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Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Dezember 2006 |
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| Liestal BL, 31. Dezember
2006 |
| Gegen halb vier nachmittags
versammeln sich rund vierzig Rechtsextreme. Sie marschieren durch
die Altstadt zum Untersuchungsgefängnis. Sie tragen ein kleines
Transparent "Lasst unsere Kameraden frei". Einige Tage vorher
waren mehrere Männer, die alle zur rechten Szene zählen,
in Untersuchungshaft gesetzt worden, weil ihnen ein Angriff auf mehrere
junge Männer vorgeworfen wird. Die Kantonspolizei stoppt die
unbewilligte Demonstration nicht, da es sich um eine "Spontankundgebung"
handle. Auch orientiert sie die Öffentlichkeit nicht über
den Vorfall. Gegenüber der Basler Zeitung erklärt später
Barbara Umiker, Sprecherin der Justizdirektion, sie hätten den
Rechten keine Plattform geben wollen. Weiter behauptet sie, es sei
im Kanton "keine neue rechte Szene" am Entstehen. Auf der
Internet-Informationsportal Indymedia, das die Kundebung publik machte,
berichtet der unbekannte Schreiber jedoch, es hätten sich unter
den Teilnehmern "Nazis aus der Liestaler und Sissacherszene"
befunden, die Mehrheit sei "höchstwahrscheinlich aber von
ausserhalb" angereist. |
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| Schwyz, 29. Dezember
2006 |
| Die "Neue Luzerner
Zeitung" berichtet, dass der Holocaust-Leugner Philippe Brennenstuhl
eine Strafklage gegen den Schwyzer Polizeidirektor Alois Christen
eingereicht habe, unter anderem wegen Nötigung, Freiheitsberaubung,
Amtsmissbrauch, Bestechung und bewaffneten Angriffs auf die verfassungsmässige
Ordnung. Brennenstuhl reagiert damit auf die polizeilich Verhinderung
seiner Teilnahme an der Rütlifeier zum Nationalfeiertag. |
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| Liestal BL, 23. Dezember
2006 |
| Gegen ein Uhr nachts attackiert
eine Gruppe vier junge Männer, zwei Italiener, einen Algerier
uind einen Schweizer. Tage später verhaftet die Polizei mehrere
junge Männer, die alle der rechtsextremen Szene angehören. |
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| Grenchen SO, 21.
Dezember 2006 |
| Fünf Rechtsextremisten
randalieren in zwei Lokalen, greifen Gäste tätlich an und
verletzen einen Mann durch einen Fusstritt ins Gesicht. Kurz nach
Mitternacht verhaftet die Polizei die fünf alkoholisierten Männer.
Diese sind zwischen 17 und 35 Jahre alt. Einer von ihnen ist im Kanton
Bern wohnhaft, seine Komplizen in der Region Grenchen beziehungsweise
in der Region Olten. |
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| Murnau/Bayern, 18.
Dezember 2006 |
| Im Oberbayrischen Volksblatt
erscheint folgende Meldung: "Murnau - Ein Sonderverkauf
von rechtsextremen Devotionalien hat in Murnau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen)
die Polizei auf den Plan gerufen. Rund 80 Rechtsextreme waren der
Einladung gefolgt. Die Polizei zeigte starke Präsenz, um
so Polizeisprecher Klaus Schürges die rechte Szene zu verunsichern.
Man wolle, unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten
verhindern, dass sich Murnau als Treffpunkt Rechtsextremer festige.
So nahmen die Beamten die unerwünschten Besucher aus dem Oberland,
Südtirol und der Schweiz aufmerksam unter die Lupe. Sechs junge
Männer zwischen 18 und 26 Jahren wurden vorläufig festgenommen.
Sie erhielten Anzeigen wegen Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen
verfassungswidriger Organisationen und wegen Verstoßes gegen
das Waffengesetz. Alle Personen wurden namentlich erfasst." |
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| Langenthal BE, 16.
