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St. Gallen, 31.
Oktober 2009 |
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An der Tagung der Anti-Zensur-Koalition,
organisiert vom Sektenchristen Ivo Sasek, tritt auch der Holoaust-Leugner
Bernhard Schaub auf. Schaub verlangt eine Revision der Geschichte
und redet beiläufig auch von "Negern". Von Schaubs
Auftritt wird vorerst nur ein kleiner Ausschnitt öffentlich,
obwohl der Veranstalter auf der Homepage die Veröffentlichung
sämtlicher Videos der Auftritte ankündigte. Erst Anfang
Dezember stellt Sasek auch Schaubs Vortrag ins Netz. |
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Möriken AG,
20. Oktober 2009 |
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Unbekannte sprayen auf
eine Hausmauer und ein Auto einen Judenstern und den Text "raus". |
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Orange/Frankreich,
17. Oktober 2009 |
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Der jurassische SVP-Nationalrat
Dominique Baettig tritt an der "Convention Identitaires"
auf, die von der rechtsextremistischen Bewegung organisiert wird.
Baettig stellt sich mehrfach als SVP-Verteter dar und behauptet, Minarette
seien phallische Symbole. Baettig wird von einer Kamera des Westschweizer
Fernsehens TSR begleitet und verlässt die Tagung vorzeitig, nachdem
eine Redner von "Negern" gesprochen hatte. Er behauptet,
er sei von den Organisatoren hereingelegt worden. Diese widersprechen
unverzüglich. Bereits Monate vor der Tagung hatte auch das Westschweizer
Fernsehen Baettig mit der rechtsextremen Orientierung der Organisatoren
konfrontiert. Baettig hatte seine Zusage ausführlich verteidigt.
Tage später macht der Quotidien Jurassien publik, dass Baettig
während seiner Studentenzeit Mitglied zweier rechtsextremistischer
Organisationen gewesen sei. |
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Interlaken BE, 10.
Oktober 2009 |
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Die Partei National Orientierter
Schweizer PNOS schreibt in ihrem Flugblatt zur Unterstützung
der Minarettverbotsinitiative, dass der "Islam mit den europäischen
Grundwerten nicht vereinbar" sei und dass Minarette "ein
Zeichen ausländischer Besatzung" seien. "Minarette
können daher nicht unter der Schutz der Religionsfreiheit fallen,
weil sie Machtsymbole fremder Zivilokkupanten sind." |
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Burgdorf BE, 8.
Oktober 2009 |
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PNOS-Vorstandsmitglied
Dominic Lüthard schreibt auf der Parteihomepage, dass Vorstandsmitglied
Markus Martig aus dem Vorstand und aus der Partei austrete. Lüthard
bedauert den Austritt und hofft gar auf Rückkehr des Ausgetretenen.
Martig hat die Partei wegen Meinungsverschiedenheiten verlassen. Lüthard
schreibt denn auch, "dass die Kritik, die Herr Martig teilweise
an der PNOS ausübte, auch zutraf." Worin die unterschiedlichen
Auffassungen bestanden, lässt sich zurzeit noch nicht sagen.
Nun besteht der PNOS-Vorstand nur noch aus drei Mitgliedern, nämlich
Denise Friedrich, André Gauch und Dominic Lüthard. Ganz
ohne Vorstand ist hingegen die PNOS-Sektion Emmental. Gemäss
der Sektions-Homepage war "der Vorsitzende" Markus Martig
auch das einzige Mitglied des Vorstandes. Die Sektion war im Februar
2008 gegründet worden.Martig ist bereits seit Jahren in der Rechtsextremen-Szene
aktiv und nahm beispielsweise bereits vor Jahren an einem Gedenkmarsch
für den Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess in Wunsiedel/Bayern
teil. |
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Küssnacht SZ,
8. Oktober 2009 |
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Unbekannte sprayen Hakenkreuze
in der Hohlen Gasse, einmal an der Mauer der Kapelle, sowie an zwei
weiteren Stellen der patriotischen Erinnerungsstätte. Die Sprayeren
werden umgehend wieder entfernt. |
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Genève, 5.
Oktober 2009 |
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Soli Pardo, Präsident
der Genfer SVP, lässt ein Wahlinserat veröffentlichen, das
eine geplante Bahnverbindung zwischen Genf und Frankreich als "neues
Transportmittel für den Abschaum von Annemasse" (la racaille
d'Annemasse) diskreditiert. "Weisen wir die kriminellen Ausländer
aus! Und bieten wir ihnen nicht noch einen Zugang nach Genf an!"
