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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, April 2010 |
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Beromünster
LU, 26. April 2010 |
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Anian Liebrand,
Präsident der Jungen SVP des Kantons Luzern, beklagt sich bitterlich,
dass ihm die Schweizer Armee eine militärische Karriere zuerst
verwehrt habe und er später "keine Motivation" mehr
hätte aufbringen können,, "nachdem man mich derart
abservierte". Liebrand hatte im Sommer 2009 ein "Muster-Ablehnungsgesuch"
gegen Einbürgerungen veröffentlicht, in dieser Vorlage geht
er zuerst davon aus, dass "einmal mehr ausschliesslich Personen
aus dem Balkan um Erteilung" des Bürgerrechtes ersuchen.
Und weiter: "Ich beantrage hiermit, die Einbürgerungsgesuche
allesamt abzuweisen." Liebrand hatte damit dafür plädiert,
dass Einheimischen ohne Schweizer Pass aufgrund ihrer Herkunft die
Einbürgerung und die politischen Rechte vorenthalten werden sollen.
Der Verein Second@s Plus erstattete Strafanzeige, unter anderem wegen
Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. Ende Oktober 2009 rückte
Liebrand in die Rekrutenschule ein, Anfang Dezember eröffnete
ihm der Schulkommdant, dass er nicht für eine Karriere vorgeschlagen
werde. Gemäss einer Weisung des frühreren Armeechefs Christophe
Keckeis werden Armeeangehörige nicht weiterbefördert, wenn
gegen sie ein Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm
läuft, ausser es sei mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit
ein Freispruch oder eine Verfahrenseinstellung zu erwarten. Mitte
Dezember stellte der zuständige Amtsstatthalter das Strafverfahren
dann ein, aber der Zug war abgefahren. Und das ist gut so!
P.S. Auch das Parteiunabhängige Informationskomitee PIKOM, präsidiert
vom Berner SVP-Grossrat Thomas, hatte Liebrands Musterbrief veröffentlicht.
Sie nimmt Liebrands Freispruch zum Anlass für einen Bettelbrief
"Strafverfahren eingestellt: PIKOM - die tun was!" |
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Basel
und Schweinfurt, 25. April 2010 |
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Die "NZZ
am Sonntag" berichtet, dass der Basler PNOS-Präsident Philippe
Eglin am kommenden 1. Mai in Schweinfurt an einer Demonstration als
Redner auftreten soll, neben bekannten deutschen und österreichischen
Rechtsextremisten wie Gottfried Küssel, Jürgen Schwab, Denis
Giemsch und dem NPD-Vertreter Daniel Knebel. Gegenüber der NZZ
am Sonntag erklärt Eglin, dass die NPD "eine Heimatpartei
wie die PNOS" sei und sich "von Neonazis" distanziere.
Ein Blick auf die Liste der "Unterstützenden Gruppen"
widerlegt Eglins Behauptung. Da finden sich neben Sektionen der NPD
und ihrer Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten JN eine grosse
Zahl von Gruppen der "Freien Kräfte", vom "Aktionsbüro
Rhein-Neckar" und dem "Freien Widerstand Süddeutschland"
über die "Nationalen Sozialisten Vogtland" bis hin
zu den "Volksfront-Medien". Das Konzept der "Freien
Kräfte wurde von Neonazis Mitte der 1990er-Jahre entwickelt,
als Reaktion auf zahlreiche Vereinsverbote. Schon wenige Jahre später
strebte die NPD eine Zusammenarbeit mit den "Freien Kräfte"
an. Dies mündete 2004 in ein als "Volksfront von rechts"
bezeichnetes informelles Bündnis. Unklar ist noch, ob Eglin seine
Rede überhaupt wird halten können. Die rechtsextreme Kundgebung
in Schweinfurt ist zur Zeit noch verboten, auch wirbt ein "Bündnis
für Demokratie und Toleranz" für eine Kundgebung "1.
Mai Nazifrei!". Das Bündnis will die "Nazis" am
Tag der Arbeit stoppen. |
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Bern,
20. April 2010 |
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Ist es Zufall
oder Absicht? Gerade an jenem Tag, an dem viele Rechtsextremisten
dem Geburtstag ihres Gröfaz gedenken, da vewehrt das Bundesverwaltungsgericht
einem jungen Mann aus dem Kanton Schwyz die Fortsezung der militärischen
Karriere. Dieser war als Sicherungsoldat eingeteilt und sah den Militärdienst
als Sprungbrett für seine berufliche Zukunft im Personenschutz.
Nach einer Personensicherheitsprüfung hatte die zuständige
Stelle empfohlen, den Mann zu keiner Dienstleistung mehr aufzubieten
und ihm die Armeewaffe zu entziehen. Grund: Der Mann war vom September
2005 bis November 2008 wiederholt bei Aktivitäten rechtsextremer
Gruppen kontrolliert worden, auch wurde er dreimal wegen kleiner Delikte
verurteilt. Noch offen ist ein Strafverfahren wegen schwerer Körperverletzung. |
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Langenthal
BE, 17. April 2010 |
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Die Partei
National Orientierter Schweizer PNOS ist weiterhin rechtsextremistisch,
aber nun auch ein ordentlich geführter Verein. An ihrer Generalversammlung
verabschieden die rund 30 Anwesenden neue Statuten, bestätigen
den Kassabericht und wählen Dominic Lüthard zum neuen Parteipräsidenten,
seine Stellvertreterin wird Denise Friedrich. In den vergangenen Jahren
hatte ein Bundesvorstand mit drei bis fünf Mitgliedern die Partei
geführt. |
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