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Bereits mehrmals haben NLZ-Redaktoren den SP-Gross-Stadtrat Lathan Suntharalingam heftig gescholten, weil dieser die SVP vor einiger Zeit als "Neonazi-Anwältin" bezeichnet hatte. Allerdings hat es die lokale Monopol-Tageszeitung - und dies überrascht bei diesem SVP-Sprachrohr nicht - bis anhin unterlassen, den Vorwurf inhaltlich zu überprüfen. Dann tun wir es eben und fragen wir uns einmal: Wie ist das Verhältnis der SVP zum Rechtsextremismus, insbesondere auch zu den Naziskinheads? Und weil wir hier nur wenig Platz zur Verfügung haben, schränken wir die Frage noch ein: Wie ist das Verhältnis der SVP des Kantons Luzern zum Rechtsextremismus in den vergangenen Monaten? Material haben wir ja genug gefunden.
Wie in den vorigen Jahren versammeln sich auf
dem Rütli am 1. August mehrere hundert Rechtsextremisten, insbesondere
Naziskinheads. Dieses Jahr waren es rund achthundert, sie schrien
den SVP-Bundespräsidenten Samuel Schmid nieder. Bereits am
kommenden Tag veröffentlichte der SVP-Sprecher Ruedi Stöckli
eine Medienmitteilung, in der er SVP-Bundesrat Samuel Schmid vorwirft
«bewusst mit Rassismus und Antisemitismus und der bevorstehenden
Abstimmung zur Ost-Personenfreizügigkeit» provoziert
zu haben. Und es sei eine Schweinerei, so Stöckli weiter, «alle
Patrioten in den Kübel der Neonazis einzuordnen». Tage
später publiziert die SVP des Kantons Luzern in der NLZ ein
Inserat, in dem sie ähnliche Argumente verbreitet und damit
die Rechtsextremisten verteidigt. Aber es kommt noch gravierender:
Als Quellenvermerk für eine Statistik über Arbeitslosigkeit
in Deutschland gibt die SVP Kanton Luzern die Zeitung «Neue
Solidarität» an. Diese Zeitung gehört zum Konglomerat
des US-Rechtsextremisten und Verschwörungsphantasten Lyndon
LaRouche. Die Zeitschrift einer rechtsextremen Organisation ist
also SVP-Materiallieferantin.
Aber damit nicht genug. Im Parteiblatt «SVP-Kurier» erscheint im August 2005 ein Beitrag, mit der Quellenangabe «Für Sie gelesen in den UN-Nachrichten 7/05, G.K.» Ob es sich bei diesem Leser G.K. um den Wauwiler Grossrat Gerhard Klein handelt oder nicht, tut hier wenig zur Sache, klar ist, wie der Verfassungsschutz von Nordrhein-Westfalen seit Jahren diese famose SVP-Quelle einschätzt: Nämlich als rechtsextreme Publikation, die unter anderem «elementare Grundrechtsprinzipien» in Frage stelle, auch «revisionistische Ansätze» habe, insbesondere bei der «Kriegsschuldleugnung». Schon wieder also beruft sich die SVP des Kantons Luzern auf eindeutig rechtsextremistisches Material.
Da verwundert es auch nicht, dass Texte von SVP-Exponenten
in rechtsextremistischen Heften auftauchen. So veröffentlicht
die Zeitschrift «Recht+Freiheit» im Mai 2005 einen Text
von Josef Huber, Obernau, «a.Grossrat SVP» auf der Frontseite
als Leitartikel gegen den Schengen-Beitritt. «Recht+Freiheit»
ist die Zeitschrift des Basler Holocaust-Leugners Ernst Indlekofer.
Fazit: Die SVP Kanton Luzern täte besser, ihre rechtsextremistischen
Flecken eingestehen, als einen Parteikritiker mit einer hetzerischen
Kampagne einschüchtern zu wollen.
Hans Stutz
Rundbrief des Grünen Bündnis Luzern, Januar 2006
Alle Rechte beim Verfasser.
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