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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, September 2010 |
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Opfikon
ZH, 24. September 2010 |
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Fast zwei
Monate Zeit brauchen die örtlichen Grünliberalen um ihr
Mitglied Urs Wagner auszuschliessen, der am 1. August in einer Rede
gefordert hatte, dass die Ansiedlung nichtweisser Menschen in Europa
abgelehnt werden müsse. (Siehe Eintrag Opfikon ZH, 1. August
2010) Wagners "teilweise rassistische Rede" sei, so die
grünliberale Ortspartei in ihrer Medienmitteilung, fehl am Platz
gewesen und entspreche nicht den Grundsätzen der Partei. |
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Altdorf
UR, 22. September 2010 |
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"Renato"
liess er sich am 5. August 2007 nennen, als er auf dem Rütli
zu seinen rechtsextremen GesinnungskameradInnen sprach. Als Markus
Martig steht er vor dem Obergericht Uri, angeklagt auch der Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm. Er hatte damals zuerst den Holocaust-Leugner
Philippe Brennenstuhl gelobt und später behauptet: "Auch
das Antirassimusgesetz wurde nur dafür installiert, um eine geschichtliche
Lüge zu stützen um dem Schweizer das Aussprechen der Wahrheit
zu verbieten. Das Antirassismusgesetz ist ein typisches Gesetz, von
fremden Mächten auferlegt, um uns in unserer Wehrhaftigkeit einzuschränken."
Das Landgericht Uri hatte Martig zu einer Busse von 200 Franken und
einer bedingten Geldstrafe von 8 Tagessätzen zu 100 Franken verurteilt.
Kurze Zeit nach der Publikation dieses Urteils war er aus dem PNOS-Vorstand
wie auch aus dem Vorstand der Sektion Emmental zurückgetreten.
Vor dem Obergericht verlangt Martigs Verteidiger einen vollständigen
Freispruch und versteigt sich zur Behauptung, die Rassismus-Strafnorm
verstosse gegen die Bundesverfassung. Auch sonst trägt er wenig
Substanzielles zur Entlastung seines Mandanten vor. Martig selbst
ist sich keiner Schuld bewusst.
Das Urteil wird später schriftlich eröffnet. |
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Willisau
LU, Anfang September 2010 |
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Wieder einmal
veröffentlicht ein Luzerner SVP-Mitglied lobende Worte über
die rechtsextremistische Partei National Orientierter Schweizer PNOS.
In der Parteizeitung "SVP Kurier", redaktionell betreut
von Anian Liebrand, schreibt Simon Ineichen von der SVP Willsau über
die Auseinandersetzungen um die Sempacher Schlachtfeier, die "Verschmierung
des Winkelried-Denkmals" durch den Slogan "No Nazis"
und die darauffolgende Sprengfallen-Drohung der PNOS-Sektion Willisau.
Ineichen lobt die Aussetzung eines "Kopfgeldes von rund 500 Franken"
als "vorzügliches Verhalten, welches der Luzerner Justiz
unter die Arme greift." Ineichen endet mit dem Fazit: "Die
PNOS, welche das Denkmal zu würdigen weiss und Ordnung und Sitte
wieder hergestellt sehen will, wird nun in völlig ungerechter
Weise zum künftigen Täter deklassiert. Ein Trauergewitter
schlechthin!". |
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Zürich/Tuttwil
TG, 8. September 2010 |
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Das Obergericht
Zürich stellt das Verfahren gegen Erwin Kessler, Präsdient
des Vereins gegen Tierfabriken VgT, ein, weil inzwischen alle Anklagepunkte
verjährt sind. Das Gericht, präsidiert vom Schweizer Demokraten
Christoph Spiess, spricht Kessler eine Entschädigung von 11'000
Franken zu. Die Oberrichter stellten aber auch fest, dass Kessler
bei seiner Kritik am Schächten keineswegs zugebilligt werden
könne, sich «zweifelsfrei innerhalb der vom Verbot der
Rassendiskriminierung gezogenen Grenzen» oder gar des üblichen
Anstandes bewegt zu haben. |
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Ende
einer unrühmlichen Episode der Zürcher Justiz |
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Zum
vierten Mal am Start |
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Unbekannter
Ort im Berner Oberland, 5. September 2010 |
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Rund "ein
Dutzend Aktivisten der Helvetischen Jugend" treffen sich zu einer
Gedenkveranstaltung für die gefallenen Berner Oberländer
Soldaten des Ersten Weltkrieges. Dies berichtet die Helvetische Jugend
Berner Oberland Tage später auf der Homepage. Nach einer Kranzniederlegung
erging sich ein Redner dann allerdings "über die Bombardements
alliierter Bomberverbände während des Zweiten Weltkrieges".
