Meldungen zu Rechtsextremismus und Rassismus in der Schweiz

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Paris, 2. September 2017

Die islamophobe Gruppe "Riposte Laïque" feiert ihr zehnjähriges Bestehen. Die Neuenburger SVP-Kantonsparlamentarierin Danielle Borer, einst Gründungsmitglied von "Riposte Laïque Suisse", nun Mitarbeiterin des Rechtaussen-Blogs "Les Observateurs", verliest eine Grussbotschaft des abgewählten Walliser SVP-Staatsrats Oscar Freysinger.

Kurzbericht, erschienen in Tachles, 8. September 2017

„Sturmspitze“ Freysinger
Seit seiner Abwahl hält sich der Walliser SVP-Exponent Oscar Freysinger zurück mit öffentlichen Stellungsnahmen. Vergangenes Wochenende machte er eine Ausnahme, zu Gunsten seiner islamophoben Freunde von Riposte Laïque, die am Samstag in Paris das 10jährige Bestehen ihrer Organisation feierten.
In einer Grussbotschaft lobte der abgewählte  Ex-Staatsrat zuerst sich selbst, er habe die Ehre gehabt, „Sturmspitze“ der erfolgreichen Minarett-Verbot-Initiative gewesen zu. Dann erging sich Freysinger in konspirativen Mutmassungen: „Der Islam“ sei nur „der Rammbock“, verwendet von einer „kleinen Clique Vermögender vom Typ George Soros“. Er diene ihnen dazu „Chaos“ zu schaffen, ausgestreut von der „industrie-militärischen Lobby der USA“, alles um die bürgerlichen Freiheiten einzuschränken. Der einstige Berufspolitiker behauptete weiter, die Medien seien gleichgeschaltet, die Politiker gekauft und die Bürger durch Brot und Spiele gezähmt.

Verlesen wurde Freysingers Lamento von der Neuenburger SVP-Kantonsparlamentarierin Danielle Borer, einst Gründungsmitglied von Riposte Laïque Schweiz. Sie behauptet, in der Schweiz gebe es heute „überall Schleier, überall Afrika“, auch spricht sie vom „afro-muslimischen Abschaum“. Bis anhin unbekannt war der nächste Schweizer Redner: Guy Sebag, ein älterer Herr, angekündigt als Präsident von Riposte Laïque Schweiz, gemäss seinen Worten jedoch seit vier Jahren in Israel wohnhaft. Er beschwor die „christlich-jüdische Tradition“ und forderte, dass der Koran im ganzen Abendland verboten werde.