Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz Januar 2006
   
 
  Burgdorf BE, 17. Januar 2006
Die Tageszeitung «Der Bund» berichtet, dass drei Rechtsextremisten vor Gericht erscheinen müssen. Unter den Angeklagten ist auch Pascal Lüthard, bis Mitte Dezember 2005, Präsident der PNOS-Sektion Bern. Er war damals zurückgetreten mit der Begründung, er habe sich in den letzten Jahren fast ausschliesslich um Politik gekümmert und dabei seine ganze Freizeit aufgeopfert. Dabei sei auch einiges schief gegangen. Für diese Dinge trage er die alleinige Schuld und die PNOS trage keine Verantwortung.
Die drei Rechtsextremisten hatten Ende Juni 2005 ein junges Paar anlässlich des jährlichen Solätte-Festes von Rechtsextremisten überraschend angegriffen, möglicherweise weil der Mann ein «Kein Mensch ist illegal»-Shirt trägt. Nach einem Abwehrversuch mit einem Pfefferspray kann das Paar in ein Restaurant flüchten, wo Gäste und Kellner die Verfolger aufhalten können. Der anwesende SP-Stadtrat und schweizerisch-israelische Doppelbürger Nadaw Penner wird von einem Angreifer als «Saujude» beschimpft. Die Berner Kantonspolizei schreibt in einer Medienmitteilung zuerst von einem «Raufhandel», an der «rund zehn Personen aus der linken und rechten Szene» beteiligte gewesen seien. Die Angegriffenen widersprechen dieser Darstellung Tage später in einem Leserbrief.
   
  Isone TI, 10. Januar 2006
Das Schweizer Radio DRS berichtet, dass ein Untersuchungsrichter der Schweizer Armee das Verfahren gegen vier Armeeangehörige einstellen will, die Mitte August 2005 in der Grenadier-Rekrutenschule rüde rassistische Sprüche geäussert und den Hitler-Gruss gezeigt hatten. Der Untersuchungsrichter bestreitet das Tatbestandsmerkmal «Öffentlichkeit» und will die beiden Soldaten und die beiden Unteroffiziere nur wegen Verletzung des Anstandes und groben Unfugs disziplinarsich bestrafen.
Die vier Männer hatten unter anderem von sich gegeben: «Man sollte alle Juden vergasen und Neger umbringen.» Die vier Armeeangehörigen waren auch dadurch aufgefallen, dass sie sich mit Hitlergruss begrüssten. Elf Rekruten beschwerten sich beim Schulkommandanten. Der Schulkommandant entliess die vier Männer - vorerst administrativ - aus dem Dienst.
   
  Winterthur, 7. Januar 2006
Zuerst greifen Rechtsextremisten einen jungen Mann schwarzer Hautfarbe an und verletzten ihn, dann versuchen sie veergeblich in die Alternativ-Beiz "Widder" einzudringen, wobei sie eine junge Frau niederschlagen und auch massiven Sachschaden anrichten. Später in der Nacht gehen Linke in der Altstadt auf Rechtsextremisten los. Die Polizei verhaftet 28 Personen, davon 24 Rechtsextremisten.
             Rechtsextreme Attacken
   
  Sissach BL, 7. Januar 2006
Rechtsextremisten greifen zwei junge Männer an, dieein Punkkonzert besucht hatten.. In der Folge entwickelt sich eine grössere Auseinandersetzung zwischen Konzertbesuchern und Rechtsextremisten. Ein Opfer erleidet schwerere Verletzungen und muss im Spital notfallmässig operiert werden.