Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, März 2010

   
 
  Kanton BE, 28. März 2010
  Die Partei National Orientierter Schweizer PNOS erleidet bei den Wahlen zum Grossen Rat eine Schlappe. Sie kandidierte in den beiden Wahlkreisen Oberaargau und Emmental und erreicht nur einen WählerInnen-Anteil von 1.8 bzw. 0.6 Prozent. In einzelnen Gemeinden erreicht die PNOS jedoch vier Prozent und mehr, am meisten in der Kleingemeinde Walliswil bei Niederbipp. Dominic Lüthard, Mitglied des PNOS-Bundesvorstand bezeichnet das Ergebnis als "unter den Erwartungen". In der Tat, in der Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift «Zeitgeist» meinte die PNOS noch, es stehe «ausser Frage, dass es kein Ding der Unmöglichkeit» sei, einen der 160 Sitze zu erringen.
   
  Lenzburg AG, 15. März 2010
  Das Bezirksgericht Lenzburg verurteilt einen Maurer und einem Zimmermann, beide 24jährig, wegen mehreren Delikten zu Bussen von 23'400 bzw. 23'000 Franken, die Hälfte davon bedingt. Die beiden Männer waren dabei, als im Januar 2007 rund 30 Rechtsextreme in Lenzburg bei einer Fasnachtsveranstaltung mit Hitlergrüssen provozierten. Im August 2007 griffen sie in Aarau Punks an, und schlugen zwei von ihnen nieder. Der Maurer beschimpfte bei anderer Gelegenheit Polizisten als "Judenschweine" und schlug an einem Fasnachtsball einem israelisch-schweizerischen Doppelbürger die Faust ins Gesicht.
   
  Langenthal BE, Mitte März 2010
  Dominic Lüthard, Sänger der Band Indiziert und Grossratskandidat der PNOS, will vor den Parlamentswahlen seine subkulturelle Verankerung vergessen machen.
  Der ach soo nette Radikale
   
  Luzern, 12. März 2010
  Die SVP des Kantons Luzern reicht eine Petition mit nur knapp 500 Unterrschriften ein. Sie fordert die Durchführung der Sempacher Schlachtfeier auch in diesem Jahr. Die vom Kanton organisierte Feier war in den vergangenen Jahren zum grössten Schweizer Rechtsextremisten-Aufmarsch verkommen. Auch SVP-Bundesrat Ulrich Maurer unterzeichnet die Petition, die RechtsextremistInnen als "junge Patrioten" verharmlost.
   
  Lausanne, 2. März 2010
  Die Junge SVP des Kantons Waadt veranstaltet eine Kundgebung "zum Schutz unserer Lehren", sie protestiert damit gegen die Ankündigung der Lausanner Stadtregierung jugendlichen Sans-papiers Lehrstellen in der Verwaltung zu ermöglichen. Dem Aufruf schliessen sich "Les Jeunes Identitaires de Genève" an. Rund 20 Personen beteiligen sich an der JSVP-Kundgebung, rund die Hälfte davon sind rechtsextreme Skinheads und Identitaires.
   
   
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