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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Juni 2009 |
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Bad Oeynhausen/Deutschland,
30. Juni 2009 |
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"Meinungsfreiheit auch für Deutsche!" steht auf
dem Transparent, und dahinter stellen sich mehrere Rechtsextremisten,
darunter auch der Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub. Rund
drei Dutzend Gesinnungskameraden begleiten die 80jährige Ursula
Haverbeck zum Amtsgericht. Die Holocaust-Leugnerin und frühere
Vorsitzende des im März 2008 verbotenen Vereins Collegium Humanum
hatte Ende Januar 2008 die Vorsitzende des Zentralrates der Juden,
Charlotte Knobloch, aufgefordert, sich nicht "in innerdeutsche
Angelegenheiten" einzumischen. Und weiter hatte Haverbeck vor
"einen neuen Progrom" gewarnt, sowie Knobloch geraten,
wenn es ihr in Deutschland nicht gefallen, in ihr "Ursprungsland
nach Innerasien" zu gehen. Die Amtsrichterin verurteilt Haverbeck
wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2700 Euro. Die Rechtsextremistin
habe Knobloch das Recht abgesprochen, sich zu gesellschaftlichen
Themen zu äussern, dies sei eine Beleidigung und ein Angriff
auf die Ehre Knoblochs. Die Verurteilte lässt vorerst offen,
ob sie gegen das Urteil appellieren will. |
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Bern, 30. Juni 2009 |
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Gerade einmal 37 Verdachtsmeldungen
wegen Rassismus gingen im vergangenen Jahr bei der Koordinationsstelle
zur Bekämpfung der Internetkriminalität (KOBIK) ein. Das
sind ziemlich genau 0.57 Prozent der erfassten 6505 Meldungen. Dies
geht aus dem KOBIK-Jahresbericht 2008 hervor, der heute veröffentlicht
wurde. Von den 37 Meldungen führten acht zu einem Dossier, das
einer kantonalen Strafverfolgungsbehörde weitergereicht wurde.
Unbekannt ist die Zahl allfälliger Verurteilungen: Das KOBIK
fordert die Kantone zwar zur Meldung über den Ausgang eines Verfahrens
auf, hat jedoch im vergangenen Jahr keine Rückmeldung erhalten.
Die geringe Zahl der Meldungen kann auch als erfreulichen Hinweis
darauf verstanden werden, dass mutmasslich strafrechtlich relevante
rassistische Aeusserungen, die von BewohnerInnen der Schweiz publiziert,
bzw. auf Schweizer Websites verbreitet werden, doch relativ selten
sind. Klar ist allerdings auch, dass auf einschlägigen Sites
von Schweizer Rechtsextremisten sich immer wieder rassistische, antisemitische
und holocaust-leugnende Aeusserungen und Anspielungen befinden. |
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Thunstetten BE,
29. Juni 2009 |
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Der Gerichtspräsident
von Aarwangen-Wangen verurteilt Willi Frommenwiler, Präsident
der Berner Freiheitspartei, wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm
zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen und zu einer
Busse von 400 Franken. Frommenwiler hatte im Februar 2008 in einem
Blog-Eintrag zuerst über die schwarzen Schwäne auf dem Thunersee,
dann über "illegal in die Schweiz eingereiste (unter anderem
auch Schwarze) 'Homo sapiens'" ausgelassen und dann noch angefügt
"in der Schweiz lebten Ende 2007 fast 41'000 Primaten im Asylbereich!". |
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Sempach LU, 27.
Juni 2009 |
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Rund 250 Rechtsextremisten
beteiligen sich an der Schlachtfeier, unter ihnen Mitglieder der Partei
National Orientierter Schweizer PNOS wie auch der Helvetischen Jugend,
des Kampfbundes Nationaler Aktivistinnen und des Waldstätterbundes.
Zuerst stehen sie bei der offiziellen Feier, dann laufen sie in einem
unbewilligten Marsch zum Schlachtgelände. Zur gleichen Zeit kesselt
die Luzerner Kantonspolizei rund 100 Personen ein, die an einer bewilligten
und von den Jungsozialisten Juso organisierten Kundgebung gegen den
Rechtsextremisten-Aufmarsch teilnahmen. Vorwand für die Einkesselung:
Einige wenige Teilnehmer verstiessen gegen das kantonale Vermummungsverbot.
