Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, August 2006
   
 
 
Burgdorf BE, 24. August 2006
Der Strafeinzelrichter verurteilt Pascal Lüthard, ehemaliger Präsident der PNOS-Kantonalsektion Bern, wegen zweimaliger Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm zu einer Busse von 1200 Franken. Lüthard hatte im vergangenen Jahr bei einer tätlichen Auseinandersetzung einen jüdischen Parlamentarier als "Saujuden" bezeichnet. Weiter hatte er im November vergangenen Jahres in einem Jugendtreff CD's mit nationalsozialistischen Inhalten verbreitet. Der Strafeinzelrichter verurteilt des weiteren einen einschlägig bekannten 20jährigen Rechtsextremisten unter anderem wegen Angriff, Landfriedensbruch und Sachbeschädigung zu 3 Wochen Gefängnis bedingt und zu einer Busse von 500 Franken. Der Gipser hatte im Sommer 2005 ihm missliebige Personen angegriffen.
 
Oberwallis, 16. August 2006
In einer Medienmitteilung teilt die Antifa Oberwallis mit, dass mit einem Flugblatt für ein Neonazi-Konzert in Domodossola/Italien am 19. August 2006 mobilisiert werde. Zu den angekündigten Bands gehöre auch die Oberwalliser Gruppe "Hellvetica".
P.S. Das Konzert wird später von den italienischen Behörden untersagt.
 
Allgau/Süddeutschland, 12./13. August 2006
Der Freie Widerstand Süd veranstaltet im Allgäu "ein Zeltlager, um damit die Rudolf-Hess-Woche einzuläuten". In diesem Rahmen veranstalten die Rechtsextremisten auch ein Fussball-Turnier, an der auch eine Mannschaft aus der Schweiz teilnimmt.
 
Kradolf-Schönenberg TG, 12. August 2006
Rund 80 Personen besuchen ein Konzert der Schweizer Hammerskinheads, an dem die deutsche Band "Carpe Diem" und die britische Gruppe "Secion 88" auftreten. Die Anifa Bern hatte bereits im Vorfeld das Datum un den genauen Veranstaltungsort (eine ehemalige Teigwarenfabrik) publiziert. In ihrem Medienbulletin schreibt die Thurgauer Kantonspolizei, sie habe vor Ort die Teilnehmenden und ihre Fahrzeuge kontrolliert un dabei keine gegen die Antirassismusstrafnorm verstossenden Gegenstände festgestellt.
 
Brunnen SZ, 11. August 2006
Die PNOS verteilt ein Flugblatt zur "Rütlifeier 2006", in dem sie Judith Stamm, Präsidentin der Rütlikommission, als "Imperatorin" bezeichnet, die "mit ihren Kolonnen das Schlachtfeld gegen politisch inkorrekte Bürger verlassen" habe. Die PNOS verteidigt dann die rechtsextremistischen Rütliaufmärsche der vergangenen Jahre: "In all den Jahren der patriotischen Präzenz auf dem Rütli wurde von unserer Seite einzig und alleine die Schweizer gefeiert und da - wo nötig - lautstark verteidigt." Und weiter: Heuer sei "ein lächerliches Häufchen von bestenfalls 200 mutlosen politischen Opportunisten" auf dem Rütli gewesen und diese hätten "der Rede eines Millionärs, der dem einfachen Mann das Denken vorschreiben will", gelauscht.
 
Langenthal BE, 10. August 2006
Der Gemeinderat lehnt ein PNOS-Kundgebungsgesuch ab, da die Gefahr einer Konfrontation mit "Linksextremen" bestehe. Die Rechtsextremisten wollten gegen den geplanten Bau eines Minaretts demonstrieren. Sie kündigen Rekurs gegen die Ablehnung an: "Wenn die Stadt nicht fähig ist, einen Demonstrationszug von ca. 200 Personen zu schützen (so viele Personn wurden bestenfalls erwartet), dann muss man sich doch langsam fragen,w ie fähig dieser Staat, insbesondere Langenthal ist." Und die Partei kündigt an: "Weiter müssen nun Aktionen folgen, die den Bau des Minaretts vielleicht doch noch verhindern können."