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Appenzell 120 Rechtsextreme haben gestern in Appenzell gegen Kinderschänder
und für die Todesstrafe demonstriert. Der Bezirksrat Appenzell
hatte die Bewilligung für die Kundgebung zurückgezogen,
nachdem bekannt geworden war, welche Gruppierungen und Anliegen
hinter der Anfrage standen.
Das Thema «Kinderschänder» wird in der rechtsextremen
Szene immer wieder aufgenommen. Sie hofft, so auf Akzeptanz in der
Bevölkerung zu stossen. Die Polizei verweigerte den Demonstranten
den Weg zum Rathaus, schlug jedoch einen Marsch zum Hallenbad vor,
von wo die fünfjährige Ylenia entführt worden war.
Vor dem Hallenbad legten einige Teilnehmer Blumen nieder. Die Familie
von Ylenia hatte sich von der Kundgebung distanziert.
Die Demonstranten verteilten Flugblätter des Neonazi-Netzwerkes
Blood and Honour, in denen verklausuliert die Todesstrafe gefordert
wird. Ohne Umschweife stand die Botschaft auf T-Shirts: «Für
alle Länder Todesstrafe für Kinderschänder».
Zur Kundgebung aufgerufen hatte die bis anhin unbekannte Frei Nationale
Kameradschaft Schweiz-Germania. Rechtsextreme Organisationen wie
die Partei National Orientierter Schweizer (Pnos) unterstützten
den Aufruf.
Hans Stutz
Die SonntagsZeitung, 14. Oktober 2007
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