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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, August 2009 |
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Urnäsch AR,
16. August 2009 |
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Während der Direktübertragung
des Schwägalp-Schwingens strahlt das Schweizer Fernsehen SF im
O-Ton den Schnupfspruch eines Jodelchörlis aus: "Hinter
dicken Klosternmauern vögeln Mönche wie die Bauern, nur
der Abt in seiner Zelle reibt wie wild an seiner Schelle, und er fluchte
und er grollte, weil es ihm nicht kommen wollte, dann nahm er die
Bibel und schlug sie sich über die Zwiebel, denn in der Bibel
steht geschrieben, du sollst deine Feinde lieben, damit ist gemeint
der Schnupftabak und nicht das Gottverdammte Jugo-Pack." Ein
Zuschauer beschwert sich beim SRG-Ombudsmann. SF-Sportchef Urs Leutert
entschuldigt sich für den Schnupfspruch: "Der Inhalt war
obszön, vulgär, ausländerfeindlich und stark religiös
verletzend." Jodlerchörli-Präsident Ernst Frischknecht
weigert sich hingegen, sich zu entschulidgen. Den Rassismus-Vorwurf
erachtet er als "oberlächerlich". Das kantonale Verhöramt
prüft, ob ein Strafverfahren wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm
eingeleitet werden soll. |
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Berner Oberland,
15. August 2009 |
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An einem unbekannten Ort
feiert die PNOS Sektion Berner Oberland ihr dreijähriges Bestehen.
Gemäss einem Veranstaltungsbericht seien rund 100 Personen anwesend
gewesen. Sie hätten einen Vortrag "eines völkischen
Urgesteins" gehört, "das ebenfalls aus dem Kanton Bern
stammt und die nationalistische Schweizer seit Jahrzehnten prägt".
Der Referent bestritt zuerst die Legitimität der BRD, anschliessend
kritisierte er die Rassismus-Strafnorm wie auch vergleichbare Gesetze
in Europa. "Für den Referent gab es keinen Zweifel, dass
mit diesen Gesetzen die Grundlage für die biologische sowie kulturelle
Vernichtung Europas geschaffen". Nach dem Vortrag treten zuerst
eine deutsche Sängerin, dann die deutsche Band "Act of Violence"
auf. |
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Brig VS, 13. August
2009 |
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Das Bezirkgsgericht Brig verurteilt drei Rechtsextremisten, die
im Dezember 2006 einen missliebigen Mann, verfolgt und verprügelt
hatten, zu Geldstrafen zwischen 25 und 40 Tagessätzen, sowie
zu Bussen.von 300 Franken. Über einen der Verurteilten steht
im schriftlichen Urteil: "Der 22-jährige X. arbeit derzeit
als Kompagniekommandant im Range eines Leutnants in Sitten".
P.S. Anfang Oktober 2009 macht der SonntagsBlick die Verurteilung
publik. Das VBS will sich zum Fall nicht äussern, nicht einmal
sagen "ob der Fall schon beim Bereich Personelles der Armee
aktenkundig ist." Später schreibt das Blatt dann, dass
dem Offizier nicht gekündigt werde, er aber keinen neuen Arbeitsvertrag
erhalte. |
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Beromünster
LU, 10. August 2009 |
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Anian Liebrand, Präsident
der Luzerner Sektion der JSVP, ruft dazu auf, Einsprachen gegen Einbürgerungsgesuche
zu machen: "Sie sind aufgefordert zu handeln, wenn sich kulturfremde,
nicht integrierte Ausländer unseren Pass ungerechtfertigt erschleichen
wollen." In einer "Mustervorlage" geht er zuerst davon
aus, dass "einmal mehr ausschliesslich Personen aus dem Balkan
um Erteilung" des Bürgerrechtes ersuchen. Und weiter: "Ich
beantrage hiermit, die Einbürgerungsgesuche allesamt abzuweisen."
Unter den "Ablehnungsgründen" listet Liebrand, dann
einschlägige Versatzstücke auf, wie Familien "mit machohaften,
kulturfremden Strukturen" oder einem "unassimlierbarem Umfeld".
Der Verein Second@s Plus erstattet Strafanzeige wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm. Die SVP des Kantons Luzern Die SVP
Kanton Luzern verteidigt Liebrand und verurteilt die «linken
Einschüchterungsversuche». Zudem fordert sie die Abschaffung
der Rassismus-Strafnorm. |
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Leserbrief in NLZ,
26. August 2009, Seite 12: |
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"
Kaum ernten SVP-Exponenten wie Anian Liebrand gerechtfertigten Widerspruch,
schlüpfen seine Unterstützer in die Rolle des Biedermanns.
Mit seiner Anleitung soll der JSVP-Präsident ausschliesslich
gegen «nicht integrierte Einbürgerungswillige» gewettert
haben. Diese Behauptung ist faktenwidrig. In Liebrands «Mustervorlage»
steht unmissverständlich, dass «einmal mehr ausschliesslich
Personen aus dem Balkan um Erteilung» des Bürgerrechtes
ersuchen würden. Liebrand fährt fort: «Ich beantrage
hiermit, die Einbürgerungsgesuche allesamt abzuweisen.»
Liebrand plädiert offensichtlich dafür, dass Einheimischen
ohne Schweizer Pass aufgrund ihrer Herkunft die Einbürgerung
und die politischen Rechte vorenthalten werden sollen. Eine solche
Forderung ist diskriminierend. Ein begründeter Verdacht auf Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm ist gegeben. Unabhängig von der
Strafanzeige von Second@s Plus hätten die Strafverfolgungsbehörden
folglich eingreifen müssen, da eine solche Widerhandlung ein
Offizialdelikt ist." |
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Männedorf ZH,
8. August 2009 |
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In einer Waldhütte
treffen sich rund 100 Rechtsextreme zu einem Konzert. Gemäss
einem späteren Eintrag in einem einschlägigen Internet-Forum
seien drei Bands aus Deutschland und eine "Kameradin mit Balladen"
aufgetreten. |
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Rütli, 2. August
2009 |
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Rund 180 Personen folgen
bei regnerischem Wetter einem Aufruf der PNOS zu einem "Nationalfeiertag
der eidgenössischen Jugend". Zuerst spricht Dani Herger,
Exponent des Waldstätterbundes: Die "Probleme der heutigen
Zeit" seien die Überfremdung, die Globalisierung, das Wirtschaftssystem
und "die geheuchelte Demokratie". Anschliessend spricht
Philippe Brennenstuhl, gefolgt von Philippe Eglin, Präsident
der PNOS Sektion Basel. Er prangert die Globlisierer an, diese wollten
durch "das Verschmelzen der Völker" einen "Einheits-
und Konsummenschen" erschaffen. Er endet seine Rede mit einer
gloriosen Selbstüberschätzung: "Heute sind wir für
die herrschenden Mächte Verbrecher, aber in ferner Zukunft werden
wir als Nationalhelden und Revolutionäre, welche die Schweiz
befreit haben, in die Geschichte eingehen." Wie in den vorangegangenen
Jahren reagiert die Rütli-Kommission nicht auf die Verstösse
gegen ihr eigenes Reglement. |
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Grenchen SO, 1.
August 2009 |
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An der Bundesfeier tauchen
auch mehrere Rechtsextremisten auf. Sie beschimpfen die Besucher und
provozieren mit Feuerwerk, insbesondere in der Nähe der Musikgruppe,
die den Provaketeure missfällt, da diese "mit anderer Zunge
sprechen" würde. |
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