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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, November 2007 |
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Glarus, 26. November
2007 |
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Die Glarner Untersuchungsbehörden
geben bekannt, dass sie 18 Rechtsextremisten als Tatbeteiligte eines
Überfalles auf eine Juso-Kundgebung gegen Rassismus (23. Juni
2007) ermitteln konnte. Zehn erhalten Geldstrafen von bis zu 180 Tagessätzen,
sechs werden sich vor Gericht verantworten müssen. Die Untersuchungen
gegen zwei weitere Männern werden mangels nachweisbarer Straftat
eingestellt. Die Rechtsextremisten sind zwischen 17 und 28 Jahre alt,
einer stammt aus dem Kanton Glarus, die anderen aus den Kantonen Schwyz,
Zürich, St.Gallen, Aargau und Schaffhausen. Bei den Hausdurchsuchungen
findet die Polizei Waffen, Munition, Baseballschläger und Reizstoffsprays,
rechtsextremistische Devotionalien wie Hakenkreuz- und Keltenfahne,
sowie Propagandamaterial. |
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Lausanne, 20. November
2007 |
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Die Zeitung "24heures"
veröffentlicht einen Leserbrief, in dem die Verfasserin schreibt,
dass ihr aus Kamerun stammender Mann zusammen mit drei Freunden unterwegs
gewesen und ihnen der Einlass in eine Bar verweigert worden sei. Sie
habe diese Bar bereits mehrmals mit ihrem Mann besucht und habe von
der Chefin eine Erklärung verlangt. Diese erwidert: "Meine
Angestellten haben die Empfehlung,, Afrikaner, Araber und Albaner
nicht in Gruppen hereinzulassen." Sie seien zu laut. Die Chefin
denke von sich, sie sei nicht fremdenfeindlich. Sie sei selbst Albanerin. |
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Hildisrieden LU,
18. November 2007 |
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Die Partei National Orientierter
Schweizer PNOS hält im luzernischen Hildisrieden ihren Parteitag
ab, Treffpunkt für die Anreisenden war eine Tankstelle in Eschenbach
LU gewesen. Gemäss Parteiangaben sollen rund 100 Personen anwesend
gewesen sein. Ihnen kündigte Dominic Lüthard, Präsident
der Sektion Langenthal und Sänger der Band "Indiziert",
die Gründung neuer PNOS-Sektionen im kommenden Jahr an. Auch
will die rechtsextremistische Partei 2008 an den Berner Grossrats-
und den Langenthaler Stadtratswahlen teilnehmen. Am Parteitag tritt
auch eine deutsche Rechtsextremistin als Rednerin auf, Edda Schmidt,
Mitglied der NPD Baden-Württemberg und Vorstandsmitglied des
"Ring Nationaler Frauen". Sie habe, so berichtet die PNOS
später auf ihrer Homepage, über die "repressive Verfolgungspolitik
in der BRD und Österreich" gesprochen. "Despotische
Kräfte" hätten sich "erneut die Macht unter den
Nagel" gerissen. Die Beispiele von zwei verurteilten Holocaust-Leugner
würden - gemäss einer Feststellung auf der PNOS-Homepage
- verdeutlichen, "dass es sich bei der BRD nicht einmal annährend
um eine Demokratie handelt, sondern höchstens um einen Lakaienstaat
(von) Siegers Gnaden". Dazu hören sich die Anwesenden noch
die Ansprachen von Roland Renggli, Michael Haldimann, Denise Friedrich
und Michael Vonäsch an. |
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Staffelbach AG, 18.
November 2007 |
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Nach zwei Uhr nachts will
ein 21jähriger an einem Turnerfest draussen eine Zigarette rauchen,
als er dort von mehreren Rechtsextremisten niedergeschlagen wird.
Das Opfer muss sofort in Spitalpflege gebracht werden. Gemäss
Aussagen eines Freundes gegenüber der Aargauer Zeitung erleidet
der Angegriffene Hirnblutungen. Die Polizei setzt einen 17jährigen
in Untersuchungshaft. Auch erklärt sie, ihr seien die Namen weiterer
Beteiligter bekannt, diese würden aus den Kantonen Luzern und
Solothurn stammen. |
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Dornach SO, 13. November
2007 |
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Das Amtsgericht Dornach
verurteilt den Holocaust-Leugner Bernhard Schaub wegen Widerhandlung
gegen die Rassismus-Strafnorm zu 80 Tagen Haft, bedingt auf drei Jahre.
