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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, August 2010 |
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Lausanne,
26. August 2010 |
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Die
Tageszeitung "24heures" berichtet, dass in den vergangenen
Tagen ein Flugblatt in verschiedene Briefkästen geworfen wurde,
das behauptet, dass Flüchtlinge schwarzer Hautfarbe in die Schweiz
reisen würden, um als "Drogenhändler" tätig
zu sein. |
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Liestal
BL , 25. August 2010 |
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Der Jugendrat
schliesst Philippe Eglin, bis vor kuzem Basler PNOS-Sektionspräsident,
von den Sitzungen des Jugendparlamentes aus und begründet dies
mit dessen (noch nicht rechtskräftigen) Verurteilung wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm. (Siehe Basel, 21. Juli 2010). Zuerst
wollte der Jugendrat das Ende des Verfahrens abwarten, nun hält
ein Jugendrat-Sprecher fest: "Die Medienberichte über Eglin
werfen bereits jetzt ein negatives LIcht auf das Parlament."
Im weiteren schreibe der Parlamentskodex vor, dass rassistische und
beleidigende Statements in krassen Fällen auch ausserhalb der
Sitzungen einen Aussschluss rechtfertigen würden. |
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Bern,
25. August 2010 |
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Die Eidgenössische
Kommission gegen Rassismus EKR veröffentlicht eine Stellungsnahme
gegen das Kopftuchverbot für Schülerinnen, wie es vom St.
Galler SVP-Regierungsrat Stefan Kölliker ausgespochen worden
ist. Die Kommission hält fest: "Das Kopftuch fällt
in den Bereich des religiösen Selbstverständnisses, das
in unserem Land geschützt ist, solange es kein übergeordnetes
Grundrecht verletzt. Die EKR hält eine Einschränkung religiöser
Kennzeichen für Lehrerinnen in ihrer öffentlichen Funktion,
wie das Bundesgericht 1997 entschieden hat, für vertretbar -
nicht aber ein solches Verbot für Schülerinnen und Arbeitnehmerinnen.Dieses
ist nicht nur ein Angriff auf ein für die betroffenen Frauen
verbindliches religiöses Gebot, es verletzt auch das Prinzip
der Gleichbehandlung, weil es nicht analog für andere Religionsgemeinschaften
gilt. Die Berufung auf Integrationsbemühungen ist ein Vorwand,
die angestrebte Regelung im Gegenteil integrationshindernd." |
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Region
Bodensee/Deutschland, 21. August 2010 |
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Die Jungen
Nationaldemokraten JN Bodensee veranstalten ein Sommerfest, an dem
- gemäss Veranstaltungsbericht - rund siebzig Personen teilnehmen.
Zu den Rednern zählt auch Philippe Eglin, Präsident der
PNOS-Sektion Basel. Er habe, so der Bericht, "in seinen Ausführungen
die Gedankenkonstrukte von Kapitalismus und Kommunismus unserer Weltanschauung
eines nationalen Sozialismus" gegenübergestellt und dazu
aufgerufen, "sich von den Repressalien dieses Regimes" nicht
beirren zu lassen. Er schloss mit der politisch aufschlussreichen
Parole: "Statt der weissen Fahne werdet Ihr meinen Mittelfinger
sehen!". |
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Beromünster
LU, 18. August 2010 |
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"Mit
patriotischen Grüssen" versendet Anian Liebrand, Präsident
der Jungen SVP des Kantons Luzern, das neue Positionspapier seiner
Sektion. In diesen "Eckpfeiler des neuen JSVP-Aktionsprogramms"
schreibt die Jungpartei mehrmals im Jargon rechtsextremistischer Exponenten
von "kulturfremden Ausländern", die "den nationalen
Zusammenhalt" gefährden würden. Und auch: "Die
unkontrollierte Zuwanderung kulturfremder Ausländer, insbesondere
Muslime" führe "zu Parallelgesellschaften und Ghettobildungen"
und beschere dem Land "ein immer grösseres Schlamassel".
