass Baettig
während seiner Studienzeit der rechtsextremistischen Gruppe
"Nouvel Ordre Social" angehört hatte. In dieser Zeit
war Baettig verantwortlicher Herausgeber des Gruppenblättchens
"Avant-Garde" und damit für eine ganze Anzahl von
rassistischen, antisemitischen und nazifreundlichen Texten verantwortlich.
Konfrontiert mit seiner politischen Vergangenheit wollte sich der
SVP-Nationalrat an fast nichts mehr erinnern können.
Nicht Redner, sondern Mitglied wurde Andreas Glarner, SVP-Fraktionspräsident
im Aargauer Kantonsrat bei der Vereinigung "Pro Köln",
die unter Beobachtung des Verfassungsschutzes steht. "Pro Köln"
behauptet von Glarner, dass dieser einer der "profiliertesten
Islamisierungskritiker" sei. Glarners Beitrag beschränkte
sich aber auf einige wenige polemische Inseratekampagnen wie "Aarau
statt Ankara" oder "Maria statt Scharia".
Gelegentlich verwenden SVP-Exponenten Ideologiefragmente, die sonst
den Rechtsextremisten vorbehalten sind. Mehrmals tat dies Anian
Liebrand, Luzerner JSVP-Präsident. Ende Januar 2009 schreibt
er in einem Mail an seine Kollegen über den Holocaust-Gedenktag:
"Neues aus den Umerziehungsstuben. Statt der jungen Generation
ständig ihre Vaterlandsverbundenheit mit Schuldeinredungs-Programmen
auszutreiben, gilt es, im Geschichtsunterricht endlich einmal die
einzigartigen Vorteile der Schweiz zu lehren." Im Herbst propagiert
Liebrand einen "Musterbrief" gegen Einbürgerungsgesuche.
In einem Begleitschreiben, das er auf der Homepage des Parteiunabhängigen
Komitees PIKOM veröffentlichte, schreibt Liebrand "von
Tausenden von Fremdvölkern", die in die Schweiz strömen
würden. Der Begriff "Fremdvölker" war in Deutschland
unter den Nazis geläufig, mit "Umerziehung" kritisieren
Alt- wie Neonazis die "Entnazifizierung" nach dem Zweiten
Weltkrieg. Die von Liebrand präsidierte Junge SVP des Kantons
Luzern hatte sich im Sommer 2009 auch lautstark gegen jene gewandt,
die den Aufmarsch von Rechtsextremisten bei der Sempacher Schlachtfeier
verunmöglichen wollten. Anfang 2009 war ebenso publik geworden,
dass mehrere Luzerner SVP-Exponenten, darunter die Nationalrätin
Yvette Estermann, mit einem Luzerner Neonazi posierten, nachdem
sie zusammen gegen die Personenfreizügigkeit agiert hatten.
Der junge Luzerner trug seine Gesinnung auf der Haut. Ein Tatoo:
"Meine Ehre heisst Treue", einst ein Wahlspruch der Waffen-SS.
Staatsschutz und Rechtsextremismus
In seinem im Mai 2009 veröffentlichten "Bericht Innere
Sicherheit" schreibt das Bundesamt für Polizei, dass sich
die rechtsextreme Szene in den vergangenen Jahren "wenig verändert"
habe. Rechtsextreme würden aber heute "selbstbewusster"
auftreten und die Öffentlichkeit "weniger als früher"
scheuen. "Sie stehen zunehmend auch öffentlich zu ihren
Überzeugungen, ersuchen die Behörden um Demonstrationsbewilligungen
und pochen auf Grundrechte." Das politische Engagement beschränkte
sich dabei "nicht auf die Ausländerproblematik",
weitere Themen seien "Kindsmissbrauch, die Globalisierung oder
der 1. Mai als Kampftag der Arbeiterbewegung." "Gewalt
ging vermehrt von einer jungen Skinheadszene aus, insbesondere aus
dem Umfeld von B&H.".
Musikgruppen
Musik spielt in allen Jugend-Subkulturen eine identitäts-
und wertestiftende Rolle, einerseits als Vermittlerin eines Lebensgefühls,
andererseits als Medium zur Verbreitung politischer Botschaften
(11). Konzerte dienen dem Szenenzusammenhalt, aber auch der Verbreitung
der politischen Botschaft insbesondere bei Naziskin-Konzerten, da
an diesen Veranstaltungen meist an entsprechenden Ständen sowohl
Tonträger und Bücher/Broschüren wie weitere szenetypische
Artikel angeboten werden. Bis zum Grundsatzurteil des Bundesgerichtes
zu Rassismus-Strafnorm und Öffentlichkeit (12) erachteten Polizei
und Untersuchungsrichter Naziskin-Konzerte als private Veranstaltungen,
auch wenn über tausend Personen anwesend und die Konzertankündigungen
ebenfalls Medienschaffenden zugänglich waren.
In den vergangenen Jahren sind mehrere rechtsextremistische Schweizer
Bands an die Öffentlichkeit getreten, vor über zehn Jahren
bereits die Basler Gruppe "Sturmtruppen Skinhead", später
die Ostschweizer Hammerskin-Band "Erbarmungslos". Ebenfalls
aus der Hammerskin-Bewegung stammen Mitglieder der Luzerner Band
"Dissens". Im Jahr 2009 war nur die Band "Indiziert"
öffentlich wahrnehmbar. Von "Vargr I Veum" und "Amok"
ist nichts bekannt geworden. Noch immer hängig ist das Strafverfahren
gegen die vier Musiker der Band "Amok". Sie hatten im
Herbst 2007 dem Verfasser dieser Chronologie in einem Lied den Tod
in Aussicht gestellt, und sie konnten im Frühsommer 2008 auch
von der Polizei ermittelt werden, doch bis Ende 2009 haben es die
Luzerner Strafverfolgungsbehörden nicht geschafft, die Untersuchung
abzuschliessen.
"Blut muss fliessen, Blut muss fliessen
"
Erstmals seit der Einführung der Rassismus-Strafnorm
standen die Organisatoren eines Naziskin-Konzerts vor Gericht. Unvollständiger
Rückblick auf ein langwieriges Verfahren.
Mitte September 2005. Die Berge um Brig stehen still und schweigen.
Bei den Naziskins gilt die Schweiz als "Konzertparadies",
da die Polizei zwar - manchmal - die Ankommenden kontrolliert, aber
sich nicht darum kümmert, was im Konzertsaal abgeht: Händler
aus der Szene verkaufen Tonträger mit strafbaren Inhalten,
Bands singen rassistische Lieder und verstossen gegen die Rassismus-Strafnorm.