Er könne heute davon ausgegangen werden, "dass die Angriffe
der Schwächung der deutschen Kriegsindustrie dienten, für
welche die Schweiz teilweise Zulieferer war." Weiter habe der
Redner "den Reduit-Plan von General Guisan als probates Mittel"
gewertet. Die Schweizer Soldaten, "die während den beiden
grossen Kriege des letzten Jahrhunderts an der Grenze standen",
seien "die wahrhaftigen Verteidiger der Schweier Freiheit".
Ihnen gelte der Dank "nicht unseren Politikern oder Wirtschaftsführern". |
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Biel/Bienne,
4. September |
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Die PNOS feiert
ihr 10-jähriges Bestehen. Gemäss ihren Angaben nehmem rund
250 Personen an der Feier teil. Neben dem aktuellen PNOS-Präsidenten
Dominic Lüthard sprechen der Aargauer Pascal Trost, einst Mitglied
der Freiheitspartei und der SVP, und dann noch Robert Faller, Bundesgeneralsekretär
der österreichischen Nationalen Volkspartei NVP. Nach den Ansprachen
sangen die süddeutsche Liedermacherin Tanja und dann Frank Rennicke,
der bekannteste rechtsextreme Liedermacher Deutschland und Mitglied
der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD). |
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Zofingen
AG, 3. September 2010 |
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Vor dem Bezirksgericht
erscheinen zwei Männer und eine Frau, ein vierter Angeklagter,
ein österreichischer Staatsangehöriger, bleibt der Verhandlung
fern. Sie sind angeklagt im November 2007 mitbeteiligt gewesen zu
sein, als sechs Neonazis einen missliebigen jungen Mann zuerst mit
einer Flasche niederschlugen und auf den Boden Liegenden noch mit
ihren Springrstiefeln auf das Opfer einschlugen, auch gegen den Kopf.
/Zwei weitere Tatbeteiligte müssen sich vor dem Jugendrichter
verantworten.) Das Bezirksgericht spricht einen 24-jährigen Basler
frei, da er während der Tat einige Meter entfernt gestanden sei.
Es verurteilt eine 24-jährige Aargauerin wegen Angriff und Tätlichkeit
zu einer bedingten Geldstrafe und einen 22-jährigen Solothurner
zu neun Monaten Freiheitsentzug, die er in Halbgefangenschaft absitzen
darf. |
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Schnottwil
SO, 1.September 2010 |
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Der Tagesanzeiger
berichtet, dass der Schwinger Christian Stucki in einem Interview
in der SBB-Postille "Via" in einer Aussage einen einschlägig
bekannten rechtsextremistischen Slogan verwendet hat. Auf die Frage:"In
Ihrem Selbstverständnis: Sind Sie zuerst Berner oder Schweizer?"
erklärt Stucki: "Zuerst bin ich Eidgenosse ( lacht). Nein,
das ist immer ein heikles Thema, weil es schnell heisst, man sei ausländerfeindlich.
Aber Schweizer kann jeder werden, Eidgenosse nicht." Das Magazin
erschien bereits Anfang August, doch blieb diese Aussage bis anhin
unbeachtet. |
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