Andere Forderungen nehmen den Jargon der grobschlächtigen Überfremdungsparteien
auf. Die Jungpartei verlangt"einen sofortigen Einwanderungsstopp"
und die "Wiedereinführung des Saisonnierstatus", weiter
ein "Rückführungsprogramm" für "nicht
anpassungswillige Ausländer". Auch will die Luzerner JSVP
bereits lange hier lebenden AusländerInnen die politischen Rechte
noch länger vorenthalten, in dem sie "ein auf 5 Jahre befristetes
Einbürgerungsmoratorium im Kanton Luzern ab 2011" einführen
will. Auch will sie Eingebürgerten nicht die vollen Rechte zugestehen
und schlägt die "Einbürgerung auf Probe (10-jährige
Probezeit)" vor. |
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Schwyz,
17. August 2010 |
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Der Schwyzer
Regierungsrat lehnt ein Postulat des SVP-Kantonsrats Martin Inderbitzin
ab, wonach die Regierung die Einführung einer gesetzlichen Grundlage
zu prüfen habe, "um alle Formen dieser Verschleierung zu
verbieten, insbesondere im Schulunterricht." Konkret erwähnt
Inderbitzin ausschliesslich Formen der Verschleierung aus islamischen
Traditionszusammenhängen. Er begründet seinen Vorstoss denn
auch mit der "massiv ausdehnenden Islamisierung der westlichen
Welt" und will damit "unsere christliche Kultur" schützen. |
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Rütli
UR, 8. August 2010 |
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Gemäss
Angaben der PNOS treffen sich rund 150 Rechtsextreme auf Einladung
der PNOS zu einer Rütlifeier. Als Redner treten auf: Dani Herger
und Roland Renggli aus der Innerschweiz, weiter Jürg Vollenweider,
Verwalter des PNOS-Infoportals Zürich und Denise Friedrich, Vizepräsidentin
der PNOS Schweiz. Die Rütlikommission ignoriert auch dieses Jahr
die Missachung ihrer eigenen Hausordnung, wonach eine grössere
Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen eine Anmeldung voraussetzen
würde. Zudem wurde das Rütli in der Vergangenheit politischen
Parteien aus Tradition nicht zur Verfügung gestellt. |
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Opfikon
ZH, 1. August 2010 |
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Der Grünliberale
Urs Wagner, Präsident des Opfiker Gemeindeparlaments, verwendet
in seiner 1.-August-Rede, die er gemäss der örtlichen Tradition
anlässlich eines ökumenischen Gottesdienstes in der Kirche
hält, bekannte rassistische Versatzstücke: "Die Schweiz
hat eine Kultur der weissen Menschen und wird diese behalten. Daraus
sind die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Sie wird zusammen mit
den anderen europäischen Staaten diese Kultur weiterentwickeln.
Kulturelle Einflüsse aus Gegenden der nichtweissen Menschen lassen
sich mit unserer Kultur sinnvoll verweben. Die Ansiedlung von nichtweissen
Menschen auf dem europäischen Territorium muss abgelehnt werden.
Wir würden uns dabei überheben." Im übrigen verbreitet
Wagner bekannte Platituden nationalkonservativer Bürgerlicher:
"Als (Classe politique) bezeichnet man in der Schweiz die linksliberale
Meinungselite, die aus der 68er Bewegung entstanden ist. Sie hat eine
dominante Medienpräsenz in der Schweiz. Sie wirkt normierend
auf die öffentliche Meinung und geniesst hohe Glaubwürdigkeit
in der Bevölkerung. Man bezeichnet sie auch als Kryptomarxisten.
Sie verbreiten eine Weltuntergangstimmung und nutzen diese ständig
aus, um den Staat auf Kosten der Wirtschaft auszubauen. Die Kindererziehung
wollen sie verstaatlichen, zusammen mit der weiblichen Emanzipationsbewegung."
Die Lokalzeitung "Stadt-Anzeiger" veröffentlicht die
Rede im Wortlaut. Sie löst zuerst heftige Leserbrief-Reaktionen
aus, später auch Distanzierungen von wenigen politischen ExponentInnen. |
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