Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, September 2008
   
 
  Lugano TI, 27. September 2008
  wie in den vorangegangenen Jahren kritisieren ForumschreiberInnnen nach der Miss Schweiz-Wahl die Gewinnerin, auch mit rassistischen Untertönen. So schreibt ein "Abdul R. Furrer": "Miss Schweiz ?? Ehrlicherweise sollte die Veranstaltung in Miss Multikulti umbenannt werden ! Denn was bitte war in den letzten Jahren an den meisten Kandidatinnen und Gewählten noch schweizerisch?" Und ein "F. Müller" meint: "Also bitte - dass wir, obwohl wir über unglaublich viele Schönheiten mit 100% Schweizer Wurzeln verfügen, auf Damen mit "multikulturellem" Hintergrund zurückgreifen müssen, finde ich bedenklich und schade! Dies beweist einmal mehr, wie wenig sich die Schweizer ihrem Land verbunden fühlen und wie wenig wir uns mit unserer Schweiz identifizieren!"
   
  Zürich, 21. September 2008
  Die NZZ am Sonntag berichtet, dass der Leiter des Regionalen Ärzlichen Dienstes der IV Zürich vor wenigen Tagen seine Stelle per sofort aufgegeben habe, nachdem sie den Arzt mit seiner politischen Vergangenheit in Deutschland konfrontiert hatte. Arnulf M., der einige Jahre beruflich in Halle/Deutschland an der Universität tätig gewesen war, amtete 2004/2005 als stellvertretender Kreisvorsitzender der rechtsextremistischen NPD. M. habe, so ein NPD-Sprecher gegenüber der NZZ am Sonntag, an NPD-Versammlungen Vorträge gehalten, Programmtexte für die Partei verfasst und sei für die Betreuung von Interessenten zuständig gewesen. Allerdings scheint er politisch nie an die Öffentlichkeit getreten zu sein. Nach einer Intervention des Verfassungsschutzes bei der Haller Universitätsleitung hatte er diese Arbeitsstelle von einem Tag auf den anderen verlassen und war in der Schweiz zurückgekehrt.
  Alex Baurs Lücken
   
  Mauren FL, 20. September 2008
  Rund 20 Naziskins, bereits ausgerüstet mit Steinen und Stöcken, provozieren und attackieren dann türkische Besucher des Oktoberfestes. Bereits vorher war es im Festzelt zu Tätlichkeiten zwischen den beiden Gruppen gekommen. Erst ein Grossaufgebot der Polizei kann die Kämpfe beenden. Die Rechtsextremisten schlagen rund zehn Türken spitalreif, ein Polizei erleidet durch einen Steinwurf eine schwere Verletzung am Schädelknochen. Die Polizei verhaftet zehn Skinheads. Gemass Polizeiangaben stammen die Skins aus Liechtenstein sowie den Kantonen Zürich, Schwyz und St. Gallen. Acht der Angehalteten werden bald wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen, gegen die beiden weiteren Angehaltenen verhängen die Untersuchungsbehörden drei Tage später Untersuchungshaft. Einer der beiden Untersuchungshäftlinge ist Musiker der rechtsextremen Band "Amok".
   
  Altenburg/Deutschland, 13. September 2008
  Beim "Fest der Völker", organisiert von NPD-nahen Kreisen, sind auch zwei Schweizer Redner und eine Schweizer Band angekündigt. Der Burgdorfer Markus Martig eröffnet die Veranstaltung, die wegen einer gutbesuchten Gegendemonstration und einigen Sitzblockaden, erst mit rund zwei Stunden Verspätung beginnen kann. Spiegel-Online berichtet: "Als der Schweizer Neonazi Markus Martig zu einem kurzen Referat über die Geschichte seiner Partei National Orientierter Schweizer ausholt, sitzen viele der Festivalteilnehmer schon ermattet beim Bier." Später spricht auch der Avalon-Anführer Adrian Segessenmann. Die ebenfalls angekündigte Schweizer Band Vargr I Veum trat offenbar nicht auf.
   
  Region Lyon/Frankreich, 13. September 2008
  Die Band Indiziert tritt an einer Gedenkveranstaltung für den Blood and Honour-Mitbegründer Jan Stuart auf.
   
  Holland, 6. September 2008
  Angekündigt als "Überraschungband" tritt die Schweizer Gruppe "Amok" an einem Jan Stuart Memorial-Konzert auf.
   
   
   
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