Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Mai 2008
   
 
  Kradolf TG, 24. Mai 2008
  Rund 40 Personen nehmen an einem Naziskinhead-Treffen teil. Die Polizei überwacht den Anlass und erklärt später in einer Medienmitteilung, sie habe keine Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm festgestellt.
   
  Muri bei Bern, 15. Mai 2008
  Ahmed Huber, Islamist, Rechtsextremist und Holocaust-Leugner stirbt im Alter von 81 Jahren.
  Ahmed Huber
   
  Deggendorf/Deutschland, 17. Mai 2008
  Bei einem geschlossenen Konzert tritt - neben drei namentlich genannten und bekannten Musikgruppen - auch "eine Gastband aus der Schweiz" auf. Tage später berichtet "Indiziert", dass sie in Deggendorf aufgetreten sei.
   
  Görlitz/Deutschland, 16. Mai 2008
  Der Schweizer Holocaust-Leugner Bernhard Schaub spricht an einer NPD-Saalveranstaltung über das Verhältnis Deutschlands zu Russland. Unter anderem bedient Schaub die Verschwörungsphantasten, in dem er behauptet: "Nicht der Russe ist bzw. war der Feind, sondern die Nutzniesser, die im Hintergrund die Menschen aufgehetzt haben." Nein, nein, Schaub hat nichts Genaueres gesagt, die Eingeweihten haben die Botschaft aber genau verstanden.
   
  Innerschweiz, 3. Mai 2008
  Gründung Waldstätterbund
   
  Lausanne, Mai 2008
  Der Lausanner Altnazi Gaston-Armand Amaudruz, inzwischen 87jährig, veröffentlicht die 500. Ausgabe des Blättchens "Courrier du Continent", das er seit über fünfzig Jahre als Redaktor und Herausgeber publiziert.
  Courrier du Continent, zum 500sten Mal
   
  Fribourg, 1. Mai 2008
  Über hundert Personen, zumeist junge Männer, beteiligen sich an der 1. Mai-Kundgebung der Partei National Orientierter Schweizer PNOS. Sie tragen Transparente, beispielweise mit der Aufschrift "Volksstaat statt Klassenkampf",. Sie erteilen ein Flugblatt, Überschrift "Arbeiter sind keine Ware!". Sie skandieren unter anderem "Die Schweiz den Schweizern, wir sind das Volk". Markus Martig, Vorsitzender der PNOS-Sektion Emmental, hält eine kurze Ansprache. Die PNOS betont ihre nationalrevolutionäre Ausrichtung, das heisst die Kritik am Kapitalismus und die Forderung nach einer "Schweizer Solidargemeinschaft". In einem Veranstaltungsbericht macht PNOS-Mediensprecher Mario Friso deutlich, gegen wen sich die PNOS-Politik richtet. "Wir sind diejenigen, die keine Lust auf den vom System forcierten Multikulti-Dreck haben; wir sind stolz auf unsere weisse Haut, auf unser Land und auf unser Europa." Sie seien "nationale Sozialisten". Tage später schreibt Dominic Lüthard, Vorsitzender PNOS Langenthal: Es sei eine Freude gewesen, "durch das von Multikulti verseuchte und verdreckte Fribourg zu marschieren und dem herrschenden System den Stinkfinger zu zeigen." Die PNOS hatte zuerst in Langenthal demonstrieren wollen, das eingereichte Demogesuch war jedoch von den Stadtbehörden abgelehnt worden. In Fribourg hatte der zuständige Oberamtmann die Kundgebung kurzfristig gestattet.
   
  Langenthal BE, 1. Mai 2008
 

Bei der 1. Mai-Kundgebung tauchen auch rund 30 Neonazis auf, junge Männer in schwarzer Kleidung und Springerstiefeln. Nach der Rede wird der Redner, der SP-Nationalrat Ricardo Lumengo, mit einer matschigen Banane beworfen, sein Sitznachbar erwischt eine am Kopf. Polizisten eskotieren den Angegriffenen zu seinem Auto, um weitere Zwischenfälle zu vermeiden. Die Boulevardzeitung "Blick" berichtet, dass der Angriff im Tagesrapport der Kantonspolizei nicht erwähnt sei, dort heisse es nur: "Keine besonderen Vorkommnisse. Wenig Besucher." "Blick" schreibt weiter: "PNOS-Sprecher Renato Bachmann bestreitet, dass der "Angriff von uns orchestriert" wurde. Dass aber ein PNOS-Kamerad die Bananen geworfen hat, schliesst er nicht aus: "Wir kontrollieren nicht unsere Mitglieder." Eigentlich finde er selbst, dass Bananen-Werfen schlechter Stil sei. Aber Verständnis dafür hat er trotzdem: "Lumengo soll in seiner Heimat Angola Reden halten und nicht uns hier erzählen, was wir zu tun hätten."

   
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