So läuft es in der Schweiz seit Jahren. So geschieht es auch
am 17. September 2005. Rund 400 Rechtsextremisten vergnügen
sich im Crazy Palace in Brig-Glis, Walliser Kantonspolizisten stehen
draussen herum. Im Innern treten sechs Bands auf. Als erste die
Zürcher Gruppe "Amok" und als letzte die Oberwalliser
"Hellvetica".
Doch diesmal kommt das Verborgene an die Öffentlichkeit, und
die Walliser Kantonspolizei - stellvertretend für alle Schweizer
Polizeikorps - in die Kritik: Die "Rundschau" des Schweizer
Fernsehen SF dokumentiert unter anderem das Singen des "Blutliedes",
worin es unter anderem heisst "lasst die Messer flutschen in
den Judenleib. Blut muss fliessen knüppelhageldick und wir
scheissen auf diese Judenrepublik.", vorgetragen durch die
Zürcher Band "Amok".
Die Untersuchung bringt schnell zu Tage, wer das Konzert organisiert
hat: Mitglieder des Naziskin-Netzwerkes Blood&Honour, vorwiegend
aus dem Oberwallis, aber auch aus der Waadt und der Deutschschweiz.
Sie wurden unterstützt von lokalen HelferInnen, sie stehen
an der Kasse und hinter der Bar. Unerkannt aber bleiben die Musiker,
auch dem Schweizer Staatsschutz. Noch über zwei Jahre später
(die "Amok"-Leute haben inzwischen einen Tonträger
veröffentlicht) schreiben die Staatsschützer in einem
"Amtsbericht": "Die Mitglieder der Skinheadband AMOK
sind bisher nicht identifiziert". Im Mai 2008 schliesst dann
die Luzerner Kantonspolizei diese Wissenslücke.
Doch von diesem Wissen fliesst nichts in die Walliser Untersuchung.
Bis zur Gerichtsverhandlung sind die auftretenden Bands nicht befragt
worden, weder die "Amok"-Leute noch die deutsche Band
"Feldherren", die nach Ansicht der Staatsanwaltschaft
das "Blutlied" gesungen haben soll. Das ist kommod, denn
die "Feldherren" sind für die Untersuchungsbehörden
weit weg. Und es ist auch kommod für den Zürcher Anwalt
Valentin Landmann, der im Briger Fall drei Konzertorganisatoren
verteidigt. Er verteidigt sonst nämlich auch Amok-Musiker und
hat deshalb kein Interesse an weiterer Klärung.
Das Urteil: Der Briger Richter Philipp Näpfli verurteilte
nun alle 18 Angeschuldigten wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm.
Die sechs Hauptorganisatoren, weiter die Angehörigen der Blood&Honour-Szene
aus dem Oberwallis, aber auch jene HelferInnen, die der Rechtsextremen-Szene
eher am Rande oder gar nicht angehören. Allen bescheinigt Näpfli,
sie hätten mit Eventualvorsatz gehandelt, das heisst höchstens
"in Kauf genommen", dass strafbare rassistische Aussagen
beim Konzert vorgetragen wurden. Aber gilt das wirklich für
die Hauptorganisatoren? Immerhin hat Silvan Gex-Chollet, gemäss
Urteil Bezirksgericht "der eigentliche Chef und verantwortlich
für die Organisation des gesamten Anlasses", in der Untersuchung
erklärt: Auch die Band "Hellvetica", deren Mitglied
er auch ist, habe das "Blutlied" bereits an einem Konzert
gespielt. In Italien. Dieses Lied sei "fast eine Hymne und
werde regelmässig an solchen Konzerten gesungen". Das
tönt eher nach Vorsatz denn nach Eventualvorsatz. Nur die fünf
oder sechs HelferInnen mussten nicht davon ausgehen. Entgegen der
Annahme von Richter Näpfli werden in der Schweiz "solchen
Anlässe" normalerweise eben nicht verboten, ja sie wurden
bis anhin nicht einmal geahndet. Das Briger Urteil ist - fünfzehn
Jahre nach Einführung der Rassismus-Strafnorm - das erste Urteil
gegen die Organisatoren eines Naziskin-Konzertes. Härte gegen
HelferInnen also, Nachsicht gegen Haupt-Organisatoren. Der Waadtländer
Olivier Kunz beispielsweise, der rund fünfzehn Jahre in der
Szene aktiv war, muss seine einschlägige Vorstrafe (zwölf
Monate Gefängnis) nicht absitzen. Näpfli kann Kunz zwar
keine Prognose stellen, doch aus "spezialpräventiven Gründen"
sieht er von der Umwandlung in eine unbedingende Freiheitsstrafe
ab. Woraus diese "spezialpräventiven Gründe"
bestehen erläutert Näpfli nicht.
Mehrere Verurteilte appellierten ans Kantonsgericht. Die Verhandlung
fand Mitte November 2009 statt. Bei Redaktionsschluss sind die Urteile
noch nicht veröffentlicht worden.
Indiziert
"Indiziert" ist zurzeit die bekannteste einschlägige
Schweizer Combo, die auch bereits verschiedentlich im Ausland aufgetreten
ist. 2009 trat die Band - soweit bekannt - nur zweimal auf, erstens
Ende Juli bei der Taufe ihres neuen Tonträgers "Das riecht
nach Ärger" und zweitens Ende September beim ISD Memorial
2009 in Verona, Italien. In den Liedern ihres neuen Tonträgers
singen die Indiziert-Musiker von "Rassenschande" und "Rassenverrat",
kritisieren die "Mulattenflut" und reimen auch "Saalschlacht,
Saalschlacht, die anderen werden plattgemacht".
Die Band "Indiziert" besteht aus den Brüdern Alex
und Cédric Rohrbach, Dominic Lüthard und Benjamin Lingg.
Lüthard kandidierte 2006 erfolglos auf der PNOS-Liste für
den Grossrat und für den Roggwiler Gemeinderat. Er amtet weiterhin
im PNOS-Landesvorstand wie auch im Vorstand der PNOS-Ortsgruppe
Langenthal.
Politische Organisationen
Zum ersten Mal seit der Zerschlagung der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland kann sich in der Schweiz eine rechtsextreme
Partei über Jahre hinweg halten. Anfang September 2010 wird
die PNOS bereits ihr 10-jähriges Jubiläum feiern können.
In der Westschweiz agieren auch die Identitaires als politische
Kraft;, sie sind eingebunden in die französische Bewegung,
die sich im Herbst zur Partei umformierte.