Die Rechtsextremisten behindern die Arbeit von Medienschaffenden.
Die Polizei verzeigt vier Rechtsextreme wegen Verstössen gegen
das Waffengesetz. |
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Berner Oberland,
21. Juni 2009 |
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An einem unbekannten Ort
in der Region wird die Helvetische Jugend Oberland gegründet.
Gemäss zwei Veranstaltungsberichten sprechen zuerst zwei junge
Männer, anschliessend tritt eine junge deutsche Balladensängerin
auf. Der Nationale Beobachter Oberland schreibt dazu: "Somit
wird unser Nachwuchs im Berner Oberland von nun an hauptsächlich
in die Kameradschaft der HJ Oberland integriert werden und politisch
der örtlichen PNOS Sektion angehören. Andere Projekte wie
der Tonträgerversand und die Seite NB-Oberland.ch bleiben weiterhin
unabhängig und dienen in erster Linie der Finanzierung von unseren
politischen Aktivitäten und Projekten." |
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Spiez BE, 19. Juni
2009 |
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Die PNOS-Sektion Berner
Oberland teilt mit, dass Mario Friso, stellvertrender Vorsitzender
der Sektion, "mit sofortiger Wirkung" aus dem Vorstand zurücktrete.
Abgelöst werde er von Marcel Gafner, der als Bauspengler arbeite
und noch nicht 18jährig sei. |
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Suhr AG, 18. Juni
2009 |
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Die Gemeindeversammlung
lehnt die Einbürgerug von drei Schülern serbisch-montegrinischer
Herkunft ab, obwohl gegen die drei nichts vorliegt. Die Abgelehnten
büssen für einen Vorfall, bei dem wenige Wochen zuvor ein
16jähriger Kosovare einem 19jährigen Schweizer bei einer
Auseinandersetzung ein Rollbrett über den Kopf schlug. Dieser
Attackierte wie auch sein Vater plädieren an der Versammlung
für eine Ablehnung, um ein Zeichen zu setzen. |
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Zürich, 6.
Juni 2009 |
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Am Ende des schwullesbischen
"Europride-Umzuges" marschiert eine Gruppe von Rechtsextremisten
und skandiert feindliche Parolen. Die Rechtsextremen werden von der
Polizei weggewiesen, doch weigern sie sich dieser Aufforderung nachzukommen.
Auch einer Personenkontrolle widersetzen sie sich, so dass die Polizei
23 Männer und sieben Frauen wegen Hinderung einer Amtshandlung
vorläufig festnimmt. Sie sind zwischen 15 und 32 Jahre alt und
stammen mehrheitlich nicht aus dem Kanton Zürich. |
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Visp, 4. Juni 2009 |
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Der "Walliser Bote"
berichtet, dass die PNOS entgegen ihrer Ankündigung im Wallis
keine Sektion gründen werde. Dies habe Denise Friedrich, PNOS-Vorstandsmitglied
bestätigt, zum einen sei es "aus der geografischen Perspektive
nur erschwert möglich, regelmässige Treffen durchzuführen
und so die Kommunikation aufrechtzuerhalten", andererseits habe
es auch mit privaten Gründen zu tun. Als Walliser bzw. Westschweizer
PNOS-Verantwortlicher war Jonathan Leiggener vorgesehen, der auch
Mitglied bei der Romandie-Sektion von Blood and Honour ist. Leiggener
gehörte auch zu den Mitorganisatoren des Briger Naziskin-Konzertes
vom September 2005, bei dem - gemäss Recherchen der Sendung "Rundschau"/Schweizer
Fernsehen - die Schweizer Band Amok das antisemitische "Blutlied"
vortrug. Ende Januar 2009 verurteilte das Bezirksgericht Brig Leiggener
zu einer bedingten Gefängnisstrafe (50 Tage) und einer unbedingten
Geldbusse. Das Briger Urteil erwähnt auch, dass Leiggener vor
wenigen Jahren ein Westschweizer «Freikorps» gründen
wollte. |
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Leiggener: Rechtsextremer,
Waffenfreund, Strippenzieher |
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