In
Schwyz darf die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) am kommenden
Samstag nicht demonstrieren. Hingegen organisiert ihre Berner-Oberland-Sektion
einen Vortragsabend mit einem französischen Rechtsextremisten.
Für den kommenden Samstagabend lädt die Pnos-Sektion
Berner Oberland zu einem Vortrag mit dem in Deutschland lebenden
französischen Rechtsextremisten Pierre Krebs. Dies geht aus
einem Einladungsschreiben hervor, das vom Sektionsvorsitzenden Jordi
de Kroon unterschrieben ist. Treffpunkt ist die Raststätte
Münsingen bei Bern, Fahrtrichtung Thun, zwischen 18.00 und
18.30 Uhr. Die Anreisenden werden dann weitergeleitet zum tatsächlichen
Versammlungsort, mutmasslich im Raum Thun/Interlaken/Berner Oberland.
Der Vortrag soll um «ca. 19.00 Uhr» beginnen. Gemäss
der Einladung will Krebs bei seinem Auftritt auf die Bedeutung einer
«europäischen Wiedergeburt» eingehen und zudem
das Bild eines Europas zeichnen, «das sich von seinen amerikanischen
und zionistischen Tyrannen» befreit habe. Zionistisch ist
hier ein Codewort für «jüdisch» und verweist
auf die antisemitische Vorstellung einer jüdischen Geheimherrschaft.
Der 62-jährige Pierre Krebs, der in den Siebzigerjahren von
Frankreich nach Deutschland umzog, gehört zu den Mitbegründern
des Thule-Seminars in Kassel, das eine europäische Neuordnung
aller europäischen Völker anstrebt, «unter besonderer
Berücksichtigung ihres biokulturellen und heidnisch-religiösen
Erbes».
«Todesurteil für alle Ewigkeit»
Krebs verbreitet krude rassistische Theorien. In einem Vortrag,
den er 2006 in Rom hielt, behauptete er, «wenn ein Volk die
Erbanlagen einer fremden Rasse» aufsauge, dann unterschreibe
«es sein biologisches und kulturelles Todesurteil für
alle Ewigkeit». Das NPD-Sprachrohr «Deutsche Stimme»,
in der Krebs bereits mehrmals publiziert hat, druckte die Rede anschliessend
vollständig ab. Krebs wurde bereits mehrmals in Deutschen Verfassungsschutzberichten
erwähnt. Der hessische Verfassungsschutz zählt e Krebs
2005 zu jenen Intellektuellen, die «die gezielte Beeinflussung
gesellschaftlicher Debatten im Sinne der rechtsextremistischen Ideologie
anstreben».
Auf Anfrage erklärt Pnos-Mediensprecher Mario Friso, beim
Vortrag handle es sich nicht um eine «Ausweichveranstaltung»
zur abgesagten Demonstration «gegen Masseneinbürgerungen»
in Schwyz. «Die beiden Veranstaltungen hätten
wäre die Kundgebung denn bewilligt worden unabhängig
voneinander stattgefunden.»
Hans Stutz
Der Bund, 4. März 2008
Alle Rechte beim Verfasser.
|