Partei National Orientierter Schweizer PNOS
Rund 150 Personen standen am Sonntag, 8. März 2009 überraschend
vor dem Bundeshaus. Die Partei National Orientierter Schweizer PNOS
hatte nach Burgdorf zur bewilligten Kundgebung gegen die Rassismus-Strafnorm
geladen. Doch als der Partei nach der Ankündigung einer Gegendemonstration
vom Stadtrat nur noch eine Platzkundgebung zugestanden wurde, wichen
die Organisatoren kurzfristig aus und tauchten nach einem Marsch
durch die Berner Altstadt vor dem Bundeshaus auf. Unbeachtet von
der Öffentlichkeit eröffnete der erste Redner, Dominic
Lüthard, die Kundgebung mit der Aussage: "Kameradinnen,
Kameraden, wir sind hier angelangt, wo wir eines Tages die Macht
übernehmen werden."
Wenige Wochen vor der Kundgebung waren vom Bezirksgericht Aarau
fünf PNOS-Leute (Denise Friederich, André Gauch, Michael
Haldimann, Adrian Spring und Dominic Bannholzer) wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm verurteilt worden, da sie verantwortlich
waren für die Homepage-Veröffentlichung des (inzwischen
überarbeiteten) Parteiprogramms, in dem behauptete wurde, dass
es ein Irrtum sei zu glauben, dass "jeder Mensch in jedem Land
der Erde die gleichen Rechte haben" müsse.
Die Partei National Orientierter Schweizer PNOS ist heute die unbestrittene
politische Kraft der an sich marginalen Rechtsextremistenszene der
Deutschschweiz, organisiert tätig ist die PNOS allerdings nur
in den Kantonen Basel (insbesondere Land), Bern, Luzern, Schwyz,
dazu führt sie ein "Infoportal Aargau". Sie hat einen
einzigen Sitz in einem Stadtparlament, dies in Langenthal. Ende
2009 behauptet die PNOS auf ihrer Homepage, sie hätte "mittlerweile
über 300 Mitglieder für die nationale Sache gewinnen können".
Diese Angabe lässt sich nicht überprüfen.
Die PNOS strebt einen "Eidgenössischen Sozialismus"
an. Sie betont die sozialen Unterschiede in der Schweizer Gesellschaft,
kritisiert den Kapitalismus und gibt darauf eine nationalistische,
teils rassistische Antwort. In ihrem Parteiprogramm fordert sie
das Verbot von "geheimen Logen und Bünden" - einst
hiess dies Freimaurereiverbot. Sie schreibt von "Volksgemeinschaft"
und "biologisch gewachsenem Volk", was die Schweiz allerdings
nicht sei. Sie verlangt die "Abschaffung aller Parteien",
die Einsetzung eines "Staatsoberhauptes", dessen Stellung
"gegenüber dem Bundesrat und dem Parlament gestärkt"
werden müsse. Auch soll die Regierung vom Volk auf unbestimmte
Zeit gewählt werden. Die PNOS sieht die Schweiz als "kulturelle
und völkische Einheit" und fordert eine "Fremdenpolitik
nach ethnopluralistischen Grundsätzen". Das bedeutet unter
anderem, dass "kulturfremde Ausländer" das Bürgerrecht
(und damit die politischen Rechte) nur "in Ausnahmefällen"
erhalten könnten. Weiter fordert die PNOS die Abschaffung der
Rassismus-Strafnorm. Sie kritisiert die Menschenrechte als "universalistisch"
und als "Ausdruck eines widernatürlichen Menschheitsbegriffs",
da sie "die Existenz von Völkern und Kulturen" negieren
würden.
In der PNOS-Parteizeitschrift "Zeitgeist" erschienen
2009 Texte von Parteiexponenten wie Michael Vonäsch, Michael
Haldimann, Denise Friedrich, aber auch Beiträge von ausländischen
Autoren wie den Deutschen Rechtsextremisten Jürgen Schwab oder
Reinhold Oberlercher. Gelegentlich schimmern nationalsozialistische
Sympathien durch. Der Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess wird als
"Märtyrer des Friedens" gelobt und allen gedankt,
"die das Erbe von Hess aufrechterhalten". Gelegentlich
erscheinen auch kriegsschuldrevisionistische Aufsätze, wonach
die beiden Weltkriege ihre Ursache "in der Absicht der Westmächte
- Frankreich, England, Vereinigte Staaten - Deutschland als Macht
und Grossmacht zu zerstören und in den Zustand vor Bismarck
zurückzuversetzen" hätten.
Ende 2009 verfügt die PNOS über Sektionen im Berner Oberland,
im Emmental, in Basel, Schwyz und in Freiburg, wobei von letzteren
keine Aktivitäten bekannt sind. Dazu kommen Ortsgruppen in
Langenthal und Willisau. Aus der Ortsgruppe Küssnacht am Rigi
wurde im Herbst 2009 die Sektion Schwyz. Weiter besteht eine "Sektion
Infoportal Aargau", die auch im Internet präsent ist.
Dor kann man lesen, dass "die Gründung einer neuen Sektion
der Partei National Orientierter Schweizer im Kanton Aargau, die
für den Sommer 2009 geplant" sei, doch "um die politische
Festigung der Nationalen im Kanton zu verhindern", habe die
Aargauer Polizei "zu faschistoiden Methoden, wie z.B. grundlose
Androhung von Gewalt, Deportation, Rayonverbot und Manipulationsversuch"
gegriffen. Als "Herausgeber und Redaktor" für den
Internet-Auftritt zeichnet Kevin Mareque aus Windisch AG, er amtet
auch als Medienverantwortlicher der PNOS Schweiz.
Zu den Exponenten der PNOS gehören die drei Mitglieder der
Landesleitung Denise Friedrich (auch Kampfbund Nationaler Aktivisten),
André Gauch und Dominique Lüthard (auch Musiker in der
Band "Indiziert"). Marco Gaggioli und Marcel Gafner bilden
den Vorstand der Sektion Berner Oberland, Philippe Eglin, Jasmine
Eminger und Michael Hermann sitzen im Basler Vorstand. In der Sektion
Schwyz sitzt der "Vorsitzende" Dani Herger allein. Er
ist bis anhin als Exponent des Waldstätterbundes aufgetreten.
Ebenfalls einsam mit sich tagen kann Denise Friedrich als Vorsitzende
der PNOS-Ortsgruppe Emmental, dies nachdem Ende Oktober Markus Martig
sowohl aus der Landesleitung, der Ortsgruppe wie auch der Partei
ausgetreten war. Weniger einsam müssen die PNOSlerInnen in
Willisau und Langenthal politisieren, in Willisau sind dies Michael
Vonäsch und Dani Wüthrich und in Langenthal Dominique
Lüthard, Raphael Würgler und Tobias Hirschi.
Neben Martig sind weitere PNOS-Exponenten von der Bildfläche
verschwunden, so die beiden einstigen Aktivisten der Sektion Küssnacht
am Rigi Roland Renggli und Dani Schnurrenberger. Aus Partei und
Amt geschieden ist Timotheus Winzenried, der Ende Oktober 2008 für
die PNOS ins Langenthaler Stadtparlament gewählt worden war.
Seine Nachfolger wurde sein Vorgänger Tobias Hirschi, Strassenbauer.
Eher anekdotischen Charakter hat wohl die Kandidatur des 46-jährigen
arbeitlosen Werkzeugmechanikers Georg Jaggi, der als PNOS-Kandidat
in Langnau am Albis Gemeindepräsident werden möchte. Gegenüber
einer Lokalzeitung erklärte Jaggi unverblümt: "Ich
möchte die germanische Rasse vertreten." Die PNOS ist
weder im Kanton Zürich noch in Langnau mit einer Sektion vertreten.
Die für eine Kandidatur notwendigen fünfzehn Stimmen hat
Jaggi gesammelt, "indem ich von Tür zu Tür gegangen
bin und meine Ansichten aufgezeigt habe." Die PNOS hat sich
nach einigem Zögern von ihrem Mitglied distanziert, Jaggis
Gedankengut decke sich nicht mit dem "modernen völkischen"
Denken der PNOS. Will heissen: Die PNOS stützt sich nicht mehr
auf den biologischen Rassismus, sondern auf den kulturalistischen
Rassismusbegriff der Neuen Rechten.
Identitaires de Romandie und Jeunes Identitaires Genevois
In den französischsprachigen Ländern Europas hat sich
im rechtsextremistischen Lager eine Strömung verbreitet, die
sich Identitaires nennt, auf eine "europäisch-weisse Identität"
beruft und gegen Einwanderung aus anderen Kontinenten ausspricht.
In Frankreich hat sich auch eine aktive und militante Splittergruppe
Les Identitaires gebildet, die verschiedentlich durch spektakuläre
Aktionen aufgefallen ist. Aktivitäten der Identitaires de Romandie
liessen sich 2009 nicht mehr feststellen. Sehr aktiv ist hingegen
die Genfer Sektion, die sich seit einiger Zeit "Les Jeunes
Identitaires Genevois" nennt, früher "Jeunesses Identitaires
de Genève". Zwei Genfer Exponenten, Jean-David Cattin
und Benjamin Perret, sind auch in Frankreich tätig. Cattin
war einer der beiden Mitverantwortlichen eines "Camp Identitaire
2009", das Mitte August in der Region Paris stattfand. Bereits
im Februar 2009 war Cattin "Generalsekretär" der
Vereinigung "Les Identitaires" geworden, er soll für
die Rechtsextremen in der Öffentlichkeit auftreten.
Die Identitaires wollen ihre Mitglieder nicht nur politisch schulen,
sondern auch körperlich. Während ihrer "Camps"
üben sie sich in Kampfsportarten, kurz vor Weihnachten beteiligten
sich auch Genfer Teilnehmer an einem internen Freikampf-Meeting,
unter dem Titel "Das Leben ist ein Kampf". Die Teilnehmer
hätten durch ihre "Mannhaftigkeit, Entschlossenheit, Opferbereitschaft"
den Geist der jungen Identitaires bewiesen: "Eine Jugend, die
fest entschlossen ist, ihre Zukunft selbst zu schmieden."
"Les Jeunes Identitaires genevois" verbinden einen militanten
Tonfall mit den Ansichten der rassistisch inspirierten "Nouvelle
Droite" (Neue Rechte), wonach die Identitaires nichts gegen
andere Völker oder Religionen (Islam) hätten, sofern diese
in den Gebieten ihrer Herkunft blieben. "Rassisten" seien
jene, welche die "Unterschiede" auszuradieren versuchten.
Folglich fordern die Identitaires den sofortigen Stopp der "aussereuropäischen
Einwanderung", einen Asylstopp und die sofortige Ausschaffung
der Illegalen.
Kameradschaften im Umfeld der PNOS
Im PNOS-Umfeld agieren mehrere "Kameradschaften",
deren Exponenten vielfach auch bei der PNOS tätig sind. Sie
dienen vorwiegen der "Kameradschaft". Dazu zählen
die Helvetische Jugend mit Sektionen im Oberaargau und im Berner
Oberland und der Waldstätterbund, aktiv in den Kantonen Uri,
Schwyz und Unterwalden.
Helvetische Jugend
Ihren auffälligsten Auftritt im Jahr 2009 hat die Helvetische
Jugend (HJ) am Rechtsextremistenaufmarsch an der Sempacher Schlachtfeier:
Die rechtsextremen Ordner trugen - wie im Vorjahr auch - Shirts
der Helvetischen Jugend. Mit an Stecken befestigen Stofffahnen behinderten
sie diesmal die Arbeit der Fotografen und Kameraleute. Ansonsten
ist über die Aktivitäten der Helvetischen Jugend wenig
bekannt geworden. Auf der Homepage erschienen keine Berichte über
die Eigenaktivitäten. Die Gründung der neuen HJ-Sektion
Berner Oberland im Juni 2009 vermeldete der "Nationaler Beobachter
Berner Oberland": "Somit wird unser Nachwuchs im Berner
Oberland von nun an hauptsächlich in die Kameradschaft der
HJ Oberland integriert werden und politisch der örtlichen PNOS
Sektion angehören. Andere Projekte wie der Tonträgerversand
und die Seite NB-Oberland.ch bleiben weiterhin unabhängig und
dienen in erster Linie der Finanzierung von unseren politischen
Aktivitäten und Projekten."
Die Helvetische Jugend pflegt gelegentlich auch Kontakte ins Ausland.
Mitte September 2009 fuhr - so meldete nachher die HJ-Homepage -
"ein Reisecar voller Nationalisten" in die thüringische
Kleinstadt Pössneck ans "Fest der Völker", das
von der NPD organisiert wurde. Als Schweizer Redner trat dort der
28-jährige Aargauer Pascal Trost auf. Trost war früher
zuerst bei der Freiheitspartei, dann bei der JSVP aktiv, bis er
diese Partei verlassen musste.
Die Helvetische Jugend wurde Anfang Juli 2004 in der Region Oberaargau
(Langenthal und weitere Umgebung) gegründet. Zu ihren Zielen
zähle, so die Helvetische Jugend auf ihrer Homepage, dass "der
Multikultur ein Ende gesetzt" werde. Dies will sie unter anderem
durch "Rückführung von gewalttätigen Ausländern.
