Jürgen Graf und Gaston-Armand Amaudruz unter den Teilnehmern
Trotz Ankündigung liess die Polizei die Holocaust-Leugner, die mit der Verbreitung ihrer Theorie gegen das Anti-Rassismus-Gesetz verstossen, unbehelligt. Markus Rieder von der Walliser Kantonspolizei rechfertigt sich, man habe nichts gewusst von der Veranstaltung. Es seien am Freitagabend auch keine Meldungen eingegangen. Das polizeiliche Nichtwissen überrascht: Immerhin hatte die welsche Tageszeitung «Le Temps» am Freitag über den geplanten «Walliser Abend der Holocaust-Leugner» berichtet.
So lauschten gegen fünfzig Personen, darunter rund ein Dutzend Skinheads, am Freitagabend in Sitten unbehelligt den Vorträgen zum Bergier-Bericht. Prominente Teilnehmende waren der umtriebige Jürgen Graf und der Lausanner Altfaschist Gaston-Armand Amaudruz. Grafs Vortrag zum Bergier-Bericht habe gemäss der Tageszeitung «Le Matin» den Titel «Anatomie einer Fälschung» getragen.
An der Kasse lag gemäss Recherchen der SonntagsZeitung auch die neuste Publikation des Holocaust-Leugner-Vereins auf, die sich mit dem Bergier-Bericht und mit der Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg befasst. Darin publizieren neben Graf und Berclaz weitere bekannte Schweizer Antisemiten ihre Theorien, etwa der einstige Anthroposophie-Lehrer Bernhard Schaub. |