Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz, Oktober 2006
   
 
 
Roggwil BE, 29. Oktober 2006
Bei den Gemeinderatswahlen erhält der PNOS-Kandidat Dominic Lüthard nur knapp mehr als fünf Prozent der Stimmen und wird damit klar nicht gewählt. 46 Stimmende warfen eine unveränderte PNOS-Liste ein, 37 eine veränderte. Lüthard kündigt an, er gedenke ihn vier Jahren wieder zu kandidieren und sei überzeugt, dass er dann erfolgreich sein werde. (Kommentar: Die Hoffnung stirbt zuletzt.)
 
Madiswil BE, 29. Oktober 2006
Am späten Samstagabend und frühen Sonntagsmorgen kontrolliert die Berner Kantonspolizei um Umfeld der "Rübenchilbi" unter anderem Rechtsextremisten. Bei zwei der rund zehn Kontrollierten werden verbotene Waffen gefunden, insbesondere Schmetterlingsmesser und Quarzhandschuhe.
 
Turtmann VS, 28. Oktober 2006
Die Walliser Kantonspolizei löst eine rechtsextremistische Versammlung auf und kontrolliert fünfzehn Anwesende. In ihrer Medienmitteilung behauptet die Kantonspolizei, der Anlass sei im Zusammenhang mit dem Todestag des Gründers der rechtsexremen Vereinigung Blood & Honour gestanden. (Der Todestag jährt sich allerdings jeweils am 24. September.)
 
Thun, 25. Oktober 2006
Das Kreisgericht Thun verurteilt einen 27jährigen Rechtsextremisten wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu sechs Jahren Zuchthaus. Der Rechtsxtremist hatte Anfang Juli 2005 in Thun auf einen 17jährigen G8-Kritiker geschossen und ihn einen Oberschenkeldurchschuss zugefügt, nachdem beim Bahnhof sechs bis acht linke Aktivisten drei Rechtsextremisten vertreiben wollten. Auch widerruft das Gericht eine Vorstrafe von elf Monaten Gefängnis wegen Raufhandel und Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm. Der Verurteilte kündigt noch im Gerichtssaal Berufung gegen das Urteil an.
 
Arlesheim BL/Dornach SO, 24. Oktober 2006
In der Nacht steckt der Holocaust-Leugner Bernhard Schaub - gemäss eigenen Angaben - über tausend Flugblätter in die Briefkästen. Die Blätter sind überschrieben mit "Wie war das mit dem Holocaust?" Als Herausgeber figuriert der "Verein zur Rehabilitierung der wegen Bestreitens des Holocaust Verfolgten", dessen Präsident Schaub ist. In einem zweiten Flugblatt wirbt Schaub für einen Vortrag über den Dichter Conrad Ferdinand Meyer, der "ein überzeugter Vertreter des Reichsgedankens" gewesen sein soll.
            Schaubsche Aktivitäten
 
Mannheim/Deutschland, 20. Oktober 2006
An einer Saalveranstaltung, veranstaltet von "freien und parteigebundenen Kräften des Nationalen Widerstandes der Rhein-Neckar Region", treten die Rechtsanwältin Silvia Stolz, Verteidigerin des Holocaust-Leugners Ernst Zündel, und Horst Mahler auf. In einem einschlägigen Veranstaltungsbericht wird berichtet, dass neben Aktivisten aus Rheinhessen "auch Interessierte aus der Schweiz begrüsst werden (durften)". Der antisemitische Inhalt der Reden wird folgendermassen umschrieben: "Dabei wurden gerade zum Hauptproblem eines gewissen vorderasiatischen Mischvolkes interessante und politisch hochgradig brisante Ausführungen ebenso getätigt wie zur Weltanschauung der Volksgemeinschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft."