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Die Rechtsextremisten blieben an der traditionellen
Gedenkfeier im Hintergrund
Rund 220 Rechtsextremisten nahmen gestern Samstag an der Sempacher
Schlachtfeier teil. Es war der grösste Neonazi-Aufmarsch, seit
sich diese Szene an diesem Anlass beteiligt. Zur Teilnahme aufgerufen
hatte die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) erschienen
sind vorwiegend junge Männer, darunter auch einige aus der
Romandie. Morgens zogen die Extremisten im offiziellen Umzug mit
vielen Fahnen auf das ehemalige Schlachtgelände. Wenige Minuten
nach dem Festakt starteten die Rechtsextremen ihren eigenen Auftritt,
angeleitet von einem eigenen Sicherheitsdienst. Ein Pnos-Vertreter
hielt eine kurze Ansprache, bevor die Rechtsextremen die alte Schweizerhymne
sangen und zwei Kränze am Gedenkstein für den Sempach-Helden
Arnold von Winkelried niederlegten.
Die Schlachtfeier wird vom Kanton Luzern organisiert. Im Vorfeld
meinten mehrere Kantonsvertreter, solange die Rechtsextremisten
nicht störten, würden sie nicht als Problem angesehen.
Daniel Bussmann, Pikettoffizier der Luzerner Kantonspolizei, erklärte
nach der Veranstaltung, die Polizei habe die Rechtsextremisten angesprochen
und auf Deeskalation gesetzt. Die Rechtsextremen hielten sich grösstenteils
an die Vorgaben und führten keine Nazi-Fahnen mit.
Erstmals waren diese im Jahr 2003 an der Schlachtfeier aufgetreten,
im vergangenen Jahr waren es rund 160 gewesen. Unklar ist noch,
ob die Rechtsextremen das Sempacher Schlachtgedenken als Ersatz
oder Zusatz für die Rütli-Bundesfeier vom 1. August sehen,
an der ihre Anwesenheit nicht erwünscht ist.
Hans Stutz
SonntagsZeitung, 29.06.2008
Alle Rechte beim Verfasser.
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