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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Mai 2010 |
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Zürich,
20. Mai 2010 |
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Die Ombudsfrau
der Stadt Zürich, Claudia Kaufmann, veröffentlicht ihren
Jahresbericht 2009, in dem sie ebenso zurückhaltend wie umständlich
formuliert die rassistische Praxis von Zürcher StadtpolizistInnen
kritisiert. Sie schreibt: Zu den Beschwerdeführenden würden
auch 2009 "wieder überdurchschnittlich viele jüngere
schwarze und dunkelhäutige Männer" gehören. Im
Mittelpunkt ihrer Beschwerden habe "wiederum neben der Frage
nach dem Grund der Kontrolle vor allem diejenige nach der Art und
Weise des polizeilichen Vorgehens" gestanden. Sie schreibt weiter
: "In diesem Zusammenhang ist auf die Problematik des «Racial
Profiling» hinzuweisen. Im konkreten Einzelfall müssen
wie es für Personenkontrollen grundsätzlich gilt
individuelle Anhaltspunkte gegeben sein, die das Einschreiten
der Polizei rechtfertigen." |
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Sempach
LU, 16. Mai 2010 |
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Die "SonntagsZeitung"
veröffentlicht gekürzt meine Recherche über die Absichten
von Rechtsextremen, am letzten Samstag im Juni vom Städtchen
Sempach zum Schlachtfeld zu laufen.
Aufmarsch in Sempach
Rechtsextreme wollen am letzten Samstag im Juni in Sempach zum Schlachtgelände
marschieren. Diesen Aufruf verbreitet ein Aargauer Rechtsextremist,
der im vergangenen Jahr an der Spitze des Aufmarsches mitlief. Auch
die Partei National Orientierter Schweizer PNOS kündigt in ihrer
Parteizeitschrift einen "würdigen Anlass" an. Auf Anfrage
erklärt PNOS Präsident Dominic Lüthard, die PNOS würde
"selbstverständlich" am Aufmarsch teilnahmen, ihn jedoch
nicht selber organisieren, das seien "andere nationale Kräfte".
Genauere Angaben macht er nicht.
Den Luzerner Behörden war die Ankündigung bis anhin nicht
bekannt. Harry Sivec, Informationschef des Kantons Luzern, verweist
jedoch auf das Reglement über die Benützung des Schlachtfeldes.
Dieses verlangt für jeden öffentlichen Anlass eine Bewilligung.
Unklar ist noch, wie die die Behörden auf einen unbewilligten
Aufmarsch reagieren wollen.
Seit 2003 liefen Rechtsextreme an der vom Kanton organisierten Schlachtfeier
im offiziellen Umzug mit und legten anschliessend einen Kranz am Gedenkstein
nieder. Im letzten Jahre löste eine Gegen-Kundgebung der Jungsozialisten
einen personalintensiven Polizeieinsatz und eine heftige Debatte über
die Zukunft der Feier aus. Die Kantonsregierung beschloss daraufhin,
in diesem Jahr der Schlacht ausschliesslich in einem werktäglichen
Gottesdienst zu gedenken. Dies zum Missfallen der Rechtsextremen und
vieler bürgerlicher Rechtsaussen, insbesondere aus den Reihen
der SVP. |
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Emmen
LU, 8. Mai 2010 |
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An der Delegiertenversammlung
der Jungen SVP (JSVP) Schweiz benutzt Anian Liebrand, Präsident
der JSVP Kanton Luzern, in seiner Eröffnungsrede zweimal den
Begriff "Fremdvölker", der üblicherweise nur von
Rechtsextremen verwendet wird. Zuerst meint er, der Ausländeranteil
im Kanton Luzern liege "bei 16 %, die meisten Fremdvölker
stammen aus dem Balkan. Mit einigen von ihnen haben wir unsere liebe
Mühe." Und über die Stadt Luzern erklärt er: "Drogenabhängige,
Roma-Bettler und weitere Fremdvölker prägen heute das Stadtbild
und widerspiegeln die multikulturelle Ideologie jener linken Kräfte,
die in immer mehr Schaltstellen der Macht eingezogen sind." |
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Triengen
LU, 2. Mai 2010 |
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Am Morgen
entdecken Passanten, dass Unbekannte im Eingangsbereich der mazedonisch-orthodoxen
Kirche zwei Hakenkreuze, einmal die Zahl "88" (=Heil Hitler)
und einmal die Zahl "848" (=Heil Dir Helvetia) angebracht
haben. Auch beschädigen die Täter das automatische Fensteröffnungssystem
der Kirche. |
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Thun
BE/Schweinfurt, 1. Mai 2010 |
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Der Tag der
Arbeit ist ein politischer Feiertag, den auch die Rechtsextremisten
gerne für sich beanspruchen. In den vergangenen Jahren organisierte
die Partei National Orientierter Schweizer PNOS mehrmals unangemeldete
Demozüge, letztmals 2008, als rund 100 Personen in Fribourg durch
die Strassen zogen. In diesem Jahr konnten die Schweizer Rechtsextremen
nur noch zehn Köpfe mobilisieren. In Thun wollte dieses Grüppchen
Flugblätter bei der Gewerkschaftsdemo verteilen, als "gerade
die Schweizer SP-Aussenministerin eine Rede hielt". Dies berichtet
die PNOS-Sektion Berner Oberland. Die Rechtsextremen kamen nicht weit,
Polizisten stoppten sie und hielten sie mehrere Stunden fest. Danach
hätten sie aber, so erklärt der PNOS-Schreiber, noch rund
1000 Flugblätter in Thun verteilt. Der Blatt kritisiert - im
linken Sprachjargon - den Kapitalismus, verschweigt aber, dass die
PNOS eine nationalistische und rassistische motivierte Umgestaltung
der Schweiz anstrebt.
Mehr Erfolg hatte der Basler PNOS-Sektionspräsident Philippe
Eglin, der in der bayerischen Kleinstadt Schweinfurt an einer NPD-Kundgebung
als Redner auftrat. Eglin habe, so ein Versammlungsteilnehmer in einem
einschlägigen Forum, "sehr kämpferisch und revolutionär"
gesprochen und sei "für die Einigkeit zwischen Deutschland,
Österreich und der Schweiz" eingestanden. |
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