Meldungen zu Rechtsextremismus
und Rassismus in der Schweiz Juli 2005
   
 
  Raum Luzern, 30. Juli 2005
Bei einem Konzert, organisiert von den Schweizer Hammerskinheads, spielen vor rund 100 BesucherInnen die beiden Schweizer Rechtsrock-Bands «Indiziert» und «Dissens».
   
  Raum Aarau, 29. Juli 2005
Organisiert voWhite Revolution, einem von Sacha Kunz betriebenen rechtsextremitischen Musikvertrieb, treten an einem Konzert die beiden Schweizer Gruppen «Amok» und «Indiziert» vor rund hundert BesucherInnen auf.
   
  Aarau, 18. Juli 2005
Die Boulevardzeitung «Blick» berichtet, dass das Bezirksamt Aarau vier PNOS-Vorstandsmitglieder wegen Widerhandlung gegen die Rassismus-Strafnorm zu Bussen von 300 bis 500 Franken verurteilt habe, einerseits wegen eines Plakates zu den Nationalratswahlen 2003, aber auch wegen zwei Punkten des PNOS-20-Punkte-Programms. Dieses beinhalte, so die Urteilsbegründung, eine «kollektive Schmähung der Ausländer», denen die Menschenwürde abgesprochen werde, und einen «Aufruf zur Rückführung kulturfremder Ausländer». Die PNOS-Verantwortlichen erklären gleichentags, sie würden gegen das Urteil Rekurs einlegen.
             PNOS-Wahlplakat: Sich bei der Nationalen Front bedient
   
  Baden-Dättwil AG, 16. Juli 2005
An einem «Liederabend», der von rund 180 Personen besucht und von der bis anhin unbekannten «Kameradschaft Baden-Wettingen» organisiert wird, treten die beiden Duos «Annett und Michael» aus Deutschland und «Die Eidgenossen» aus der Schweiz auf. In lezterem singt auch der ehemalige PNOS-Präsident Sacha Kunz mit. Gemäss schriftlichen Berichten von Konzertbesuchern singen die beiden Duos, unter anderem auch Lieder der deutschen Nazirock-Gruppe «Landser». Darunter auch deren «Afrikalied», das folgendermassen endet: «Afrika für Affen/Europa für Weisse/Steckt die Affen in ein Klo/Und spült sie weg wie Scheisse.»
   
  Thun BE, 9. Juli 2005
Kurz nach Mitternacht feuert ein 26jähriger lokal bekannter Rechtsextremist beim Bahnhof mehrere Pistolenschüsse gegen einige TeilnehmerInnen eines Camps von GlobalisierungsgegnerInnen. Er trifft einen 17jährigen in den Oberschenkel. Das Opfer bemerkt seine Verletzung vorerst nicht und begibt sich erst am folgenden Abend in Spitalbehandlung. Im Verlaufe ihrer Ermittlungen nimmt die Polizei drei Personen fest, der 26jährige gesteht, mit einer Pistole mehrere unkontrollierte Schüsse in eine Personengruppe abgegeben zu haben. In ihren ersten Medienmitteilungen blendet die Berner Kantonspolizei den politischen Hintergrund vollständig aus.
   
  Ammerzwil BE, 2. Juli 2005
Die Schweizer Hammerskinheads (SHS) laden zu einem Konzert zur Feier «15 Jahre HS- Schweiz, 15 Jahre HS-Europa». Angekündigt sind fünf Bands, darunter die Deutsche Gruppe «Blitzkrieg», die gemäss deutschem Verfassungsbericht 2004 zum «Rassenkrieg» gegen in Deutschland lebende AusländerInnen aufruft. Rund 400 Personen besuchen das Konzert. Die Berner Kantonspolizei kontrolliert einen Teil der Ankommenden. Gemäss Beobachtungen der Antifa Bern versorgen mehrere Stände InteressentInnen mit einschlägiger Musik, Kleidung und Assessoires. Die Kantonspolizei Bern schreitet nicht ein, trotz mutmasslichen Widerhandlungen gegen die Rassismus-Strafnorm.
   
  Horgen ZH, 1. Juli 2005
Unbekannte schiessen kurz nach Mitternacht mehrfach auf ein Wohnwagencamp von Fahrenden. Ein Wohnwagen, in dem sich zwei Personen befinden, wird von einer Kugel durchbohrt.