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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Oktober 2008 |
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Basel, 30. Oktober
2008 |
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Ernst Indlekofer, Holocaust-Leugner
und Herausgeber der Zeitschrift "Recht + Freiheit", muss
nun doch einen Schuldspruch des Strafgerichtes gewärtigen. Das
Appelationsgericht hebt die Prozesseinstellung auf, die das Strafgericht
im März 2006 ausgesprochen hatte, da die Vorwürfe entweder
verjährt seien, zumindest jedoch das Beschleunigungsgebot verletzt
worden sei. Das Verfahren hatte im Sommer 1998 begonnen, als Polizisten
- begleitet von Boulevard-Journalisten - Indlekofer an seinem Wohnort
verhafteten und für mehrere Wochen in Untersuchungshaft setzten.
Die Staatsanwältin, die im Jahr 2000 den Fall übernahm,
warf ihm später Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm in
rund 30 Fällen vor, begangen durch die Veröffentlichung
von einschlägigen Texten in Indlekofers Postille "Recht
+ Freiheit". Das Appelationsgericht kritisiert die Vorinstanz,
die den Fall zwar 2004 zugewiesen erhalten hatte, doch die Verhandlung
erst im März 2006 durchführte und sich dann wieder eineinhalb
Jahre Zeit liess, bis sie das begründete Urteil ablieferte. Das
Strafgericht hatte im März 2006 die Staatanwältin gescholten.
Fazit: Die meisten Anklagepunkte sind inzwischen verjährt, noch
zur juristischen Debatte stehen nur noch jene Texte, die Indlekofer
nach April 2001 veröffentlichte. Aber auch dieser Teil der Anklage
droht im kommenden Jahr zu verjähren. |
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2006:
Lange gepennt |
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Uznach, 29. Oktober
2008 |
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Das Kreisgericht Gaster-See
verurteilt einen 21jährigen Rechtsextremisten aus dem Kanton
St. Gallen zu zwei Jahren Gefängnis bedingt, unter anderem wegen
versuchter schwerer Körperverletzung, Landfriedensbruch und Rassendiskriminierung.
Der rechtsextreme Forstwart hatte Mitte Oktober 2007 bei einer Massenauseinandersetzung
in Kaltbrunn SG auf einen Ausländer mit den Schuhen auf Kopf
und Bauch eingeschlagen, als zwei Opfer bereits regungsllos am Boden
lagen. Auch hatte er "Heil Hitler" geschrien und den Hitlergruss
gezeigt. Weiter war er zu Sommerbeginn 2007mitbeteiligt auf einen
Angriff auf eine Juso-Demo in Glarus. |
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Langenthal BE, 26.
Oktober 2008 |
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Bei den Parlamentswahlen
kann die Partei National Orientierter Schweizer PNOS ihren einzigen
Sitz behalten, den sie vor vier Jahren überraschend erreicht
hatte. Anstelle des nicht mehr angetretenen Tobias Hirschi wird Timotheus
Winzenried gewählt. |
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87
Listen für einen Sitz |
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Burg Hohnstein/Deutschland,
24. - 26. Oktober 2008 |
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Der Schweizer Holocaust-Leugner
Bernhard Schaub nimmt am "überbündischen Burgfest"
teil, bei dem sich Jugendliche und Familien mit Kindern treffen, die
beinahe allesamt verschiedenen völkischen und neonazistisch orientierten
Bünden angehören. Unklar ist, ob Schaub allenfalls als Redner
aufgetreten ist. |
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Zwickau/Deutschland,
24. Oktober 2008 |
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Der PNOS-Exponent Mario
Friso spricht in Zwickau an einem "nationalen Gesprächskreis",
organisiert vom NPD-Ortsverband und dem "Freien Netz Zwickau".
Gemäss einem Bericht auf der PNOS-Site sprach er von der "Notwendigkeit
nationaler Eigenständigkeit", aber auch von der "Wichtigkeit
eines europäischen Kampfes gegen Imperialismus und Kapitalismus". |
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Schwyz, 18. Oktober
2008 |
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Rund vierzig Leute besuchen
die Gründungsfeier der "Kameradschaft Schwyz", einer
Sektion des Waldstätterbundes. Die PNOS Sektion Küssnacht
begrüsst Tage später die Neugründung. |
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Unkannter Ort im
Kanton Luzern, 11. Oktober 2008 |
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Rund 150 Personen besuchen
ein Konzert, das von der rechtsextremen Gruppe "Morgenstern"
und Berner Oberländer Gesinnungskameraden organisiert wird und
an dem drei einschlägige Gruppen auftreten. Mario Friso, PNOS-Exponent,
berichtet später, die erste Gruppe Fight Tonight habe daran erinert,
"dass unser Kampf nicht etwa eine Spielwiese für 'Möchtegerns'
und 'Konsumenten' sei, sondern bitterer Ernst, der bis ans bittere
Ende geführt" werden müsse. Friso spielt selber in
der Gruppe "Kraftschlag". Diese habe "die alten Gassenhauer
aus den frühen Jahren" gespielt. Friso erinnert damit daran,
dass "Kraftschlag" einst eine der bekanntesten Szene-Bands
der Naziskin-Bewegung war. Die Luzerner Behörden orientieren
die Öffentlichkeit nicht über diese rechtsextreme Veranstaltung.
Der Mediensprecher der Strafuntersuchungsbehörden weigert sich
auch auf Anfrage, den genauen Ort der Veranstaltung bekanntzugeben. |
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Vaduz, 9. Oktober
2008 |
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Das Landgericht verurteilt
zwei Schweizer Rechtsextremisten zu sieben Monat Freiheitsstrafe,
wobei drei Monate in eine Geldstrafe von 1800 Franken umgewandelt
und vier Monate bedingt auf drei Jahre ausgesprochen werden. Die beiden
Skinheads aus dem Umfeld von Blood and Honour waren aktiv dabei, als
am letzten Septemberwochenende in Mauren/FL Rechtsextremisten gegen
anwesende Türken wie auch gegen andere missliebige Personen gewalttätig
vorgingen. Einer der beiden Verurteilten ist aktiv in der Naziskin-Band
"Amok", der andere war Ende Juni 2007 dabei, als rund 20
Rechtsextremisten in Glarus eine Kundgebung der Juso angriffen. |
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Altenburg/Deutschland,
2. Oktober 2008 |
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Adrian Segessenmann, Vorsitzender
der Avalon Gemeinschaft, tritt am 1. Nationalen Gesprächskreis
auf, zusammen mit dem Deutschen Neonazi und NPD-Aktivisten Thomas
Wulff. Gemäss einem Veranstaltungsbericht habe Segessenmann "kritisch
die allgemeinen Aktionsformen wie Demonstrationen uind Plakatierungen
reflektiert". Segessenmann war bereits vor einigen Wochen in
Altenburg am "Fest der Völker" aufgetreten und hatte
damals "nationale Bewegung" kritisiert, dass "viele
Aktionen" oft "ein wenig hilflos" erscheinen würden
und es der Bewegung "an Führungspersönlichkeiten und
Personen, die für ihre Kameraden un das Handeln der Gruppe Verantwortung
übernehmen" könnten, fehlen würde. |
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