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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Juni 2007 |
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| Bern, 30. Juni 2007 |
| Der Zentralvorstand der
Schweizer Demokraten SD lanciert eine Volksinitiative zur Abschaffung
der Rassismus-Strafnorm. Das Volksbegehren diene, so schreibt die
Partei in einer Medienmitteilung, "auch als Druckmittel gegenüber
Christoph Blocher, die angekündigten Änderungen der Rassismusstrafnorm
wirklich wahr zu machen." Die Partei will am 1. August mit der
Unterschriftensammlung beginnen. |
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| Sempach LU, 30. Juni
2007 |
| Rund 160 Rechtsextremisten,
zumeist junge Männer, folgen Aufrufen der Partei National Orientierter
Schweizer PNOS und weiterer einschlägiger Organisationen zur
Teilnahme an der Gedenkfeier zur Schlacht von Sempach. Es ist der
grösste Aufmarsch an dieser patriotischen Feier seit Rechtsextreme
auch hier organisiert auftreten. Unmittelbar nach Ende der offiziellen
Feier legen sie ungehindert am Gedenkstein für Arnold Winkelried
einen Kranz nieder, mit der Aufschrift "Euer Schicksal - unser
Erbe. Eidgenossen, Harus!" Der Gruss "Harus" war bereits
bei den Fröntlern der Zwischenkriegszeit beliebt gewesen. |
| Rechtsextreme
legen Kranz nieder |
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| Glarus, 23. Juni
2006 |
| Nach einem Aufruf der Juso
Glarus beteiligen sich rund 80 Personen an einer Kundgebung "Für
ein buntes Glarnerland ohne Rassismus". Gegen sechs Uhr abend
greifen rund 30 teilweise vermummte Rechtsextremisten die Anwesenden
mit Reizstoffen und Wurfgegenständen an. Anwesende Zivilpolizisten
stellen sich den Angreifern entgegen. zwei von ihnen müssen sich
nachher in Spitalpflege begeben. Sie können zwei der Angreifer
in Polizeigewahrsam nehmen. Noch vor dem Eintreffen von Polizeiverstärkung
fahren die Angreifer mit Personenwagen davon. Gemäss Angaben
der Juso Glarus stammen die Täter aus dem Kanton Glarus, aber
auch aus weiteren Kantonen. |
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| Bern, 20. Juni 2006 |
| Die SP-Nationalrätin
Vrenu Müller-Hemmi reicht eine Interpellation zur Brandstiftung
an der Genfer Synagoge Hechal Haness ein, in der sie den Bundesrat
fragt, wie er die wiederholten Straftaten gegen jüdische Einrichtungen
und wie er das Problem der antijüdischen Einstellungen in der
Schweiz beurteile. Auch möchte sie wissen, ob der Bundesrat die
Feststellung teile, dass Angehörige von Minderheitenreligionen
zunehmend einen schweren Stand hätten. Sie stellt ihren Vorstoss
auch auf dem Bundeshaus-Blog der SPS vor. In der Folge schreiben mindestens
zwei Unbekannte zwei Schreiber antisemitische Beiträge. Der eine
vermengt zuerst Kritik am Staat Israel und Judentum, in einem weiteren
Beitrag behauptet er, der Irak-Krieg sei "im wesentlichen ein
Produkt der Juden", die kriegstreiberische Propaganda sei von
den "jüdisch kontrollierten US-Mainstream Medien" geliefert
worden. Der zweite Schreiber führt aus, "dass die Hochfinanz
ebenfalls fest in jüdischer Hand" sei. Mehrere SchreiberInnen
widersprechen den hetzerischen Einträgen. Die Homepage-Moderatoren
löschen die widerlichsten Einträge der beiden Schreiber,
lassen aber den grössten Teil der antisemitischen Ergüsse
stehen. |
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| Schweiz, 19. Juni
2007 |
| Die Partei National Orientierter
Schweizer PNOS veröffentlicht auf ihrer Homepage eine Stellungnahme
zum Weltflüchtlingstag, in der unter anderen mehrere Holocaust-Leugner,
darunter Jürgen Graf, als "politische Flüchtlinge"
bezeichnet werden. Antisemitisch heisst es weiter, die Schweiz erlebe
"gegenwärtig die Herrschaft einer wirtschaftlich und somit
auch politisch einflussreichen Minorität, die unter anderem das
historische Territorium mit ihrer per Gesetz verordneten Offenkundigkeit
zersetzt und nach ihren geschichtlichen Massstäben unmodelliert."
Der Text endet mit dem Aufruf: "Verwandeln wir das kapitalistische
Chaos in einen neuen, tanzenden Stern und bringen wir dieses System
endlich zu Fall." Illustriert ist der Text, mit dem Bild eines
Vermummten, der einen Molotovcocktail gegen Polizisten in Kampfuniform
wirft. |
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| Roggwil BE, 16. Juni
2006 |
| Die Band "Indiziert"
feiert in ihrem Proberaum die Taufe ihres neuen Tonträgers. Gemäss
Eigenangaben sollen 230 Personen anwesend gewesen sein, die Polizei
spricht in ihrer Medienmitteilung von rund 150 Besuchern. Die Berner
Kantonspolizei erklärt, sie habe das Konzert beobachtet. Sie
verzeigt die Organisatoren wegen unerlaubten Alkoholausschanks. |
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| Bern, 12. Juni 2007 |
| Das Berner Obergericht
reduziert die Strafe gegen Pascal Lüthard, einst Berner Sektionspräsident
PNOS. Das Gericht verurteilte ihn wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm,
weil er im Sommer 2005 einen Burgdorfer SP-Parlamentarier, der bei
einer tätlichen Auseinandersetzung vermitteln wollte, als "Judensau"
beschimpft hatte. Nicht als strafbar erachtet das Gericht jedoch das
Verteilen von CD's, da deren Inhalt nicht gegen die Rassismus-Strafnorm
verstiessen. Die Strafe: Eine Busse von 800 Franken, dazu eine Entschädigung
von 100 Franken an den beschimpten Politiker. |
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