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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, August 2007 |
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| Oberwil-Lieli AG,
Ende August 2007 |
| Andreas Glarner, Präsident
der Aargauischen Vaterländischen Vereinigung und SVP-Nationalratskandidat,
lässt in Aarau und Umgebung Plakate aufstellen mit dem Foto einer
Frau, deren schwarzer Schleider nur die Augen freilässt. Daneben
steht die Frage "Aarau oder Ankara", gefolgt vom Slogan:
"Damit wir uns auch in Zukunft wohlfühlen. Andreas Glarner
in den Nationalrat". In einem Leserbrief schreibt der emeritierte
Historiker Urs Bitterli: "Diese Propaganda zielt auf niedrigste
rassistische Instinkte und erinnert mich in fataler Weise an die Plakate,
mit denen die Nationalsozialisten die Ausgrenzung der Juden aus der
«deutschen Volksgemeinschaft» betrieben." Der Plakataushang
sorgt für Widerspruch, viele der Plakte werden von Unbekannten
beschädigt oder mit Kommentaren versehen, wie "Keine Stimme
für Rassisten". Die türkische Zeitung "Hürriyet"
bezeichnet Glarners Machwerk als "hässliches Plakat". |
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| Neuenkirch LU, 30.
August 2007 |
| In einem Brief an Christoph
Blocher, Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes,
fordert die Junge SVP des Kantons Luzern das "schweizweite Verbot
des Korans", da - so die Partei in ihrer Medienmitteilung - dieser
"diverse Aufrufe zu Krieg und Gewalt gegen Andersgläubige
und Gewalt" beinhalte. Dies sei mit "unserer Kultur nich
kompatibel" und es liege "an uns die abendländischem
Werte zu verteidigen". Im Brief fordert die Jugendpartei "Zensur
aller zur Gewalt, Hass und Unterdrückung aufrufenden Stellen
im Koran", und falls dies nicht möglich sei, müsse
der Koran "auf den Index verbotener Schriften" kommen. Weiter
fordert die Junge SVP, eine "effektive Überwachung aller
moslemischer Einrichtungen". Unterschrieben sind die beiden Texte
von Pirmin Müller, der seit Jahren zu den eifrigen islamfeindlichen
Agitatoren zählt. |
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| Wölflinswil
AG, 24. August 2007 |
| Der "Tages-Anzeiger"
berichtet, dass SD-Vizepräsident Roland Wagner, auch Nationalratskandidat,
am 5. August mit zwei deutschen Rechtsextremisten die PNOS-Feier auf
dem Rütli besucht hat. Eine Agenturfoto zeigt das Trio im Aufstieg
zur Rütliwiese. Konfrontiert von den Recherche-Ergebnissen erklärt
Wagner - noch vor der Publikation - seinen Rücktritt als SD-Vizepräsident. |
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| Horgen ZH, 22. August
2007 |
| Unbekannte malen an der
Seepromenade in grosser Schrift "Sieg Heil" auf die Strasse.
Auch schreiben sie mehrere Nazisprüche auf die Wände einer
Parkgarage. Die Gemeindebehörden lassen die Schmierereien unverzüglich
entfernen. |
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| Bern, 15. August
2007 |
| Die Antifa Bern und das
Berliner Pressebüro und Bildungszentrum apabiz decken auf, dass
SD-Vizepräsident Roland Wagner, auch Nationalratskandidat im
Kanton Aargau, am 10. August 2007 im Schützenhaus Weidli bei
Oberhof AG zwei deutsche Neonazis (Timo Völkel und Daniala Überacker)
in die Bedienung des (Schweizer) Sturmgewehres einführte. Die
Antifa weiter: "Roland Wagner, wohnhaft in Wölflinswil,
ist nicht nur mit deutschen Neonazis gut befreundet, auch in der Schweiz
hegt er keine Berührungsängste mit dem rechtsextremen Milieu.
Am 1. Mai 2007 spannte er vergnüglich mit der Partei Orientierter
Schweizer PNOS zusammen: gemeinsam mischten sie sich unter der Flagge
«Nationale Kräfte Aargau» - einem Aktionsbündnis
bestehend aus Exponenten der PNOS, der Schweizer Demokraten und freien
Nationalen Aktivisten - unter die offizielle 1.-Mai-Kundgebung der
Gewerkschaften in Aarau." |
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| Rütli, 5. August
2007 |
| Rund 300 Rechtsextremisten
versammeln sich auf dem Rütli, nachdem die Partei National Orientierter
Schweizer PNOS zu einem "Bräteln des nationalen Widerstandes"
aufgerufen hatte. Der Holocaust-Leugner Philippe Brennenstuhl hält
eine freimaurerfeindliche und antisemitische Rede. Er erklärt,
dass der Sonderbundskrieg die Kantone "unter freimaurerische
und zentralistische Staatsmacht" gebracht habe. Und über
die Schweiz behauptet er, sie sei "das letzte Bollwerk in Europa
gegen die Tyrannei der Globalisierung, der Gerichte, der Kosmopoliten
und der Zionisten". Ein zweiter Redner, namens Renato, beginnt
seine Anprache mit dem Frontistengruss "Harus". Er kritisiert
die Medien, weil sie "die Ideologie der Menschenrechte"
verbreiten würden. Weiter behauptet er, es seien die USA selbst
gewesen, die die Anschläge vom 11. September 2001 verübt
hätten. Und über die Rassismus-Strafnorm erklärt er,
sie sei installiert worden, "um eine geschichtliche Lüge
zu stützen". |
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| Bern, 4. August 2007 |
| Kurz vor Mitternacht entdecken
VeranstalterInnen des Antifa-Festivals in der Reithalle einen verdächtigen
Rucksack im zentralen Bereich der Grossen Halle, in der sich zu diesem
Zeitpunkt mehrere hundert Menschen aufhalten. Sie legen den Sack sofort
vor einen Notausgang, wo er kurz darauf detoniert. Im Rucksack befanden
sich mehrere mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Flaschen,
die mittels einer Zündvorrichtung zur Explosion gebracht wurden.
Die Veranstalter brechen das Konzert sofort ab. In einer Medienmitteilung
schreiben die OrganisatorInnen: "Offenbar gibt es in der Schweiz
militante Nazistrukturen, die über die erforderlichen Fähigkeiten
und die notwendige Logistik zur Durchführung von Anschlagen dieser
Qualität verfügen." Im Schweizer Forum von Blood and
Honour wird der Anschlag unverzüglich gelobt. |
| "ne
feine Idee" |
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