|
Letztmals vergangenen Woche, als sie unmittelbar nach der Verurteilung
des kanadisch-deutschen Holocaust-Leugners Ernst Zündel dessen
"Freiheit" forderte. Der 67jährige Zündel, der
seit Mitte der 90er-Jahre von Kanada aus eine ausführliche
Internet-Seite mit einschlägigem Angebot geführt hatte,
war am Donnerstag in Mannhein/Deutschland Landgericht wegen Volksverhetzung
zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. In der Urteilsbegründung
hatte der Richter befunden, Zündel sei "ein gefährlicher
politischer Agitator, Hetzer und Brandredner", der eine "Rückkehr
in das faschistische Staatswesen" anstrebe. Auf diese Begründung
geht die PNOS nicht ein, hingegen erachtet sie in antisemitischer
Weise den Holocaust als "moralischen Knüppel in den Händen
einiger Hundertschaften", die den Völkermord an den Jüdinnen
und Juden, instrumentalisieren würden, "um ihre Macht
durch die Akkumulation von Kapital und das Erpressen von Milliardenbeträgen
zu zementieren." Analog zu den deutschen Rechtsextremisten
beschimpft die PNOS die deutsche Rechtsprechung als "Besatzerjustiz",
62 Jahre nach dem Fall des nationalsozialistischen Regimes hätten
"Totalitarismus und Despotie in Deutschland wieder Einzug gehalten."
Hans Stutz
Alle Rechte beim Verfasser
Dieser Text erschien leicht bearbeitet in Die Wochenzeitung WOZ,
22. Februar 2007 und Tachles, 23. Februar 2007 |