(Expulsons les criminels étrangers! Ne leur offrons pas encore
un accès à Genève!"). Die Anzeige ist auch
innerhalb der SVP umstritten. Christian Dupessey, Bürgermeister
von Annemasse, verurteilt die Aussagen und überlegt sich eine
Strafklage wegen Ehrverletzung und rassistischer Beschimpfung.
Nachtrag: Am 16. Oktober kündigt
Pardo seinen Rücktritt auf Ende November an. Selbstverständlich
behauptet er, dass er seinen Abgang bereits vor Monaten in Aussicht
gestellt habe. |
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Beromünster
LU, 5. Oktober 2009 |
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Anian Liebrand, Präsident
der JSVP des Kantons Luzern, verteidigt den kroatischen Sänger
Marko Thompson Perkovic. Perkovic, der beispielsweise bei Konzerten
den Gruss der Utascha-Faschisten zeigt und in seinen Lieder ein Utascha-Konzentrationslager
verherrlicht, in dem im Zweiten Weltkrieg Zehntausende von Juden,
Roma, Serben und gegnerischen Kroaten umgebracht wurden. Nach einigen
politischen Vorstössen und Medienberichte hatte das Bundesamt
für Polizeiwesen ein Einreisesperre gegen den kroatischen Sänder
verhängt. Liebrand sieht darin eine "Hetzjagd gegen alles
Patriotische", auch schreibt er von "antipatriotischen Gesinnungswächtern".
MIt einer Vorlage ruft er zu Briefen an die Kroatische Botschaft auf:
"Als Schweizer Staatsbürger entschuldige ich mich für
das unwürdige Verhalten gegenüber Kroatien." Der kroatische
Präsident Stipe Mesic seinerseit signalisiert öffentlich
Verständnis für die Einreisesperre. |
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Friedrichshafen/Basel,
3. Oktober 2009 |
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Bei einer rechtsextremistischen
Kundgebung "Die Mauer fiel - die Überwachung blieb"
in Friedrichshafen spricht - neben Vertretern der NPD und ihrer Jugendorganisation
Junge Nationaldemokraten und der Freien Nationalisten München
- auch Philippe Eglin, Präsident der PNOS. Unter anderem behauptet
er: "Das natürliche völkische Verhalten der Menschen
und ihren Drang zur Freiheit" werde "vom kapitalistischen
System mit allen Mittel unterdrückt, damit die Personen an der
Wallstreet in New York und Israel sich die Taschen vollstopfen können."
Ein "imperalistischer Plan" habe drei Aspkete, nämlich
"Integration", "Globalisierung" und "Raubtierkapitalismus".
Die Intergration verfolge das Ziel "jedem Volk seine Identität
wegzunehmen". Und zur Globalisierung meint er: " Nur wenn
sie einen Einheits- und Konsummenschen erschafft haben, der weder
Bräuche noch Traditionen kennt, können die kapitalistischen
Produkte überall auf der Welt verkauft werden." Seine Kritik
am Raubtierkapitalismus beruht auf den bei Antisemiten und Rechtsextremisten
beliebten Hinweis auf den "Zins und den Zinseszins" und
"der ungerechten Verteilung der Geldeinnahmen". |
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Genève, 3.
Oktober 2009 |
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Die SVP-Delegiertenversammlung
beschliesst - mit nur drei Gegenstimmen - die JA-Parole für die
Minarettverbotsinitiative. In der Diskussion äussern sich mehrere
Delegierte generell muslimfeindlich. Ein Redner erklärt, wenn
das Leben für Muslime in der Schweiz so unerträglich sei,
dann "sollen die doch ihre Sachen packen und zu sich nach Hause
gehen". Ein anderer behauptet, es gehe "um die Eliminierung
des Christentums". und Walter Wobmann, Präsident des Initiativ-Komitees
meint: "Wenn wir die Scharia verhindern wollen, müssen wir
den Bau von Minaretten verbieten." |
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Kriens LU, 3. Oktober
2009 |
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In einem Dancing tritt
der kroatische Sänger Ante Matic auf, als Ersatz für Marko
Thompson Perkovic, gegen den das Bundesamt für Polizeiwesen eine
Einreisesperre verhängt hatte. Vor dem Konzertsaal singen Besucher
faschistische Lieder von Thompson, im Saal tragen mehrere Besucher
einschlägige T-Shirts oder faschistische kroatische Fahnen. Ersatzsänger
Matic singt fast ausschliesslich Lieder des abwesenden Sängers.
Während dem Konzert versucht - so berichtet die Neue Luzerner
Zeiung - "ein an ein Hakenkreuz erinnernde Fahne auszubreiten".
Sicherheitsleute entfernen die Flagge sofort. |
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