Ausländeranteil muss gesenkt werden" Erreichen. Weiter
durch "Internierungslager für Asylbewerber" und "besserer
und neutralerer Bildung von Schweizerschulen (nicht weiter linke
Stalin und Lenin Propaganda. Trennung von deutschsprechenden Schülern
zu nicht deutschsprechenden Schülern." Und es solle Schluss
sein "mit dem linken, desinformierten Medienterror, wir brauchen
neutrale Auskunftsgeber."
Waldstätterbund
Französische Revolution, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
sind Rechtsextremisten ein Gräuel, auch den Aktivisten des
Waldstätterbundes (WB). Mitte September 2009 mobilisierte der
WB rund dreissig Personen zu einer Kundgebung gegen den "Franzosenüberfall"
in den Kanton Nidwalden. Der WB-Sprecher Dani Herger geisselte dabei
den "vernichtenden Liberalismus und die darausfolgende falsche
Toleranz'." WB-Mitglieder beteiligten sich an der PNOS-Demonstration
gegen die Rassismus-Strafnorm und am Rechtsextremistenaufmarsch
in Sempach (24). Den rechtsextremistischen Morgarten-Aufmarsch organisierte
der WB.
Der Waldstätterbund wurde Anfang Mai 2008 gegründet.
Ihm gehören die bereits seit längerem bestehende Kameradschaft
Uri sowie die Mitte Oktober 2008 gegründete Kameradschaft Schwyz
an, weiter eine Sektion Unterwalden. Der WB versteht sich als "Sammelstelle
für all jene Jugendlichen, die nicht länger bereit sind,
mit den Missständen in ihrer Stadt, ihrem Gebiet, unserem Land
zu leben ohne etwas dagegen tun zu können." Zu den WB-Zielen
zählen: "Raumorientierte Volkswirtschaft statt globale
Kapitaldiktatur! Schluss mit dem US-Amerikanischen Wirtschaftsimperialismus,
Schluss mit dem oneworld Wahn." Oder auch: "Masseneinwanderung
ist keine Bereicherung, sondern führt zur unwiderruflichen
Zerstörung der Vielfalt an Kulturen und Völkern."
Der einzige namentlich bekannte Waldstätterbund-Exponent ist
bis anhin Dani Herger, er ist zwischenzeitlich auch Vorsitzender
der PNOS-Sektion Schwyz.
Nationaler Beobachter Oberland/Nationale Sozialisten Berner Oberland
Gegen Jahresende 2009 meldet die Site "Nationaler Beobachter
Oberland", sie werde "aus Zeitgründen, wie auch aus
mangelndem Interesse aktiv mitzuarbeiten eingestellt". Über
Aktivitäten der Region würde in Zukunft von der regionalen
Sektion der Helvetischen Jugend berichtet.
Der "Nationale Beobachter Berner Oberland" trat seit
Sommer 2008 im Internet auf, betrieben von einer Gruppe "Nationale
Sozialisten Berner Oberland". Ihr Ziel sei "Die Loslösung
des Menschen von diesem kapitalistischen Ausbeutersystem."
Sie sehen ihre "politisch-kulturelle Tätigkeit als Selbstverständnis
zur Erhaltung einer unabhängigen Region, die in ihrem Herzen
vom eigenen Volk belebt, bewohnt und regiert wird." Und weiter:
"Wir bekennen uns als nationale Sozialisten, scheuen aber keinesfalls
den Kontakt zur Öffentlichkeit. Wer sich nicht mit uns auseinandersetzen
will, dem zwingen wir die Auseinandersetzung eben auf." Auf
der Homepage erschienen regelmässig Texte über rechtsextreme
Musik und Veranstaltungen wie auch Kommentare zum nationalen und
internationalen Zeitgeschehen. Besonders aktiv war Mario Friso,
der bereits im "Bund Oberland" und der PNOS tätig
gewesen war.
Kampfbund Nationaler Aktivistinnen KNA
Frauen haben es schwer innerhalb der rechtsextremen Szene, ausser
sie betätigen sich als Helferinnen. Von Aktivitäten des
"Kampfbundes Nationaler Aktivistinnen KNA" wurde 2009
nur öffentlich wahrnehmbar, dass die "KNA-Administratorin"
die Homepage regelmässig aktualisierte. Sie lud dabei zu den
rechtsextremen Aufmärschen (Sempach, Rütli) und verteidigte
im Übrigen ein traditionelles Familienbild. Allerdings ist
der KNA-Anspruch widersprüchlich: Der Kampfbund will unabhängige
Frauen erreichen, die sich für den "nationalen Kampf",
gegen "die kapitalistische Unterjochung der Völker"
einsetzen, dies jedoch - gemäss dem traditionalistischen Rollenbild
- in erster Linie als Frau und Mutter tun. Die intakte Familie sieht
der KNA als "höchstes anzustrebendes Glück",
und tendenziell seien "Frauen in Sachen Einfühlungsvermögen,
Verständnis, Kommunikation, Verantwortungsbewusstsein, Ordnungssinn
und Durchhaltevermögen den Männern voraus." Der KNA
behauptet weiter, dass der Feminismus "frauenfeindlich"
und "längst überholt" sei. "Wir müssen
die Forderung nach einer neuen, emanzipierten Weiblichkeit umsetzen
und den Volkstod verhindern."
Der KNA wurde Ende Juli 2007 gegründet. Als einzige KNA-Sprecherin
trat bis anhin das PNOS-Vorstandsmitglied Denise Friedrich in der
Öffentlichkeit auf. Anfang 2008 verkündete der KNA, er
wolle den "Aktivistenkreis weiter vergrössern, um so eine
möglichst breite Masse erreichen zu können." Daraus
ist wohl nichts geworden.
Kameradschaft ausserhalb des PNOS-Umfeldes
Heimatbewegung
Die Heimatbewegung besteht seit mehreren Jahren, doch über
ihre Aktivitäten gelangte kaum etwas an die Öffentlichkeit,
abgesehen von ihrem Internet-Auftritt und einigen Personen, die
sich mit einem Heimatbewegung-Abzeichen am Rechtsextremistenaufmarsch
bei der Sempacher Schlachtfeier beteiligten. Ende 2009 teilte die
Heimatbewegung mit, ihre "Sympathisanten und Aktivisten"
würden sich monatlich treffen, "um einerseits konkrete
Aktivitäten wie beispielsweise Flugblattaktionen oder Veranstaltungen
zu planen, anderseits das gesellige Beisammensein zu pflegen."
