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Bereits 1999 aufgesogen hat die SVP die 1985 als Autopartei gegründete
Schweizerische Freiheitspartei (FPS). Die Partei der «Raser
und Rassisten» (Jürg Frischknecht) verlor vor acht Jahren
sämtliche Nationalratssitze. Im Jahr 1991, als SVP, FPS und
Schweizer Demokraten (SD) zu den grossen Wahlsiegern gehörten,
hatte sie acht Sitze erreicht. Nach 1995 - als sich der Niedergang
abzeichnete - wechselten mehrere FPS-Exponenten (zum Beispiel Roland
Borer und Ulrich Giezendanner) zur SVP. Ein anderer FPS-Exponent,
der Zürcher Michael E. Dreher, ist inzwischen auch bei der
SVP. Er kandidierte diesen Herbst auf einer «SVP-Autoliste»
- mit durchschlagendem Misserfolg. Die Liste schaffte 0,27 Prozent
WählerInnen- anteil. Ähnlich erfolgreich waren die beiden
noch kandidierenden FPS-Sektionen, sie erreichten 0,6 Prozent
im Kanton Bern, 0,08 im Kanton Zürich. Fazit: Die FPS ist am
Ende. Nur ihr Präsident Jürg Scherrer bleibt noch in seinem
Amt als Bieler Polizeidirektor.
Nicht aufgesogen, sondern verdrängt hat die SVP die Schweizer
Demokraten, die sich gerne als «Sozialpatrioten» verstehen.
Auch dieser Niedergang zeichnete sich ab. Seit 1999 sass der Berner
Bernhard Hess noch als SD-Einzelmaske im Parlament. Am vergangenen
Sonntag holten die SD im Kanton Bern gerade noch 1,5 Prozent (1991
waren es 6 gewesen). Chancenlos war die Partei auch in den anderen
neun Kantonen, in denen sie noch antrat: Sie erreichte zwischen
1,9 Prozent im Thurgau und 0,19 Prozent in der Waadt. Auch die SD
sind am Ende.
In Basel-Stadt sind die SD sogar von einem Rechtsextremisten überholt
worden. Eric Weber erreichte mit seiner «Volks-Aktion gegen
zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat» 1,46
Prozent und damit mehr als doppelt so viel wie die SD. Ganz nach
dem Motto: wenn schon rechtsextrem, dann aber richtig.
Das Fiasko im Tessin
Rechts neben der SVP gibt es im Nationalrat also nichts mehr ausser
dem EDU-Sitz des Minarettbekämpfers und christlichen Fundamentalisten
Christian Waber und jenen der Lega. Das Tessin ist inzwischen
das Schwarze Loch der Blocher-Partei. Sie war zwar dort bereits
einmal auf dem Weg zum Erfolg, bis die SVP-Hoffnung Roger Etter
im Frühling 2003 einem Freund, dessen Geld er sich angeeignet
hatte, in den Kopf schoss. Das Opfer überlebte, Etter sitzt
im Knast, und die Tessiner SVP ist politisch im Keller.
Hans Stutz
Die Wochenzeitung WOZ, 25. Oktober 2007
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