Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Mai 2007
   
 
 
Fällanden ZH, 27. Mai 2007
Zwei junge Männer, einer 16-, der andere 20jährig, beide im Bezirk Uster wohnhaft, werfen kurz nach Mitternacht einen Brandsatz gegen die Hausmauer einer Asylbewerberunterkunft. Die Bewohner können den Brand mit einem Eimer Wasser löschen. In der kommenden Nacht kurz vor Mitternacht werfen sie nochmals zwei Molotov-Cockails gegen die Unterkunft, verfehlen jedoch ihr Ziel, so dass sie auf dem Vorplatz verpuffen. Mehrere Wochen später kann die Polizei die Täter ermitteln. Sie sind geständig, sie hätten die Bewohner der Aslyunterkunft erschrecken wollen.
 
Sempach LU, 27. Mai 2007
Rechtsextremisten rufen zur Beteiligung an der Sempacher Schlachtfeier auf.
Aufruf zum Aufmarsch in Sempach
 
Emmen LU, 22. Mai 2007
Die Luzerner Strafverfolgungsbehörden teilen mit, dass vier Schweizer Rechtsextremisten wegen Erwerb und Besitzes von Bildträgern mit Gewaltdarstellungen, Widerhandlung gegen das Waffengesetz und wegen Rassendiskriminierung zu Geldstrafen und Bussen verurteilt wurden. Die Polizei hatte im Dezember bei einer Hausdurchsuchung unterandrem Waffen (Baseballschläger, Messer und Dolche), rassistsiches Nazi-Propagandamaterial, Tonträger und viele DVD's mit Gewaltdarstellungen sichergestellt. Die jungen Männern zwischen 21 und 23 Jahren lebten in Wohngemeinschaft.
 
Ennetbürgen NW, 16. Mai 2007
Auf dem Pausenplatz der Schule Ennetbürgen verteilen zwei Männer ein Flugblatt mit rassistischem Inhalt. Unter dem Titel "Verteidigt die eidgenössischen Fundamente" wird unter anderem gegen die Einbürgerung von "Kulturfremden", gegen die multikulturelle Gesellschaft und gegen die Rassismus-Strafnorm mobilisiert. Die Polizei nimmt die beiden Männer fest, und findet neben den Flugblättern auch Broschüren der Partei National Orientierter Schweizer PNOS. Die "Neue Luzerner Zeitung" berichtet: "Jugendliche aus der Region erzählen, dass die wenigen Schüler ausländischer Herkunft stark unter Mobbing zu leiden hätten. Ebenso kursieren rechtsextreme und rassistische Sprüche und Ideen."
 
Irgendwo in Bayern/Deutschland, 5. Mai 2007
Am Europatag der Jungen Nationaldemokraten Bayern und Franken unter dem Motto "EU abschaffen! Europas Jugend gegen Ausbeutung und Multikulti" tritt auch ein "Kamerad Holdener" aus der Schweiz auf. In einem unbeholfenen Vortrag ergeht er sich über die Repression, welche Rechtsextremisten in der Schweiz ausgesetzt seien.
 
Aarau, Interlaken BE, Küssnacht am Rigi, 1. Mai 2007
An diesen Orten sind Rechtsextremisten am Tag der Arbeit aktiv. Sie kritisieren Kapitalismus und Globalisierung und fordern die Ausweisung wenig begüterter MigrantInnen.
Flugblätter mit Codewörtern
 
Aarau, 1. Mai 2007
Die Frauen des "Kampfbundes Nationaler Aktivistinnen" KNA, die Flugblätter unter die Leute bringen, haben an der 1. Mai-Demo ihren öffentlichten Auftritt. Auf ihrer Homepage - verantwortet von der PNOS-Exponentin Denise Friedrich aus Burgdorf - fordert diese bis anhin unbekannte Gruppe sowohl den Stopp der "kapitalistischen Ausbeutung der Frau", wie auch des "Feminismus". Dieser habe den Frauen in der Vergangenheit zwar viele Errungenschaften beschert (beispielsweise das Wahl- und Stimmrecht), doch die nationale Aktivistinnen würden "entschieden gegen den falschen Feminismus mit seinem widernatürlichen Gleichheitsgedanken" kämpfen. Die Frauen brauchten "eine neue Emanzipation, und zwar die Emanzipation der weiblichen Werte!" Im Klartext: Frauen ins Bett und dann an den Herd!
 
Ganze Schweiz, 1. Mai 2007
Ein Komitee, präsidiert von den Nationalräten Ulrich Schlüer (SVP), Walter Wobmann (SVP) und Christian Waber (EDU), lanciert eine Volksinitiative "Gegen den Bau von Minaretten". Die Initianten behaupten, Minarette seien Symbole eines "religiös-politischen Machtanspruches". Sie schreiben weiter:: "Wenn wir unsere christlich-abendländische Kultur stärken und den religiösen Frieden sichern wollen, müssen wir die Ausbreitung des Islam bremsen." An einer Medienkonferenz erklärt der Co-Präsident Christan Waber: "Der Islam ist keine Religion, sondern eine Kriegserklärung an die christliche und andersgläubige Welt." Und das Komiteemitglied Lukas Reimann (SVP) erklärt in einem Aufruf: "Der Islam greift nach Europa, obwohl er nicht nach Europa gehört. Der Islam verändert unsere Kultur, obwohl er nicht vereinbar ist mit unserer Kultur."
Scheinheilige Argumente
 
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