Das erste Treffen 2010 sollte Mitte Januar im "Grossraum Zürich"
stattfinden. Gemäss einem Gästebuch-Eintrag hat man sich
auch am 26. November 2009 zu einer "Versammlung mit Ansprache"
getroffen und dort auch eine "Julfeier" (Wintersonnenwendefeier)
geplant.
Ansonsten trat die Heimatbewegung, die 2004 oder 2005 gegründet
wurde und über ein Postfach in Dübendorf erreichbar ist,
nicht weiter in der Öffentlichkeit auf. Unklar ist, wie viele
Mitglieder sie hat. Sie strebt die Auflösung der viersprachigen
Schweiz an, sie will die "Überlebensinteressen der Alemannischen
Volksgruppe" wahren und kämpft "für einen Eidg.
Volksstaat in den Grenzen der heutigen Deutschschweiz." Ansonsten
vertritt sie Programmpunkte, wie sie bei rechtsextremistischen Gruppierungen
üblich sind: Förderung des Bauernstandes, Wiedereinführung
der Todesstrafe, Abschaffung des jetzigen Asylrechtes, einen totalen
Einwanderungsstopp, Verbot jeder Form von Ausländerintegration
und einen vollständigen Stopp von Einbürgerungen.
Politisch-kulturelle Aktivitäten
Verschiedene Aktivisten und Organisationen stützen sich auf
ein rechtsextremistisches Gedankengut, sie beteiligen sich jedoch
nicht an der institutionalisierten Politik, insbesondere nicht an
Wahlen. Durch Bildungs- und Vernetzungsaktivitäten wollen sie
politisch-kulturelle Ideologie- oder Vernetzungsarbeit tun, so die
Avalon Gemeinschaft, so Gaston-Armand Amaudruz mit seiner Zeitschrift
"Courrier du Continent", so auch das Waadtländer
Ehepaar Paschoud mit ihrer Zeitschrift "Le pamphlet".
Mehr zu rechtsextremen Buch- und Musikversänden in der Schweiz
finden Sie hier.
Avalon Gemeinschaft
Ende März 2009 veranstaltete die Avalon Gemeinschaft in Solothurn
einen Vortragsabend über den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess,
dies meldet später Gaston-Armand Amaudruz in seinem Blättchen
"Courrier du Continent". Die Ermordung von Hess durch
die Engländer sei "meisterlich aufgezeigt" worden,
schreibt Amaudruz. Üblicherweise ist die Avalon Gemeinschaft
bestrebt, dass keine Informationen über ihrer Tätigkeit
an die Öffentlichkeit gelangen, abgesehen von den wenigen Eintragungen
auf der Homepage. Bei den Veranstaltungen treffen sich junge Skinheads
mit langjährigen Rechtsextremen wie auch mit Holocaust-Leugnern.
Der Avalon-Primus Adrian Segessenmann, Jahrgang 1979, ist ein langjähriger
Aktivist im rechtsextremistischen Milieu. Bereits als 16-Jähriger
war er 1995 dabei, als Hammerskinheads in Hochdorf ein antifaschistisches
"Festival für Völkerverständigung" angriffen.
Zusammen mit seinem Vorgänger Roger Wüthrich organisierte
Segessenmann im Frühling 1999 auch jenen Vortrag über
die Waffen-SS, der dem Bundesgericht Anlass bot, bei der Anwendung
der Rassismus-Strafnorm das Tatbestandsmerkmal "Öffentlichkeit"
neu zu definieren: Öffentlich ist alles, was nicht im privaten
Rahmen erfolgt.
Die Avalon Gemeinschaft wurde im Juli 1990 gegründet, mit dabei
waren unter anderem Roger Wüthrich, vorher Anführer der
Wiking Jugend Schweiz, weiter Andreas Gossweiler, in jenen Jahren
Mitglied in mehreren rechtsextremistischen Fronten.
Die "Notizen" des Max Wahl
Mindestens vier Nummern seiner "Notizen" hat Max Wahl
auch im Jahr 2009 "für den engsten Kreis ehemaliger Eidgenoss'-Abonnenten
und ihre Freunde" produziert. Sie seien, so steht es im Titelkopf,
"nur über Beziehungen zu erhalten." Allerdings sind
seit Sommer 2006 bis Ende August 2009 auf der Site eines deutschen
Verschwörungsfantasten fast alle Nummern als pdf-Dateien veröffentlicht
worden. Unklar ist, ob Wahl, inzwischen 86-jährig, nun seine
hetzerische Tätigkeit gestoppt oder ob er die Weiterverbreitung
untersagt hat. Sonst ist aber alles beim Alten geblieben: Wahl will
Nazi-Deutschland von der Kriegsschuld freisprechen ("Polens
Krieg gegen das Deutsche Reich". Oder er sieht Deutschland
als besetztes Land, so schreibt er vom "zur Zeit agierenden
fremdbestimmten Merkel-Regime, dessen Akteure sich mit ihrem Personalausweis
nicht einmal über die Angehörigkeit zu einem deutschen
Staat ausweisen können." Offensichtlich hat sich nichts
verändert. Bereits vor vielen Jahren hat der Winterthurer Schriftsteller
Peter Stamm über Wahl und seinen "Eidgenoss" geschrieben
(Anlass war Wahls Ankündigung, dass er wegen der Rassismus-Strafnorm
seine Zeitschrift einstellen werde): "Die letzten zehn Jahrgänge
des "Eidgenoss" sind eher ein Krankentagebuch als eine
Zeitung. Wahl befasst sich fast ausschliesslich mit der Geschichte
des Zweiten Weltkrieges. Und in seiner zunehmenden Paranoia spricht
er von der "jüdischen Kriegserklärung an Deutschland"
von 1933 und dem "alttestamentlichen Kreuzzug für Amerikanismus
und Bolschewismus mit Kriegsmaterial und der Hilfe deutscher Verräter"
von 1944. Die Judenvernichtung ist in Wahls Kopf eine Lüge,
Hitler hatte für ihn ein "kreatives und formendes Talent"
und "weit über unsere Zeit hinaus ragende Vorstellungen",
Neonazis werden nach ihm "von Presse und Fernsehen eingekleidet,
auf die Strasse geschickt, im Bild festgehalten und honoriert."