Der Staatsanwalt hatte nur einen Strafbescheid von 60 Tagessätzen
à 30 Franken ausgesprochen. Schaub hatte gegen diese Busse
jedoch Einspruch erhoben. Das Amtsgericht verschärft das Urteil,
da sich Schaub während dem Prozess ausschweifend seine Aussagen
wiederholte. Anlass des Prozesses: Schaub hatte im vergangenen Jahr
an seinem Wohnort Dornach und in Arlesheim ein Flugblatt verteilt.
Es enthält die bekannten Schaubschen Ansichten, wonach die Nationalsozialisten
keine Gaskammern betrieben hätten, Juden in den Konzentrationslagern
an Fleckfieber-Epidemien gestorben seien und das Blausäuregas
"Zyklon B" lediglich als Entlausungsmittel eingesetzt worden
sei. |
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Schaubsche
Aktivitäten |
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Oberägeri ZG/Morgarten,
10. November 2007 |
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Knapp dreissig Rechtsextremisten treffen sich beim Schlachtdenkmal.
Gemäss Polizeiangaben kommmen sie aus den Kantonen Aargau,
Zürich und Schwyz. Nach zwei Reden stellen die Anwesenden eine
Gedenktafel auf, eine Holzscheibe mit einer patriotischen Inschrift
und dem Frontistengruss "Harus". Die Kurzdemo wird organisiert
von der "Frei Nationalen Kameradschaft Helvetia-Germania"
FNK und dem T-Shirt-Bedrucker "Blutschutz". "Nationalfeiertage
gehören uns!", behauptete ein interner Aufruf und mobilisierte
zur "nationalen Gedenkfeier". |
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Lausanne/Luzern,
7. November 2007 |
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Das Bundesgericht veröffentlicht
ein Urteil, wonach zwei Rechtsextremisten nicht gegen die Rasssismus-Strafnorm
verstossen hätten, als sie im Mai 2002 drei Ausländer -
zwei Tamilen, einer aus Bosnien-Herzogowina - niederschlugen. Die
Taten, so das Bundesgericht, "für einen unbefangenen durchschnittlichen
Dritten nicht klar als rassistische Akte" erkennbar gewesen,
"durch welche die Opfer wegen ihrer Rasse als minderwertige Menschen
hingestellt werden sollten". Das Bundesgericht weist das Verfahren
an die Vorinstanz (Obergericht Luzern) zur Strafzumessung zurück.
"Sie wird allerdings im Rahmen der Strafzumessung für die
- vorstehend bestätigten - Schuldsprüche wegen mehrfacher
(teils versuchter) schwerer Körperverletzung straferhöhend
berücksichtigen, dass der Beschwerdeführer diese Delikte
tatsächlich aus rassistischen beziehungsweise fremdenfeindlichen
und somit besonders verwerflichen Beweggründen verübte und
dass die Opfer die Gewalttätigkeiten als rassistische Akte empfanden,
wodurch sie zusätzlich in besonderem Masse gedemütigt wurden." |
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Springerstiefel
sind ein «gefährliches Werkzeug» |
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Baden AG, 3. November
2007 |
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Ein dunkelhäutiger
16jähriger Schweizer ist mit mehreren KollegInnen in der Altstadt
unterwegs. Als diese ein weiteren Gruppen begegnet, löst sich
aus dieser ein 25jähriger, der den 16jährigen zuerst beschimpft
und dann mehrmals die Faust ins Gesicht schlägt. Die Kantonspolizei
kann fünf Männer und eine Frau aus der Region anhalten und
später einen 25jährigen als Täter ermitteln. Dieser
hat, so die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung, am gleichen
Abend noch einen weiteren Mann niedergeschlagen, "offensichtlich
aus rassistischen Gründen". Das Regionaljournal Aarau-Solothurn
berichtet später, dass der Täter der "Kameradschaft
Baden-Wettingen" angehört und gegen ihn wegen Körperverletzung,
Rassendiskriminierung und Beschimpfung ein Verfahren läuft. |
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