Dezember 2006 |
| An einer von der Partei
National Orientierter Schweizer PNOS veranstalteten Kundgebung "Stoppt
die kulturfremden Bauten" nehmen rund 100 Personen teil. Die
Teilnehmdenen protestieren gegen ein - erstinstanzlich bewilligtes
- Minarett das auf einen bereits bestehenden muslimischen Gebetsraum
errichtet werden soll. Im Vorfeld hatte die PNOS Ortsgruppe Langenthal
in einem Aufruf geschrieben, es gälte zu verhindern, "dass
die Schweiz in einigen Jahren einem Aussenquartier von Istanbul oder
einer anderen orientalischen Stadt ähnelt". An der Kundgebung
treten die drei Vorstandsmitglieder der PNOS Ortsgruppe Langenthal
auf: Tobias Hirschi, Stefan Wüthrich und Dominic Lüthard. |
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| Dornach SO und Teheran,
10. bis 12. Dezember 2006 |
| Der Holocaust-Leugner
Bernhard Schaub hält an der Teheraner "Holocaust-Konferenz",
einberufen vom iranischen Staatspräsidenten Mahmoud Ahmadinedschad,
eine Rede. Gemäss Manuskript, veröffentlicht auf einem deuschen
Rechtsextremisten-Informationsportal, lobt der "erste Vorsitzende
des Vereins zur Rehabilitierung des wegen Bestreitens des Holocausts
Verfolgten (VRBHV") den iranischen Präsidenten, der «den
Kampf gegen den Holocaust-Mythos aufgenommen» habe. Schaub sprach
dann von einem «Dickicht von Gräuelpropaganda», mit
dem «das wehrlos gemachte Deutschland» seit sechzig Jahren
überzogen werde. Er schloss seinen Vortrag mit einem Aufruf,
die europäischen Holocaust-Leugner möchten «allen
hier im islamischen Raum» zurufen, sie hätten «denselben
Feind». Es sei «der Menschenverderber, der mit Hilfe des
amerikanischen Kampfelefanten die ganze Welt dem jüdischen Kapital
unterwerfen und alle eigenständigen Völker, Kulturen und
Religionen vernichten» wolle. Im Klartext: Schaub hielt eine
antisemitische und nazifreundliche Rede. Hingegen lobt Schaub Bundesrat
Christoph Blocher und dessen Partei, die SVP. Blocher habe, so Schaub,
«den grossen Schritt» angekündigt, er wolle den Tatbestand
der Genozid-Leugnung aus dem Strafbuch entfernen, die SVP habe beschlossen,
allenfalls gegen die Rassismusstrafnorm eine Volksinitiative zu starten.
«Ermutigende Zeichen» nennt Schaub diese Absichtserklärungen. |
| Schaubs
Lob in Teheran |
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| Friedrichshafen/Deutschland,
9. Dezember 2006 |
| PNOS-Mitglieder sprechen
an der Gründungsfeier der Sektion Bodensee der Jungnationaldemokraten,
der NPD-Jugendorganisation. Zuerst habe Michael Haldimann, so eine
PNOS-Meldung, von der "Notwendigkeit eines breiten europäischen
Widerstandes gegen die sozialimperialistischen Einflüsse der
USA und anderer zonenfremden Mächten" gesprochen. Weiter
habe Denise Friedrich, stellvertretende PNOS-Mediensprecherin, unterstrichen,
dass Heimat auch Frauensache sei und sich die nationale Frau ideologisch
emanzipieren und politisch partizipieren müsse. Sie habe damit,
gemäss PNOS-Mitteilung, habe "klar Stellung gegen die heute
vorherrschenden Verhältnisse in der so genannten nationalen Bewegung"
bezogen. |
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| Muri AG, 1. Dezember
2006 |
| Das Bezirksamt Muri bestätigt,
dass inzwischen zehn Teilnehmer eines Rechtsxtremisten-Treffens Ende
Juni 2006, wegen Hinderung einer Amtshandlung eine Busse von 500 Franken
erhalten hätten. Sechs der Verurteilten hätten jedoch inzwischen
Einsprach beim Bezirksgericht eingereicht. |
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| Kloten ZH, 1. Dezember
2006 |
| Nach dem Eishockesspiel
Kloten - ZSC greifen rund 25 Rechtsextreme ZSC-Fans an. Sie skandieren
rassistische Parolen. Die Polizei kann eine direkte grössere
Konfrontation verhindern. Sie kontrolliert die Angreifer und verzeigt
diese wegen Landfriedensbruch und Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. |
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