Max Wahl war um 1975 Mitbegründer der Eidgenössisch-Demokratischen
Union EDU. Er hat Ende 1994, unmittelbar vor Inkrafttreten der Rassismus-Strafnorm,
sein Heftchen "Eidgenoss" offiziell eingestellt. Er bedient
aber weiterhin Antisemiten, Freimauerfeinde und Verschwörungsfantasten,
beispielsweise auch jene Verschrobenen, die von deutschen Flugschreiben
träumen, die in den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges
von ergebenen Nazis gerettet worden seien und nun im Erdinnern (meist
Neuschwabenland genannt) darauf warten, ein Nazireich wieder auferstehen
zu lassen.
Courrier du Continent - Gaston Armand Amadruz
Der Inhalt bleibt seit Jahren gleich, in einem ersten Teil "Bloc-Notes"
veröffentlicht Amaudruz Zitate aus Zeitungen, gelegentlich
mit hämischen Kurzkommentaren versehen. Die "Bloc-Notes"
bringen auch Hinweise (samt Bezugsadressen) auf neu erschienene
rechtsextremistische Hefte und Bücher, das Heft leistet daher
Vernetzungsarbeit. Dazu kommen regelmässige Rubriken wie "Kriminalität"
oder "Lois-Baillons" (Knebelgesetze) - wie Amaudruz Strafartikel
gegen Rassismus und Holocaust-Leugnung zu nennen beliebt. Die letzte
Seite bestreitet Amaudruz mit einem Leitartikel, in dem er seine
rassistischen, antisemitischen und Holocaust leugnenden Auffassungen
verbreitet. Solche Kommentare haben Amaudruz vor einigen Jahren
zwei dreimonatige Gefängnisaufenthalte eingetragen. Der "Courrier
du Continent" publiziert weiter Texte von MitarbeiterInnen.
Das Heft erschien erstmals 1946. Anfang der 1950er Jahre wurde es
von Amaudruz übernommen. Während Jahrzehnten war das hektografierte
Blättchen das offizielle Organ der NOE, einer rassistischen
Kleinorganisation, zu deren wichtigsten Exponenten Amaudruz selbst
gehörte. Es erscheint heute in einer Auflage von mehreren hundert
Exemplaren.
Recht+Freiheit - Ernst Indlekofer
Offiziell wird "Recht+Freiheit" von einem "Presseclub
Schweiz" herausgegeben, doch de facto ist der Basler Ernst
Indlekofer weitgehend allein verantwortlich für das Heft, das
pro Ausgabe meist zehn Seiten umfasst. Indlekofer lässt in
den insgesamt fünf Ausgaben (wovon vier als Doppelnummern)
neben Doris Auerbach verschiedene Männer auftreten, nämlich
Max-P. Morf und den Holocaust-Leugner Bernhard Schaub, dazu die
Deutschen Albert Lämmel, Winfried Dentler, Rigolf Hennig, Gerd
Schultze-Rohndorf und Gerhard Spannbauer. Weiter veröffentlichte
"Recht+Freiheit" gleich zwei Reden von "Mahmud Ahmadinedschad,
Präsident der Islamischen Republik Iran".
Auch dieses Jahr hat der Herausgeber die Vereinsmitglieder zur
"Mitgliederversammlung" gerufen, diesmal auf den 29. August
2009. Wie in früheren Jahren wurden die Mitglieder gebeten,
"ihre persönliche Eintrittskarte" vorher anzufordern.
Wie in früheren Jahren drang von dieser Versammlung nichts
an die Öffentlichkeit.
Le pamphlet - Mariette und Claude Paschoud
Nichts Neues bei beim Heftchen "Le pamphlet", zehn Mal
jährlich erscheinen auf vier Seiten Meinungsartikel zu rechtsbürgerlichen
Themen. Mariette Paschoud verbreitet weiterhin sympathisierende
Notizen über Holocaust-Leugner, wenn auch nicht mehr so eifrig
wie in den vorhergehenden Jahren. Vor Weihnachten rief sie die Leser
beispielsweise dazu auf, jenen Holocaust-Leugnern zu schreiben,
die Weihnachten "hinter Gitter" verbringen müssten
(36). Zu den "Le pamhlet"-Autoren gehörten 2009 neben
dem Ehepaar Paschoud auch Michel Preux, dazu weitere Schreiber,
die sich hinter einem Pseudonym verbergen, beispielsweise Pollux,
Max l'Impertinent, le pinailleur oder Louise Cougnard.
"Le Pamphlet", gegründet von Claude Paschoud, erscheint
seit 1970. Grössere öffentliche Beachtung erntete das
Blättchen, das auch schon eine Auflage von 2'000 Exemplaren
erreichte, durch einen Auftritt von Mariette Paschoud. Die (damalige)
Mittelschullehrerin trat 1986 in Paris an einer Pressekonferenz
des Holocaust-Leugners Henri Roques auf. Roques habe, so Paschoud
damals, einen "seriösen, objektiven und bemerkenswerten
Beitrag zur Wahrheitsfindung" in der Holocaust-Forschung vorgelegt.
Roques leugnete schlicht die Existenz von Gaskammern, und um zur
gewünschten Schlussfolgerung zu kommen unterschlug er die Existenz
vieler gesicherter Quellen.
Nachrichtenportale
Die aktiven Nachrichtenportale aus der Schweiz verbreiten
vor allem Medienmitteilungen von Organisationen, die als Teil der
Bewegung erachtet werden. Selbst verfasste Artikel und Stellungsnahmen
sind selten. Kaum noch aktiv ist das deutschsprachige Portal "AlterMedia
Schweiz: Freie Stimme". Im ganzen Jahr 2009 wurde ein einziger
Beitrag aufgeschaltet: Die Rede, die der Basler PNOS-Vorsitzende
Philippe Eglin an einer Kundgebung "Mauer fiel - Überwachungsstaat
blieb" gehalten hatte. Er schloss pathetisch: "Wir werden
bis auf den letzten Blutstropfen kämpfen, um wieder ein freies
Europa der Vaterländer zu haben. Freie Nationalisten lassen
sich nicht unterdrücken, wir werden uns erheben und dieses
System zerschlagen!" Warten wir einmal ab.
Altermedia Suisse/Novopress.info Suisse
Wie das linke Portal "Indymedia" und das rassistisch inspirierte
"AlterMedia" funktioniert auch "novopress.info":
Es wird von unbekannten Personen betrieben, ist international vernetzt
und will gegen die Mainstream-Medien anschreiben, im Gegensatz zu
"Indymedia" jedoch von Rechtsaussen. Es will - gemäss
verbreiteten Begriffen der Neuen Rechten - das "Einheitsdenken"
und die "Einheitsinformationen" bekämpfen. Eingetragen
ist die Site ("novopress.info") auf Fabrice Robert, einen
Exponenten der französischen Identitaires. Unbekannt ist, wer
den Schweizer Teil des Nachrichtenportals betreibt. Auf "novopress
Suisse" werden Berichte von Dritten weiterverbreitet, beispielsweise
Mediencommuniqués der SVP und der Genfer Identitaires wie
auch Blog-Beiträge des rechts stehenden Journalisten Philippe
Barraud ("commentaires.com"). Die Themen entstammen den
politischen Agenden der Nationalkonservativen und der rassistisch
inspirierten Neuen Rechten (Nouvelle Droite), insbesondere Migration,
Islam und Kriminalität.
Holocaust-Leugner
Holocaust-LeugnerInnen bestreiten drei offensichtliche
historische Tatsachen: Erstens, dass es einen Plan zur Ermordung
der europäischen Juden gegeben habe; zweitens, dass Gaskammern
zur Ermordung der Opfer gebaut worden seien; und drittens, dass
die Zahl der durch die nationalsozialistische Judenverfolgung umgekommenen
Jüdinnen und Juden mehrere Millionen betrage.
In der Schweiz (wie in vielen anderen Ländern auch) waren die
Holocaust-Leugner 2009 kaum noch aktiv. Seit Jahren befindet sich
die Internationale der Holocaust-Leugner in einer Krise, weil sich
einerseits ihr Leugnen im Kreise zu drehen beginnt, anderseits viele
bekannte Exponenten wie Germar Rudolf, Ernst Zündel oder Horst
Mahler kürzere oder längere Gefängnisaufenthalte
absolvieren mussten oder noch immer müssen, sofern sie sich
nicht, wie der Basler Jürgen Graf, der Strafverfolgung durch
Flucht entzogen. Trotz Krise und fehlenden neuen Ansätzen sind
Holocaust leugnende, allenfalls verharmlosende Ansichten in der
gesamten rechtsextremen Szene verbreitet, sie werden genährt
von einem meist grobschlächtigen Antisemitismus.
Jürgen Graf
Der bekannteste Schweizer Holocaust-Leugner, Jürgen Graf, lebt
weiterhin in Moskau. Er veröffentlichte 2009 zwei grössere
Texte, einer ist eine wütende Abrechnung mit dem ebenso umstrittenen
wie Hitler freundlichen Historiker David Irving, der andere ein
Vortrag, den Graf Mitte April 2009 an einer durch den wirren Rechtsaussenpolitiker
Wladimir Schirinowski gegründeten "Privatuniversität"
in Moskau gehalten hatte, vor - so berichtet Graf selbst - 21 Zuhörern.
Graf wiederholte seine bekannten Ansichten, zum Beispiel, dass "im
Westen eine neue Staatsreligion, die Holocaust-Religion" entstanden
sei. Er erwähnte auch, dass er zuerst Atheist gewesen sei,
doch vor einiger Zeit zum Christentum gefunden habe. (Gerüchte,
wonach Graf sich zwischenzeitlich einer obskuren christlichen Sekte
angeschlossen habe, liessen sich bis anhin nicht erhärten.)
Auch in Russland tritt Graf als Holocaust-Leugner auf, 2008/2009
veröffentlichte er auf Russisch "Der Bankrott der Weltordnung"
(Krach mirowogo porjadka). Grafs Einfluss auf die Schweizer Rechtsextremenszene
ist hingegen minimal geworden.
Bernhard Schaub
Ende Oktober 2009 erhielt Schaub wieder einmal einen grossen Auftritt.
Am Kongress der Anti-Zensur-Koalition (AZK), geleitet und organisiert
vom sektiererischen Christen Yvo Sasek, referierte Schaub über
"Wem dient das Anti-Rassismus-Gesetz?" vor mehreren hundert
Personen, von denen er am Schluss Bravorufe, Pfiffe und auch einige
Buhs erntete. In seiner Rede wandte sich Schaub gegen den Gleichheitsgedanken
der Menschenrechte, die Demokratie, die Rassenvermischung und argumentierte
für den Antisemitismus. Die Rassismus-Strafnorm führe
dazu, so Schaub, dass ein bestimmter Menschenschlag, der sich für
etwas Besseres halte, jeder kritischen Diskussion entzogen sei.
Er bezeichnete Sigi Feigel, einst Ehrenpräsident der Israelitischen
Cultusgemeinde Zürich (ICZ), als "frechen Kerl" und
als "kleinen Sektenboss". Und Feigels Aussprache mit Christoph
Blocher im Vorfeld der Volksabstimmung über die Rassismus-Strafnorm
kommentierte Schaub mit der Bemerkung: "Wer hat hier wen im
Griff! Wedelt der Hund mit dem Schwanz oder der Schwanz mit dem
Hund? Sigi Feigel wedelt mit Christoph Blocher und der Staat Israel
wedelt mit den Vereinigten Staaten von Amerika." Für seine
antisemitische Ansprache erhielt Schaub mehrmals Szenenapplaus.
Yvo Sasek gratulierte Schaub bei der Verabschiedung für "die
sehr mutige Rede", bei der Begrüssung hatte er behauptet,
Schaub sei zweimal Opfer einer "beispiellosen Medienhetze"
geworden. Wochen später publiziert Sasek ein Video des vollständigen
Auftrittes
Schaub verbreitet über seine Homepage - wie auch über
einen deutschen Partner - rund ein Dutzend Broschüren. Die
Reihe nennt er Ghibellinum-Bücherei, mit Titeln wie "Europa"
oder etwa "Der Staat der Deutschen", aber auch über
Volkstänze oder über "Nordische Gesundheit"
und "Deutsche Physik". Nicht zum "deutschen Staatsvolk"
gehören - für Schaub zumindest - Jüdinnen und Juden,
denn für ihn sind die "Nürnberger Rassengesetze"
immer noch gültig. Insgesamt belegen die verschiedenen Broschüren,
dass Schaub eine nationalsozialistische Weltsicht vertritt.
Weiterhin über eine Postfachadresse in Montreux erreichbar
ist das Unterstützungskomitee für den französischen
Holocaust-Leugner Vincent Reynouard. Damit aber hat es sich, von
weiteren Komitee-Aktivitäten in der Schweiz ist nichts bekannt,
ausser dass deren Homepage auch wenige Nachrichten über Verfahren
gegen (mutmassliche) Schweizer Holocaust-Leugner verbreitet.
Januar 2010
Hans Stutz
Alle Rechte beim Verfasser.
Der Text, versehen mit Fussnoten, wurde zuerst veröffentlicht
auf der Homepage der Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus
(GRA), siehe http://chronologie.gra.ch/index.php?p=68
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